Von Julia Scherenberg
Die berühmten Landrouten dieser Welt erzählen alle ihre eigene Geschichte. Auf vielen ist die Natur der Hauptdarsteller: Gebirge, die von Feuer und Eis geformt wurden, Wüsten in allen Farben oder eine Wildnis mit einzigartiger Tierwelt. Die einen eignen sich für einen Wochenendtrip, andere versprechen ein mehrere Wochen andauerndes Abenteuer wie die Panamericana, die quer durch 15 Länder führt. Manche haben Kultstatus erlangt, wie die Route 66, die das amerikanische Lebensgefühl verkörpert.
Egal, für welche Reiseroute Sie sich entscheiden, das Motto lautet: Der Weg ist das Ziel. Also kurbeln Sie das Fenster nach unten, legen Sie Ihre Lieblings-CD ein, lassen Sie sich vom Wind die Haare zerzausen und erleben Sie eine Reise, die Sie Ihr ganzes Leben in Erinnerung behalten werden.
Route 66, Arizona, USA, thinkstock
Route 66, Arizona, USA
Get your kicks on Route 66, empfahl schon Soul-Legende Nat King Cole im Jahr 1946 seinen Landsleuten. Die Idee zum Song kam ihm auf einer langen Fahrt von Pennsylvania nach Los Angeles. Keine andere Straße beschwört den Mythos des amerikanischen Freiheitsgedanken besser als eine Fahrt auf dem Highway Nr. 66. Also einfach nur ins Auto setzen, die Alltagssorgen hinter sich lassen und auf der Hauptstraße Amerikas sein persönliches Roadmovie erleben.
Reise-Infos
Die Route 66 ist ganzjährig befahrbar. Im späten Frühjahr und im Frühherbst sind die Temperaturen besonders angenehm.
Der Arizona-Abschnitt, von Holbrook bis Oatman, ist 590 Kilometer lang. Um ihn in Ruhe zu erkunden, sollte man drei bis fünf Tage einplanen.
Teile der Route führen durch einsame Wüstengebiete, also exakte Karten, ausreichend Wasservorräte, Sunblocker, Sonnenbrille und Kopfbedeckung mitnehmen. Mehr Informationen unter: www.historic66.com/arizona, www.arizonaguide.com.
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Bild: Dolomitenstraße, Italien, thinkstock
Große Dolomitenstraße, Italien
Schwindelerregende Felstürme spiegeln ihre Zacken und Zinnen in grünen Seen. Kühe grasen auf saftigen Alpenwiesen, auf denen im Frühjahr und Frühsommer Mohn, Edelweiß und Rhododendron blühen, gesäumt von dichten, dunklen Nadelwäldern. Mitten durch diesen fantastischen Südzipfel der Alpen in Nordostitalien führt die Große Dolomitenstrasse von Bozen bis zum beliebten Skiort Cortina dAmpezzo. Ihre magische Wirkung verdankt die Landschaft dem Dolomitengestein, aus dem die jahrtausendelange Erosion gezackte Grate, Spitztürme und abgründige Schluchten modelliert hat.
Die Farbe der Felsen wechselt je nach Lichteinfall von düsterem Grau bis zum schimmernden Rosa bei Sonnenuntergang. Von Bozen führt die Strecke zunächst durch eine tiefe Schlucht, dann durch das bezaubernde Fassatal empor zu ihrem höchsten Punkt, dem Pordoijoch, und schlängelt sich schließlich in scharfen Kurven und Serpentinen nordwärts nach Cortina hinunter.
Reise-Infos
Beste Reisezeit ist von Ende Mai bis Oktober. Den Rest des Jahres sind viele Pässe geschlossen. Als Reisedauer sollte man einen Tag für die 109 Kilometer in eine Richtung und zwei bis drei Tage für eine Rundfahrt planen.
Mehr Informationen unter: www.dolomiti.org, www.enit.it
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Bild: Panamericana, Chile, thinkstock
Die Panamericana, Südamerika
Das fast durchgängige Straßensystem führt durch 15 Länder über die ganze Länge Nord- und Südamerikas. Viele Reisende picken sich Teilstücke heraus etwa den südlichen Abschnitt auf Tierra del Fuego (Feuerland). Die Insel, die halb zu Chile, halb zu Argentinien gehört, ist Südamerikas wildes Grenzland. Schafe weiden auf dem weiten, hügeligen Grasland im Norden. Den feuchten Süden prägen schneebedeckte Berge, Gletscher, Tundra, Seen und Buchenwälder. Ushuaia, am Ende der Panamericana, ist das Sprungbrett zur Antarktis, 1207 Kilometer südlich.
Reise-Infos
Im Sommer (von Dezember bis Mitte April) ist das Wetter am besten. Die Winter auf Tierra del Fuego sind rau, mit entsprechend schwierigen Straßenverhältnissen. Bei einem Mietwagen unbedingt darauf achten, dass der Vermieter die Dokumente zur Überquerung der chilenisch-argentinischen Grenze aushändigt. Mehr Informationen unter: www.enjoy-patagonia.org, www.chileinfo.de

Bild: Highway 1, Kalifornien, USA, thinkstock
Highway 1 durch Big Sur, Kalifornien, USA
Auf dem Highway 1 durch Big Sur, Kalifornien, USA
Wenn eine Straße das berauschende Lebensgefühl Kaliforniens verkörpert, dann der Pacific Coast Highway 1 PCH durch Big Sur jene Region, die schon die Spanier Pais Grande del Sur großes Land des Südens tauften. Die Route beginnt am Hearst Castle, direkt nördlich von San Simeon, und folgt der gebirgigen Küstenlinie nordwärts über die Künstlerkolonie Carmel bis zum historischen Monterey. Die California Dreamin- Ära der 1960er lockt bis heute Abenteuerlustige aus der ganzen Welt an. Wer ihren Spuren folgt, stößt auf Naturparks mit Redwood-Wäldern und unzählige Rastplätze mit herrlichem Pazifikpanorama. Braune Pelikane kreisen über der Küste und manchmal sieht man Grauwale vorbeiziehen.
Reise-Infos
Das Wetter ist von Frühjahr bis Herbst angenehm. Doch im Sommer (Juni, Juli und August) kann es recht voll werden. Die 153 Kilometer lange Route (eine Richtung) kann mit vielen Zwischenstopps leicht einen ganzen Tag einnehmen. Mehr Informationen unter: www.bigsurcalifornia.org, www.monterey.com
Reisen, die unvergessen bleiben