Geschichte

SÜdafrikas menschliche Geschichte reicht durch die Jahrtausende zurÜck, bis zu den AnfÄngen der Menschheit auf dem Planeten. Die ersten aufrecht gehenden 'Hominiden' ließen sich vor fast vier Millionen Jahren in den Savannen von SÜd- und Ostafrika nieder. Diese menschenÄhnlichen Wesen entwickelten sich langsam zu Menschen wie wir sie kennen, die bessere Werkzeuge entwickelten und gÜnstigere klimatische VerhÄltnisse genießen konnten. In der mittleren Steinzeit, die bis vor 20.000 Jahren andauerte, organisierten sich JÄger- und Sammlergemeinschaften, und bis 8000 v.Chr. bewohnten die Steinzeitmenschen FelsunterkÜnfte und HÖhlen in ganz SÜdafrika. Die ersten Einwohner von Simbabwe waren wahrscheinlich nomadische, anpassungsfÄhige San, die allmÄhlich von Khoi-Khoi ViehzÜchterstÄmmen aufgenommen wurden und sich langsam in eine als Khoisan bekannte Kultur verwandelten.

Bantusprechende Farmer, entweder Khoisan-Siedler oder Eisenzeitsiedler aus dem Norden, waren die ersten Bewohner von Groß-Simbabwe im SÜden des Landes. Zwischen 500 und 1000 m.Chr. wurden die San der Gegend von den Gokomere (ein Bantustamm, der Bergbau und Viezucht betrieb) versklavt und assimiliert. Schon im 11. Jahrhundert tauchten einige Fundamente und Steinarbeiten in Groß-Simbabwe auf und die Siedlung, allgemein als junge Shona-Gesellscahft ansgesehen, wurde das Handelszentrum der reichsten und mÄchtigsten Gesellschaft im sÜdÖstlichen Afrika. Der Gipfel von Groß-Simbabwe diente nicht nur als Festung, sondern als Schrein zur Verehrung Mwaris, der wichtigsten Shona-Gottheit. Bis zum 15. Jahrhundert hatte Groß-Simbabwes Einfluss abgenommen, aufgrund eines Cocktails aus ÜberbevÖlkerung, Überweidung, VolksaufstÄnden und politischer Zersplitterung.

Die Shona-Dynastien brachen in autonome Staaten auseinander, von denen viele spÄter den Staat Rozwi formten, der bis ins 19. Jahrhundert Über die HÄlfte des heutigen Simbabwe umfasste. Im Jahr 1834 drangen Ndebele-PlÜnderer aus dem SÜden ein, ermordeten den Rozwi-AnfÜhrer und etablierten einen Ndebele-Staat mit Bulawayo als Hauptstadt. Inzwischen zogen europÄische Goldsucher und ElfenbeinjÄger vom Kap nach Shona und Ndebele. Die bekanntesten waren Cecil John Rhodes, der sich einen Korridor der britischen 'Zivilisation' vorstellte, der sich vom Kap nach Kairo erstrecken sollte. Sanktioniert von KÖnigin Victoria, schwÄrmten weiße Siedler ins Land, gefÜhrt vom ungeschickten Rhodes. Bis 1895 wurde das neue Land Rhodesien genannt und hatte eine weiße Regierung. Bis 1911 gab es etwa 24.000 Siedler.

Erstaunlicherweise waren die Ndebele und die Shona nicht erfreut Über die Kolonisten, die kamen, um Über sie zu besteimmen, obwohl die Briten so vernÜnftig waren und so nette SafarianzÜge hatten. Dschihad-Ähnliche AufstÄnde, ÜberfÄlle und Unruhen in den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts wurden als Chimurenga bezeichnet, als Befreiungskrieg, doch der Kampf stockte 1897, als die FÜhrer der Rebellen gefasst und gehÄngt wurden. Konflikte zwischen Schwarz und Weiß rÜckten in den 1920er und 30er Jahren in den Mittelpunkt durch Volksentscheide und Gesetze, die schwarze Afrikaner davon ausschlossen das beste Farmland zu besitzen oder qualifizierte Berufe auszuÜben. Die Wirkung sollte Afrikaner dazu zwingen, auf weißen BauernhÖfen und in Minen und Fabriken zu arbeiten. Niedrige LÖhne und schlechte Bedingungen fÜhrten zu Rebellion und der Entstehung von afrikanischen politischen Parteien.

Ian Smith wurde 1964 Rhodesiens PrÄsident und begann, auf UnabhÄngigkeit zu drÄngen. Als er merkte, dass Großbritanniens Bedingungen nicht von Rhodesiens Weißen akzeptiert werden wÜrden, gab er eine einseitige UnabhÄngigkeitserklÄrung ab. Die ErklÄrung wurde von Großbritannien fÜr illegal erklÄrt, und die UN verhÄngte 1968 Sanktionen, die zumeist ignoriert wurden. Die afrikanischen Parteien entschieden sich fÜr einen immer heftigerne Guerillakrieg (bekannt als das zweite Chimurenga bekannt), und Weiße begannen, ihre HÄuser und Farmen zu verlassen. Smith versuchte es mit WaffenstillstÄnde, Amnestien, geheimen Absprachen und Attentate, doch der Konflikt ließ sich nicht beenden. Schließlich wurde er dazu gezwungen, Wahlen ohne RassenbeschrÄnkungen abzuhalten und die FÜhrung an Abel Muzorewa abzugeben, einem Mitglied des Afrikanischen Nationalkongresses.

Muzorewa wurde international etwa so ernst genommen wie die Spice Girls, und als Margaret Thatcher 1979 Premierministerin wurde, wandte sie sich eisern der Situation zu. Eine Verfassung wurde mÜhevoll zwischen Smith, Muzorewa und anderen hochrangigen Nationalisten wie Joshua Nkomo und Robert Mugabe ausdiskutiert. In der sorgfÄltig Überwachten Wahl vom MÄrz 1980 siegte Mugabe mit großer Mehrheit, und Simbabwe wurde eine von Afrikas unabhÄngigen Nationen.

Mugabe, ein engagierter Marxist ist seitdem an der Macht. Er hat die immer wieder aufflammenden GuerillakÄmpfe und RivalitÄten durch einen clevere Kombination aus Korruption, Wahlkreisschiebung und EinschÜchterung Überlebt. Es scheint unwahrscheinlich, dass Mugabe jemals seinen Einparteienstaat bekommt - besonders nach dem Zusammenbruch der UdSSR, der Erdrutschniederlage von Kaunda (einem sehr verwirrten Marxisten) in Nachbarland Sambia und den zunehmend lauteren Forderungen vom internationalen WÄhrungsfonds, der Weltbank und Hilfsspendern nach mehr Demokratie im Austauschgegen die Hilfe.

Simbabwes BÜrger wurden mit Mugabe immer ungeduldiger, besonders als sein groß angelegtes Missmanagement allmÄhlich ihre GeldbÖrsen betraf. In Harare kam es Anfang 1998 zu Ausschreitungen, offenen Konflikten und PlÜnderungen .

Der Geist der Anarchie eskalierte im Jahr 2000, als weißes Farmland im großen Stil von TagelÖhnern beschlagnahmt wurde, gefolgt von einer offiziellen Enteignungswelle in 2002, bei der 3000 weiße Landwirte ihren Besitz verloren. Die daraus resultierenden ProduktionsausfÄlle fÜhrten zu Hungersnot und einer zerstÖrten Wirtschaft. Zuletzt Änderte die Regierung die Verfassung, die alle Besitzrechtstitel aufhebt und den Enteigneten verbietet, vor Gericht zu gehen.

iVor den Wahlen 2002, benannte die EuropÄischer Union (EU) Wahlbeobachter, die den Prozess kontrollieren sollten. Wegen negativer Berichterstattung in den Medien schrÄnkte das Parlament mit einem Gesetz die Rechte der Medien ein. Bald darauf wurde der EU-Teamleiter nach Hause geschickt, und die EU erlegte Simbabwe Sanktionen auf, weil sie die Sorgen der Weltbank und des IMF um die Bedingungen in Simbabwe teilte. Trotzdem wurde Mugabe wieder gewÄhlt, aber die Wahl war strittig und skandalumwittert. Internationale EmpÖrung machte sich breit, und Simbabwe wurde vom Commonwealth ausgeschlossen. Als der Ausschluss im Jahr 2003 Übernommen wurde, zog sich Simbabwe weiter aus dem Commonwealth zurÜck und stellte das Land weiter ins Abseits.

Die nÄchsten Parlamentswahlen im Jahr 2005 waren nicht so knapp. Mugabe und seine Sicherheits- und Propagandanetzwerke hatten fÜnf Jahre (seit 2000), um sich durch Manipulationen und Bestechung den Wahlsieg zu sichern (sie nutzten sogar die Zeit, um OppositionsfÜhrer Morgan Tsvangirai zwei Hochverratsprozesse anzuhÄngen). Mugabe verwalteten eine Zweidrittelmehrheit und hatte so die MÖglichkeit, Simbabwes Verfassung zu Ändern, und den Weg fÜr einen Nachfolger seiner Whal zu ebnen. Ein Teil der in der Verfassung vorgenommenen Änderungen sollte zur Bildung eines Senats fÜhren. Der Senat sah auch die erbitterte Spaltung der Opposition in der Frage, ob man die Wahlen anfechten sollte. Es gibt immer wieder Massenproteste gegen die Regierung, aber die Menschen sorgen sich mehr um die ErnÄhrung ihrer Familien als um einen Kampf mit der bewaffneten Staatsgewalt.

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