Geschichte

Die hochentwickelte bronzezeitliche Dong Son-Kultur entstand ungefÄhr im 3. Jahrhundert vor Christus. Vom ersten bis zum sechsten Jahrhundert n.Chr. war der SÜden des heutigen Vietnams Teil des indisch beeinflussten KÖnigreichs Funan, eine Epoche der schÖnen KÜnste und Architektur. Das Hindu-KÖnigreich Champa entstand am Ende des zweiten Jahrhunderts um das heutige Da Nang herum und weitete sich bis zum achten Jahrhundert nach SÜden bis zum heutigen Nha Trang aus. Das KÖnigreich lebte teilweise von ÜberfÄllen in der Region. Im zweiten Jahrhundert eroberten die Chinesen das Delta des Roten Flusses, und ihre fast tausendjÄhrige Herrschaft, die von zÄhem vietnamesischen Widerstand und hÄufigen AufstÄnden geprÄgt war, endete im Jahre 938 n.Chr., als Ngo Quyen die chinesischen Armeen am Fluss Bach Dang besiegte.

Im Verlauf der folgenden Jahrhunderte schlugen die Vietnamesen wiederholt chinesische Invasionen zurÜck und weiteten die Grenze des Landes vom Delta des Roten Flusses nach SÜden hin aus. Das KÖnigreich von Champa wurde im 16. Jahrhundert annektiert. SpÄter nahmen die Vietnamesen dann noch das von den Khmer bewohnte Mekong-Delta ein. Im Jahre 1858 stÜrmten Truppen unter franzÖsischem und spanischem Kommando Da Nang, nachdem mehrere Missionare getÖtet worden waren. Ein Jahr spÄter wurde Saigon erobert. Bis 1867 eroberten die Franzosen das gesamte sÜdliche Vietnam, das zur franzÖsischen Kolonie Chochinchina wurde.

Im und nach dem zweiten Weltkrieg leisteten FreiheitskÄmpfer, die weitestgehend unter der FÜhrung von Ho Chi Minh standen, Widerstand gegen die franzÖsische Herrschaft. Auf die UnabhÄngigkeitserklÄrung Vietnams durch Ho Chi Minh im Jahre 1945 folgten gewaltsame Auseinandersetzungen mit den Franzosen, die 1954 mit der militÄrischen Niederlage Frankreichs bei Dien Bien Phu endeten.

Durch das Genfer Abkommen von 1954 wurde Vietnam vorÜbergehend in zwei Zonen aufgeteilt, den kommunistischen Norden und den antikommunistischen, von den USA unterstÜtzten SÜden unter Ngo Dinh Diem. Diem verhinderte die fÜr das Jahr 1956 geplanten gesamtvietnamesischen freien Wahlen. Es sah so aus, als ob Ho Chi Minh die Wahlen gewinnen wÜrde, und somit konsolidierte er seine Macht auf mehrere Weisen, unter anderem durch ein Referendum. Seine Regierung wurde von den WestmÄchten begrÜßt.

Die politischen und weltanschaulichen GegensÄtze fÜhrten schnell zu bewaffneten Auseinandersetzungen, worauf die mindestens seit 1956 verdeckt prÄsente USA und andere LÄnder 1965 Kampftruppen nach Vietnam entsandten. Das 1973 unterzeichnete Pariser Friedensabkommen ermÖglichte einen sofortigen Waffenstillstand und signalisierte mit dem RÜckzug der amerikanischen VerbÄnde den glorreichen Sieg von Ho Chi Minh. Saigon kapitulierte schließlich am 30. April 1975 vor den kommunistischen StreitkrÄften.

Vietnam hatte sich kaum vom Krieg mit den Amerikanern erholt und geriet vom Regen in die Traufe, als die Konfrontationen mit den roten Khmer entlang der kambodschanischen Grenze begannen. Nach langanhaltenden KÄmpfen mischte sich China dann zur UnterstÜtzung Kambodschas in die KÄmpfe ein. Das Morden ging weiter, bis die UN ein Abkommen aushandelte und sich die vietnamesischen StreitkrÄfte 1989 aus Kambodscha zurÜckzogen. Obwohl weiterhin HeckenschÜtzen der roten Khmer von den Grenzen aus schossen, war dies das erste Mal seit dem zweiten Weltkrieg, dass Vietnam nicht offiziell im Krieg mit einer anderen Nation stand. Nach dem Ende des Kalten Krieges und dem Zusammenbruch der Sowjetunion im Jahre 1991 suchten Vietnam und die westlichen LÄnder eine AnnÄherung.

Im Juli 1995 nahmen selbst die unnachgiebigen Vereinigten Staaten von Amerika wieder diplomatische Beziehungen mit Hanoi auf, und obwohl Hanoi anfangs die Unterzeichnung von VertrÄgen Über Handelsbeziehungen mit den USA im Jahre 1999 noch ablehnte, wurden diese im Jahr 2000 zum Abschluss gebracht. Die USA sprechen ihrerseits davon, dass sich die Beziehungen normalisiert haben, aber selbst 25 Jahre spÄter ist der innere Frieden noch nicht wieder hergestellt und es werden noch Übertrieben von Angst geprÄgte Filme gezeigt und einige Lieder unplugged zur Gitarre gesungen. John McCain sprach bei einem Besuch in Hanoi darÜber, dass "die falsche Seite den Krieg gewonnen habe". Vietnam erlebte so etwas wie einen Ökonomischen Nachkriegsboom, bevor die gesamte Region unter RÜckschlÄgen litt, nachdem die Investitionsblase in den spÄten Neunzigerjahren platzte. Davon hat sich Vietnam teilweise wieder erholt, und einige Wirtschaftsexperten sehen in Vietnam den nÄchsten asiatischen Tigerstaat.

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