Tunesien besitzt ein gut ausgebautes Verkehrsnetz, so dass auch kleinere Städte von der Hauptstadt aus innerhalb eines Tages erreichbar sind. Da im August und September sowie an Feiertagen die öffentlichen Verkehrsmittel oft überfüllt sind, sollte man rechtzeitig Plätze reservieren lassen.
Inländische Flugverbindungen sind relativ dünn gesät und lohnen sich bei den geringen Entfernungen kaum. Von Tunis aus werden die drei Flughäfen Djerba, Sfax und Tozeur angeflogen, wobei kein Flug länger als eine Stunde dauert.
Die staatliche Busgesellschaft Société Nationale du Transport Interurbain (SNTRI) fährt täglich - schnell, bequem und billig - mit klimatisierten Bussen in fast jede Stadt des Landes. Im Sommer verkehren die Busse wegen der Hitze meist nur nachts; Platzreservierungen sind zu empfehlen. Außerdem gibt es noch die regionalen Busgesellschaften, deren Busse billiger, aber langsamer und meist nicht klimatisiert sind.
Das Schienennetz der effizienten Société Nationale des Chemins de Fer Tunisiens (SNCFT) ist nicht sehr ausgedehnt, doch ihre Züge sind modern und pünktlich. Auf der Hauptverbindungsstrecke zwischen Tunis und Gabès über Sousse und Sfax fahren die Züge 8x täglich. Eine Strecke zweigt bei Mahrès nach Gafsa und Metlaoui ab. Weitere Zielbahnhöfe sind Bizerte, Mateur, Ghardimao, Jendouba, Kalaat Khasba, Bir Bou Rekba, Nabeul, Monastir und Mahdia. Eisenbahnfans werden vom Lezard Rouge ("Rote Eidechse"), einem historischen Zug aus der Zeit der türkischen Beys, der täglich zwischen Metlaoui und Redeyef durch die malerische Seldja-Schlucht hin und her pendelt, begeistert sein.
Tunesiens Sammeltaxis - louages genannt - fahren entlang fester Routen zwischen den Städten sowie in abgelegene Gebiete. Sie befördern fünf Passagiere und fahren erst ab, wenn alle Plätze belegt sind (was meist nicht lange dauert). Mit den louages kann man das Land am schnellsten erkunden und zahlt nicht wesentlich mehr als für die Fahrt mit dem Bus. Ausschau halten muss man nach einem weißen Peugeot Kombi mit Dachgepäckträger und der entsprechenden Aufschrift vorn und hinten am Wagen. In der Regel ruft jemand die angefahrenen Ziele aus und dirigiert die Passagiere zu den Standplätzen der jeweiligen louages - meist ein leeres Grundstück im Stadtzentrum. Die Preise sind vom Staat festgelegt; wer nicht übers Ohr gehauen werden möchte, kann sich vor der Abfahrt die Preisliste zeigen lassen.
Autofahren in Tunesien macht Spaß - zumindest im Norden. Die Straßen sind hervorragend und die Autofahrer verhalten sich im Allgemeinen verantwortungsbewusst und höflich. Höchste Vorsicht ist angesichts der zahlreichen Mopedfahrer und der gedankenlos über die Straße laufenden Fußgänger geboten. Gemessen an europäischen Verhältnissen ist das Benzin in Tunesien billig; bleifreier Kraftstoff ist jedoch nicht überall erhältlich. Die Mietwagenpreise sind horrend. Gefahren wird rechts.
In Tunesien gibt es zwei regelmäßig verkehrende Fährlinien. Die eine verbindet Sfax mit den etwa 25 km vor der Küste liegenden Kerkennah-Inseln, die andere fährt von Jorf am Festland nach Ajim auf der Insel Djerba. Die Kosten für die Überfahrt sind minimal.
Fahrräder kann man überall in Tunesien ausleihen. Bis auf die heißen Tage im Hochsommer und die kalten Wintertage sind die Bedingungen zum Rad fahren ideal; allerdings sind passable Ersatzteile Mangelware, so dass man ein gut ausgestattetes Werkzeugset von zu Hause mitbringen sollte.
In Tunis gibt es ein modernes Straßenbahnnetz (métro léger), das wesentlich übersichtlicher ist als das Busnetz, und eine Stadtbahn (TGM), die das Stadtzentrum mit den Vororten im Norden verbindet.
Fast alle Touristen kommen mit dem Flugzeug nach Tunesien. Die wichtigsten internationalen Flughäfen sind Tunis-Karthago, Monastir und Djerba; seltener werden Tozeur und Tabarka angesteuert. Die nationale Fluglinie Tunis Air bedient zahlreiche Städte in Europa, im Nahen Osten und in Nordafrika. In Tunesien wird keine Flughafensteuer erhoben.
Von Frankreich oder Italien aus kann man auch mit der Fähre nach Tunesien reisen; die Mitnahme eines Autos oder Motorrads ist (nach Erledigung des umständlichen Papierkriegs) möglich. Vorzulegen sind die Zulassungspapiere des Fahrzeugs, der Nachweis einer Haftpflichtversicherung und ein internationaler Führerschein (zusätzlich zum nationalen Führerschein).
Die einzige Möglichkeit, von Tunesien nach Algerien zu reisen, besteht darin, an der Place Sidi Bou Mendil in der Medina von Tunis ein Sammeltaxi (louage) nach Annaba und Constantine zu nehmen, doch haben seit Jahren keine Touristen mehr die Grenze passiert. Reisen von und nach Libyen gestalten sich theoretisch einfacher (die Straße zwischen Tunis und Tripolis war noch nie so stark befahren wie heute), aber die Chancen auf ein Visum sind relativ gering. Am erfolgversprechendsten ist der Weg über ein Reisebüro, das sich auf Libyenreisen spezialisiert hat.
Die besten Jachthäfen Tunesiens sind Monastir, Port el-Kantaoui, Sidi Bou Saïd, Tabarka und Zarzis.
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