Nomadische San-Völker (auch „Buschmänner“ genannt) lebten schon seit rund 100.000 Jahren im südlichen Afrika, erreichten das Kap der Guten Hoffnung jedoch erst vor ungefähr 2000 Jahren. Aufgrund der engen Beziehung der San- und Khoikhoi-Völker zueinander, die Mischehen eingingen und in friedlicher Koexistenz lebten, werden die beiden Gruppen oft als Khoisan zusammengefasst. Um das 15. Jahrhundert herum hatten sich auf den meisten landwirtschaftlich nutzbaren Flächen zugewanderte Bantu-Hirtenvölker niedergelassen.
Nachdem Vasco de Gama 1498 die Gewürzhandelsroute um das Kap der Guten Hoffnung entdeckt hatte, wurde das südliche Afrika eine beliebte Zwischenstation europäischer Schiffsmannschaften. Mitte des 17. Jahrhunderts beschlossen holländische Händler angesichts von Skorbut und Schiffbrüchen, eine feste Niederlassung in der Tafelbucht zu errichten, an jener Stelle, an der sich das heutige Kapstadt befindet. Die überwiegend holländischen Neuankömmlinge drangen langsam nach Norden vor, wobei sie mit Waffengewalt und durch eingeschleppte Krankheiten die Zahl der Khoisan erheblich dezimierten. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts, als die holländische Vormachtstellung ins Wanken geriet, sah Großbritannien seine Chance gekommen, sich noch ein weiteres Stück Afrika zu sichern. Man hoffte, die herangebrachten britischen Siedler würden sich in einer Pufferzone zwischen den miteinander in ständigem Streit liegenden viehzüchtenden Buren und Xhosa niederlassen. Doch die meisten britischen Immigrantenfamilien zogen in die Stadt, wodurch sich eine Trennlinie zwischen städtischer und ländlicher Bevölkerung ergab, die noch heute unter den weißen Südafrikanern spürbar ist. Zwar wurde die Sklaverei 1833 abgeschafft, doch die Arbeitsteilung zwischen Schwarz und Weiß kam den Weißen viel zu sehr entgegen, als dass sie ernsthafte Anstrengungen unternommen hätten, gerechtere Verhältnisse zu schaffen.
Die Unruhen im schwarzen südlichen Afrika wurden aber nicht nur durch die weißen Eindringlinge geschürt. Das Wort Difaqane (Sotho für „erzwungene Wanderung“) oder Mfeqane (Zulu für „Unterdrückung“) bezeichnet eine Zeit des Grauens, in der eine Terrorwelle - ausgelöst von dem Zulu-Häuptling Shaka - durch das ganze Gebiet schwappte. Einige Völker wurden ausradiert, andere versklavt und viele in die Flucht gezwungen. Inmitten dieses Chaos begaben sich die mit der britischen Oberherrschaft unzufriedenen Buren auf ihren Großen Trek. Die meisten der Gebiete, durch die sie zogen, waren verwaist oder von traumatisierten Flüchtlingen bewohnt. Die Zulu dagegen ließen sich nicht kampflos vertreiben und viel Blut wurde vergossen, bevor sie den überlegenen Feuerwaffen der Buren weichen mussten. Überall im Landesinnern entstanden Burenrepubliken, die Mitte des 19. Jahrhunderts eine nach der anderen von den Briten mittels dubioser Verträge, diplomatischer Verhandlungen oder schlichtweg mit Gewalt annektiert wurden. Gerade als es schien, der Union Jack würde nun fröhlich über dem gesamten Kap zu wehen beginnen, wurden in Kimberley Diamanten entdeckt und die Holländer zeigten plötzlich heftigeren Widerstand.
Der erste so genannte Burenkrieg endete mit einem überwältigenden Sieg der Buren und der Ausrufung der Zuid-Afrikaansche Republiek. Die Briten zogen sich zurück, marschierten jedoch wieder ein, als in der Umgebung von Johannesburg eine mächtige Goldader gefunden wurde, für die das Empire gute Verwendung sah - was den zweiten Burenkrieg zur Folge hatte. Um das Jahr 1902 herum waren die Ressourcen der Buren erschöpft und sie begannen, die Briten in verzweifelter Guerrillamanier zu bekämpfen. Diese antworteten mit erbarmungsloser Brutalität: Wurden Eisenbahnschienen in die Luft gesprengt, zerstörten sie das nächstgelegene Bauernhaus, wurde von einer Farm aus ein Schuss abgefeuert, brannten sie das Haus und die Ernte nieder und töteten das Vieh. Frauen und Kinder wurden zusammengetrieben und in Konzentrationslager - eine Erfindung der Briten - verfrachtet, wo 26.000 Menschen an Krankheiten und Elend den Tod fanden. Schließlich sahen sich die Buren zur Unterzeichnung eines unfairen Friedensvertrags gezwungen.
1910 wurde die Südafrikanische Union gegründet und bald darauf kam es zur Verabschiedung einer ganzen Reihe von rassistischen Gesetzen, mit denen die Rechte der Schwarzen beschnitten wurden. Damit war der Grundstein für die Apartheid gelegt. Nach kurzem Liebäugeln mit den Hitlerfaschisten während des Zweiten Weltkriegs widmeten sich die weißen Südafrikaner, die sich inzwischen Afrikaaner nannten, wieder ihrer Aufgabe, Südafrika politisch im Griff zu behalten. Bei den Wahlen von 1948 gelangte die von Afrikaanern dominierte, ultra-rechte National Party ans Ruder und ließ es sich bis 1994 nicht mehr aus den Händen nehmen. Jeder Landesbewohner wurde nach Rassenzugehörigkeit klassifiziert und davon hing ab, wo jemand wohnen, arbeiten, beten, zur Schule und sogar zur Toilette gehen durfte. Ungeachtet ihrer Geburtsorte wurden Schwarze einer von insgesamt zehn Stammesgruppen zugewiesen, zwangsenteignet und in gottverlassene Ecken umgesiedelt, in die so genannten Homelands. Laut Regierungsaussagen sollten sich die Homelands zu selbstverwalteten, unabhängigen Staaten entwickeln. Doch besaßen diese Gebiete so gut wie keine Infrastruktur oder Industrie und konnten die Menschen daher unmöglich ernähren. Es herrschte unbeschreibliches Elend und viele verzweifelte Familien kehrten als illegale Slumbewohner an den Rand jener Städte zurück, aus denen man sie vertrieben hatte. Chief Mangosuthu Buthelezi spielte eine wichtige Rolle in der Inkatha-Bewegung, dem Versuch, die Führer der Homelands zu vereinigen, der jedoch an der Machtverliebtheit einiger Chiefs scheiterte. Der Widerstand der Schwarzen offenbarte sich in Streiks, zivilem Ungehorsam und Protestmärschen und fand zu Beginn der 60er-Jahre internationale Unterstützung, nachdem bei einer Demonstration in Sharpeville 69 Menschen getötet und Anführer des African National Congress (ANC), darunter Nelson Mandela, ins Gefängnis geworfen wurden.
1961 trat Südafrika aus dem britischen Commonwealth aus und manövrierte sich immer mehr in die Isolation. Während der 60er- und 70er-Jahre, als endlich die letzten europäischen Mächte aus Afrika abzogen und an Südafrikas Nordgrenzen schwarze, oft sozialistische Staaten entstanden, machte sich Paranoia breit. Die militärischen Aktionen Südafrikas reichten von kurzen Übergriffen (Mosambik, Lesotho) bis zu regelrechten Überfällen (Angola, Namibia). Als Kuba 1988 in Angola intervenierte, erlitt Südafrika eine heftige Niederlage und seine Kriegsbereitschaft ließ deutlich nach. Die Gorbatschow-Ära war auch im südlichen Afrika spürbar: Kuba zog sich aus Angola zurück und Namibia wurde unabhängig. 1990 kam es dann endlich zu einem stabilen Friedensvertrag.
Die Probleme im Land selbst waren jedoch längst nicht beseitigt. Die brutale Gewalt, mit der man die Proteste der Schwarzen beantwortete, führte dazu, dass sich weltweit immer mehr Menschen auf die Seite der Schwarzen stellten und die Vereinten Nationen schließlich wirtschaftliche und politische Sanktionen verhängten. Mitte der 80er-Jahre jedoch kam es zu blutigen Ausschreitungen innerhalb der schwarzen Townships. Diese Unruhen lassen sich vor dem Hintergrund der massiven ökonomischen und sozialen Benachteiligung der schwarzen Südafrikaner nicht einfach mit Machtstreitigkeiten zwischen dem linksgerichteten, auf dem Rückhalt der Xhosa basierenden ANC und der rechtsgerichteten, von Zulu dominierten Inkatha-Bewegung erklären. Es gab auch politische Rivalitäten, Auseinandersetzungen unter Kriminellen, Spannungen zwischen Angehörigen unterschiedlicher Volksgruppen sowie Streitigkeiten zwischen den Bewohnern der riesigen Migrantenarbeitersilos und ihren Township-Nachbarn. Präsident P.W. Botha regierte mit eiserner Faust, ließ verhaften, foltern und terrorisieren, bis 1989 die Wirtschaftssanktionen schmerzlich spürbar wurden, der Rand nichts mehr wert war und der Reformpolitiker F.W. de Klerk an die Macht kam. Praktisch alle Apartheidsgesetze wurden aufgehoben, politische Gefangene freigelassen und Verhandlungen zur Bildung einer gemischtrassigen Regierung aufgenommen. Die freien Wahlen von 1994 erbrachten einen überwältigenden Sieg des ANC und Nelson Mandela wurde Präsident. De Klerks National Party erhielt nur etwas über 20% der Stimmen, die Inkatha Freedom Party 10,5%. Einige Monate später trat Südafrika dem britischen Commonwealth wieder bei.
Trotz der Wunden der Vergangenheit und der immensen, noch zu bewältigenden Probleme ist die Stimmung im heutigen Südafrika optimistischer und gelassener als noch vor einigen Jahren. In der Weltöffentlichkeit genießen das neue Südafrika und die ehrlichen Bemühungen des ANC, eine nicht-rassistische Nation aufzubauen, Achtung und Anerkennung. Es wird jedoch noch einige Zeit dauern, ehe die schwarze Bevölkerungsmehrheit spürbaren wirtschaftlichen Profit aus der neuen Situation ziehen wird, da die wirtschaftliche Ungleichheit nach wie vor ein enormes Problem darstellt. Die politischen Strukturen scheinen allerdings schon gefestigt genug, um die verschiedenen Lager zusammenzuhalten. Das neue Südafrika gibt Anlass zu großen Hoffnungen.
Fünf Jahre nach den ersten Stehversuchen der Demokratie erfolgen die Wahlen von 1999 unter ganz normalen Umständen. Wirtschaftliche Themen und Politikerkompetenzen wurden debattiert. Trotz des Ausscheidens von Nelson Mandela sank der Stimmenanteil des ANC nicht sondern stieg sogar. Mit einem Sitz mehr hätte der ANC sogar die für Verfassungsänderungen notwendige Sitzmehrheit erhalten. Neuer Präsident wurde Thabo Mbeki.
Im November 2003 verabschiedete die Regierung endlich ein umfassendes Programm zur Bekämpfung von HIV/AIDS. Bis dahin hatte sich die Regierung geweigert, AIDS-Medikamente durch das öffentliche Gesundheitssystem zur Verfügung zu stellen. Im April 2004 erzielt der ANC mit einem Stimmenanteil von 70% einen weiteren überwältigenden Wahlsieg, der Mbeki bis 2009 in seinem Amt bestätigte.
2010 wird Südafrika als erste afrikanische Nation die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft ausrichten.
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