Geschichte

Die ersten Bewohner der Philippinen kamen vermutlich vor rund 300.000 Jahren über eine ehemalige Landbrücke vom asiatischen Festland her auf die Inselgruppe. Vor circa 25.000 Jahren kamen die Negrito, die jedoch bald danach von Siedlerwellen aus Indonesien ins Landesinnere verdrängt. Danach immigrierten die Malaien. 1380 ließ sich der von den Arabern erzogene Makdum im Sulu-Archipel nieder und errichtete eine Moschee, die den Grundstein für die starke Stellung des Islam bildete, die für die folgenden einhundert Jahre anhalten sollte.

1521 erreichte Ferdinand Magellan die Inselgruppe und beanspruchte sie für Spanien. Die Einheimischen waren damit nicht einverstanden und Magellan wurde von einem einheimischen Häuptling getötet. Ruy Lopez de Villalobos folgte 1543 Magellans Spuren und nannte das Gebiet zu Ehren des damaligen spanischen Königs Philipp II. Filipinas. 1565 begannen die Spanier, die Inselgruppe nach und nach zu besetzen, und bereits 1571 befand sich das gesamte Land mit Ausnahme des streng islamischen Sulu-Archipels unter spanischer Kontrolle.

Im 19. Jahrhundert erhob sich eine philippinische Unabhängigkeitsbewegung, und 1898 kämpften die Filipinos im Spanisch-Amerikanischen Krieg an der Seite von Amerika. Nach der Niederlage der Spanier erklärte General Aguinaldo die Philippinen für unabhängig. Die USA verfolgten jedoch andere Pläne und kauften den Spaniern den Inselstaat kurzerhand für 20 Millionen US-Dollar ab.

Die USA gaben schließlich dem Streben der Filipinos nach Unabhängigkeit statt, und 1935 wurde Manuel L. Quezon im Zuge einer Übergangsphase, an deren Ende die volle Übertragung der staatlichen Souveränität stehen sollte, als erster Präsident des Philippinischen Commonwealth vereidigt. Der Prozess wurde jäh unterbrochen, als Japan 1942 auf den Inseln einmarschierte. Zwei Jahre später konnten die Amerikaner den Archipel zurückerobern. Im Jahre 1946 wurden die Philippinen dann ein unabhängiger Staat.

Die Präsidentschaftswahlen von 1965 gewann Ferdinand Marcos, der 1972 das Kriegsrecht verhängte und den Staat bis 1986 praktisch als Diktator regierte. Sein Regime wurde von kommunistischen und muslimischen Guerillagruppen angegriffen, die ihm Wahlmanipulation und Betrugs vorwarfen. 1983 löste die Ermordung des prominenten Oppositionsführers Benigno 'Ninoy’ Aquino massive Proteste gegen die Regierung aus. Bei einer vorgezogenen Wahl 1986 vereinten sich die Oppositionsparteien um Aquinos Witwe Corazón Aquino. Beide Seiten reklamierten den Wahlsieg für sich, doch man nahm allgemein an, dass Corazón Aquino die meisten Stimmen erzielt hatte. Cory rief zu einem Programm des gewaltlosen zivilen Ungehorsams auf, das schließlich dazu führte, dass Marcos ins Exil fliehen musste.

Corazón Aquino setzte die demokratischen Institutionen des Landes wieder in Kraft, doch es gelang ihr weder, die wirtschaftlichen Probleme des Landes zu bewältigen, noch konnte sie das Militär und die einflussreiche philippinische Elite auf ihre Seite ziehen. Nach dem Ausbruch des Vulkans Pinatubo im Jahr 1991, bei dem die US Clark Air Base zerstört wurde, begann Amerikas strategischer Einfluss auf den Philippinen nachzulassen, und nur wenig später verweigerte der philippinische Senat die Genehmigung zur Verpachtung der Subic Bay Naval Station an die US-Marine Aquino überstand in sechs Jahren sieben Putschversuche, doch 1992 wurde sie schließlich von ihrem Verteidigungsminister Fidel Ramos abgelöst. Ramos versuchte die Wirtschaft anzukurbeln, ausländische Investitionen anzuziehen, die Korruption auszumerzen und die Grundversorgung auszuweiten.

Im September 1996 unterzeichneten die philippinische Regierung und die Moro National Liberation Front (MNLF) einen Friedensvertrag, der (zumindest formell) den 24 Jahre langen Kampf der MNLF um Autonomie für Mindanao beendete. Der Friedensvertrag sah vor, dass der MNLF beträchtliche autonome Befugnisse in vielen Provinzen dieser Insel eingeräumt werden sollten Der Frieden ist in jener Region jedoch nach wie vor bedroht, denn mit der militanten Moro Islamic Liberation Front (MILF) hat sich eine Splittergruppe erhoben, die sich gegen das Abkommen auflehnt. Die Regierung führt daher in den von der MILF durchsetzten Gebieten in Basilan und Sulu nach wie vor militärische Operationen durch.

Ramos verlor 1998 die Wahlen gegen den Oppositionskandidaten Joseph Estrada. Estrada war früher ein Filmstar und wurde eher aufgrund seiner Publikumswirksamkeit als wegen seiner politischen Kompetenzen gewählt. Er versprach viel - das Meiste davon landete allerdings in seiner eigenen Tasche. Er wurde wegen Amtsmissbrauch angeklagt und Ende 2000 vor Gericht gestellt. Vorgeworfen wurde ihm die Annahme von Bestechungsgeldern, die er dann für seine eigenen Zwecke und für extravagante Häuser für seine Geliebten ausgegeben hat. Als Estrada und seine politischen Verbündeten versuchten, das Verfahren zu blockieren, indem sie der Staatsanwaltschaft den Zugang zu seinen Konten verweigerten, war für die Bevölkerung das Maß voll, und auf den Straßen von Manila fanden Massendemonstrationen statt.

Estrada gab schließlich am 19. Januar 2001 auf, und seine frühere Vize-Präsidentin Gloria Arroyo trat seine Nachfolge als neue Präsidentin der Philippinen an. Ihre Antrittsrede, die den Bewohnern der Philippinen merkwürdig vertraut vorgekommen sein muss, versprach Arroyo, Armut und Korruption auszuradieren.

Arroyo Herrschaft wurde seitdem hart auf die Probe gestellt. Nachdem bekannt wurde, dass Separatistengruppen im Süden anscheinend mit weltweit tätigen Terroristengruppen in Verbindung stehen, entsendeten die USA militärische Unterstützung. Ein Putschversuch des Militärs am 27. Juli 2003 machte die unter der Oberfläche schwelenden Spannungen deutlich. Eine 20 Stunden währende Pattsituation endet durch ein von Arroyo gestelltes 5-Stunden-Ultimatum. Im Juni 2004 gewann sie die Wahlen und trat ihre zweite Amtsperiode an. Kurz darauf wurden Anschuldigungen wegen Wahlbetrugs laut, und Arroyo wurde zum Rücktritt aufgefordert. Es scheint aber, als hätte Arroyo auch diese Krise überstanden.

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