Paris wurde gegen Ende des 3. Jahrhunderts vor Christus auf dem, was heute die Île de la CitÉ ist, von einem Stamm keltischer Gallier mit dem Namen Parisii gegründet. Jahrhundertelange Auseinandersetzungen zwischen Galliern und Römern endeten 52 vr. Chr. als die Legionen des Julius Caesar die Kontrolle über das Gebiet übernahmen. Das Christentum wurde im 2. Jahrhundert nach Christus eingeführt und die römische Partei wurde im 5. Jahrhundert durch die Ankunft der Franken zerstört. Im Jahr 508 n.Chr. vereinte der fränkische König Clovis I. Gallien als Königkreich und machte Paris zu seiner Hauptstadt, benannt nach dem ursprünglichen Stamm der Parisii. Paris blühte während des Mittelalters auf. Im 12. Jahrhundert began der Bau an der Kathedrale Notre Dame (die Arbeiten dauerten beinahe 200 Jahre), während das Marais-Gebiet nördlich der Seine trockengelegt und bebaut wurde, um zum heutigen sogenannten rechten Ufer zu werden. Die Sorbonne öffnete im Jahr 1253 ihre Türen, die schöne Sainte Chapelle wurde 1248 geweiht und das Louvre fand um 1200 seinen Anfang als Festung am Flussufer. Skandinavische Wikinger (auch bekannt als Norsemen oer Normannen) begannen im 9. Jahrhundert die französische Westküste anzugreifen. Nach einem drei Jahrhunderte andauernden Konflikt zogen diese schließlich in Richtung Paris. Dieser Konflikt war Auslöser des Hundertjährigen Krieges zwischen dem normannischen England und der Karpetinger-Dynastie in Paris, der schließlich zu der Niederlage Frankreichs 1415 in Agincourt und der Kontrolle Paris durch England 1420 führte. Im Jahr 1429 brachte ein 17jähriges Bürchschen mit dem Namen Jeanne d'Arc die französischen Truppen wieder zu Kräften und führte diese zum Sieg über die Engländer bei OrlÉans. Mit Ausnahme von Calais wurden die Engländer 1453 endgültig aus Frankreich vertrieben. Am Ende des 14. Jahrhunderts half die Renaissance Paris wieder zurück auf die Füße und viele der als Wahrzeichen fungierenden Gebäude und Monumente entstanden in dieser Epoche. Am Ende des 16. Jahrhunderts befand sich Paris wieder an den Waffen, diesmal im Namen der Religion. Zusammenstöße zwischen den hugenottischen Protestanten und katholischen Gruppen erreichten mit dem Massaker von 3000 Hugenotten, die in der Stadt die Hochzeit von Henri Navarre (später König Heinrich IV:) feierten, während der Bartholomeusnacht 1572 ihren blutigen Höhepunkt. Louis XIV., bekannt als le Roi Soleil (der Sonnenkönig) bestieg 1643 im zarten Alter von fünf Jahren den Thron und regierte bis 1715. Während seiner Herrschaft trieb er die Staatskasse mit Kriegen und Bauprojekten an den Rande des Ruins. Seine greifbarste Hinterlassenschaft ist das Schloß Versailles, 23 km südwestlich von Paris. Die Ausschweifungen Louis XVI und seiner launenhaften Königin, Marie-Antoinette, führte am 14. Juli 1789 zum Aufstand der Pariser und den Sturm auf das Gefängnis Bastille - Beginn der Französischen Revolution. Die populistischen Ideen des frühen Stadiums der Revolution machten schnell der Schreckensherrschaft platz, während der auch einige der ursprünglichen "Patrioten" auf unangenehme Weise vertraut mit Madame la Guillotine wurden. Die instabile nach-revolutionäre Regierung wurde 1799 unter einem jungen korsischen General, Napoleon Bonaparte, konsolidiert, der denTitel Erster Konsul annahm. Im Jahr 1804 krönte ihn der Papst zum Kaiser der Franzosen und Napoleon fuhr damit fort, den größten Teil Europas unter seine Fittiche zu nehmen. Napoleons Hunger nach Eroberungen führte zu seinem Niedergang, erst in Russland 1812 und danach 1815 im belgischen Waterloo. Sein Erbe im modernen Frankreich umfasst den Code Civile (Code NapolÉon), der seinen Namen trägt und Monumente wie der massive neoklassizistische Arc de Triomphe. Im Anschluß an Napoleons Exil schwankte Frankreich unter einer Reihe von meist unfähigen Herrschern, bis ein Coup d'État 1851 einen neuen Kaiser, Napoleon III., an die Macht brachte. In 17 Jahren beaufsichtigte er die Konstruktion eines aufsehenerregenden neuen Paris, mit breitangelegten Boulevards, mit Skulpturen ausgestattete Parks und - nicht unbedeutend- einem modernen Abwassersystem. Wie sein namensgebender Onkel führte dieser Napoleon mit seiner Schwäche für Kampfeslust einen teuren und schließlich erfolglosen Krieg herbei, diesmal 1870 mit den Preußen. Als die Nachrichten der Gefangennahme ihres Kaisers durch den Feind Paris erreichte, begaben sich die Massen auf die Straßen und forderten, dass eine Republik geschaffen werden sollte. Abgesehen von ihren blutigen Anfängen leitet die Dritte Republik die glänzenden und ruhigen Jahre der Belle Èpoque ein.
Die Belle Époque wurde für die Architektur der Art Nouveau und die Flut von Fortschritten in den Künsten und Wissenschaften berühmt. In den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts war Paris zu einem weltweit anerkannten Zentrum für die künstlerische Avantgarde geworden und hatte seinen Ruf unter den freidenkenden Intellektuellen verfestigt. Das Aufblühen dieser Ära wurde mit der Besetzung durch die Nazis 1940 unterbrochen und Paris blieb bis zum 25. August 1944 unter deutscher Gewalt. (Die alliierten Streitkräfte, die die Stadt zurückeroberten, hatten freie französische Einheiten an ihrer Spitze, um den Franzosen die Ehre zuteil werden zu lassen, ihre Hauptstadt selbst zu befreien.) Nach dem Krieg gewann Paris seine Stellung als kreative Brutstätte wieder und nährte einen wiederbelebten Liberalismus, der in dem von Studenten geführten "Früjahrsaufstand" von 1968 seinen lautstarken Ausbruch fand. Die Sorbonne wurde besetzt, im Quartier Latin wurden Barrikaden errichtet und ungefähr 9 Millionen Menschen im ganzen Land fühltne sich dazu inspiriert, sich einem paralysierenden Generalstreik anzuschließen, um auf ihre wachsende Unzufriedenheit mit der Strenge französischer Institutionen aufmerksam zu machen. Während der 80er Jahre initiierte FranÇois Mitterand die futuristischen Grands Projets, eine Reihe kostspieliger Bauprojekte, die breitgestreute Zustimmung fanden, auch wenn die Ergebnisse allgemeine Misserfolge waren. Reaktionen auf die auffälligeren Beispiele wie das Centre Pompidou und die Glaspyramiden im Louvre reichten von einem ausgerufenen 'mon Dieux' bis zu verliebter Entzückung. Zumindest frischten die Projets die Diskussion um die Pariser Ästhetik auf. In den späten 90ern zog die Stadt das internationale Spotlight mit zwei Titelseiten-würdigen Ereignissen auf sich: Einmal der mit Gerüchten behaftete Autounfall 1997, der den Tod von Prinzessin Di zur Folge hatte und dann dem ersten Fußball-Weltmeistertitel für Frankreich 1998. Mittlerweile verlor die politische Partei hinter Jacques Chirac (Frankreichs Präsident seit Mitte 1995) die Parlamentswahlen 1997 an eine Koalition aus Sozialisten, Kommunisten und Grünen, die von Premierminister Lionel Jospin geführt wurde. In den Präsidentschaftswahlen von 2002 war der rechte Politiker Jean-Marie Le Pen in der ersten Wahlrunde aufgrund einer geringen Wahlbeteiligung äußerst erfolgreich. Eine darauffolgende starke Unterstützung für Chirac - und ein heftiger Schlag ins Gesicht für Le Pen - führte Chirac zum landesweiten Sieg, der Jospin vollständig aus dem Rennen warf.
Am 31. Mai 2005 ernannte Chirac, in Folge des Rücktritts von Jean-Pierre Raffarin, Dominique de Villepin zum neuen Premierminister. Im Jahr 2001 wählte Paris seinen ersten öffentlich bekennenden, schwulen Bürgermeister, Bertrand Delanoë. Er wurde in einem aus Hass motivierten Attentat im Oktober 2002 niedergestochen, erholte sich davon aber erfolgreich. Er genießt weiterhin allgemeine Beliebtheit, insbesondere aufgrund seiner Anstrengungen, Paris durch die Förderung von Möglickeiten zum Fahrradfahren und von Bussen lebenswerter zu machen sowie eine nahbarere und verantwortungsvollere Stadtverwaltung aufzubauen. Im Oktober 2005 verursachte der Tod zweier Teenager, die versehentlich durch elektrischen Strom getötet wurden, als sie sich in einer Umspannstation vor der Polizei in Clichy-sous-Bois versteckten, Unruhen, die sich schnell auf andere Regionen in Paris und schließlich in ganz Frankreich ausbreiteten. Präsident Chirac versprach in der Konsequenz, sich mit der von großen Zahlen arbeitsloser französischer Jugendlichen gefühlten Aberkennung ihrer bürgerlichen Ehrenrechte zu beschäftigen. Eine der ersten Anstrengungen seiner Regierung - die Einführung von zweijährigen Arbeitsverträgen für Arbeiter unter 26 Jahre - wurde jedoch in der französischen Hauptstadt mit großen Demonstrationen beantwortet.
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