Norwegen wurde erstmals gegen Ende der Eiszeit vor Über 10.000 Jahren besiedelt. Dabei handelte es sich um JÄger und Sammler, die den nordwÄrts zurÜckweichenden Gletschern folgten und Rentierherden jagten. Die PlÜnderung des englischen Klosters Lindisfarne durch nordische Piraten 793 n. Chr. wird als Beginn der Wikingerzeit angesehen, dem grÖßen Beitrag Norwegens zur Weltgeschichte. Im Lauf des nÄchsten Jahrhunderts zogen die Wikinger durch ganz Europa und grÜndeten auf dem Weg zahlreiche Siedlungen. Um 900 herum wurde Norwegen vom WikingerhÄuptling Harald HÅrfagre (SchÖnhaar) vereinigt. 100 Jahre spÄter bekehrte KÖnig Olaf, der den Glauben der von ihm eroberten LÄnder angenommen hatte, die Norweger zum Christentum. Die Wikinger waren großartige Seeleute und Überquerten als erste den Atlantischen Ozean. Erich der Rote, Sohn eines Norwegers, der auf Island im Exil lebte, besiedelte 982 GrÖnland. 1001 erforschte Erichs islÄndischer Sohn Leif Eriksson als vermutlich erster EuropÄer die KÜste Nordamerikas, nachdem er auf einer Reise von Norwegen nach GrÖnland vom Kurs abgekommen war. 1066 ging die Ära de Wikinger zu Ende, als der norwegische KÖnig Harald Hardrada (der Strenge) in der Schlacht bei Stamford Bridge in England fiel.
Vom 13 Jahrhundert entwickelte sich Oslo nach und nach zum Zentrum der Macht. Dies bliebt so bis zur Pestepidemie, der Mitte des 14. Jahrhundert viele Bewohner zum Opfer fielen. 1397 musste Norwegen eine Union mit DÄnemark eingehen, die Über 400 Jahre andauern sollte. 1814 musste DÄnemark dann Norwegen an Schweden abtreten. Im selben Jahr waren es die Norweger endgÜltig leid, sich fremden MÄchten unterzuordnen und gaben sich eine eigene Verfassung, doch ihr BemÜhen um UnabhÄngigkeit wurde von schwedischer Seite mit einem Truppeneinmarsch beantwortet. Den Norweger wurde schließlich ihre neue Verfassung zugestanden, sie mussten jedoch den schwedischen KÖnig als Oberhaupt anerkennen. Letztendlich fÜhrte das erstarkende Nationalbewusstsein der Norweger 1905 zur friedlich verlaufenden Trennung von Schweden.
Norwegen blieb in beiden Weltkriege neutral, wurde aber 1940 von deutschen Truppen besetzt. KÖnig HÅkon setzte eine Exilregierung ein und stellte den grÖßten Teil der norwegischen Handelsflotte unter das Kommando der Alliierten. Eine aktive Widerstandsbewegung setzte sich gegen das Naziregime zur Wehr, was zur Folge hatte, dass beinahe jede Stadt und jedes Dorf im Norden Norwegens von den deutschen Besatzern bei deren RÜckzug zerstÖrt wurde. Nach Kriegsende kehrte die kÖnigliche Familie wieder nach Norwegen zurÜck.
1960 schloss sich Norwegen der europÄischen Freihandelszone an. Auf die Beteiligung an darÜber hinausgehenden StaatenbÜndnissen wurde verzichtet, zum Teil, um die norwegischen Kleinbauern und das Fischereiwesen zu schÜtzen In den 70er Jahren bescherte die Entdeckung von Öl- und Erdgasvorkommen in der Nordsee dem Land zunehmenden Wohlstand. Sozial ausgerichtete Regierungen steigerten in den darauf folgenden zwei Jahrezehnten die zentrale Wirtschaftsplanung und fÖrderten das staatliche Gesundheits- und Bildungssystem, und Norwegen stellte sich gern als 'sozial gleichberechtigste Demokratie in Westeuropa' dar. Der heutige Lebensstandard in Norwegen gehÖrt zu den hÖchsten der Welt.
Norwegen hat als EFTA-Staat (zusammen mit den anderen europÄischen Nicht-EU-Staaten Island, Schweiz und Liechenstein) einen besonderen Status als Handelspartner der EU, ist aber bis heute nicht der EU beigetreten und verweigert immer noch Kompromisse in Bereichen wie Fischerei und Walfang und bei anderen Wirtschaftsaspekten.
Obwohl bis zum heutigen Tag die meisten norwegischen WÄhler eine stark ablehnende Haltung gegenÜber BrÜssel und den Kontrollen und Subventionen an den Tag legen, erkennen zunehmen mehr Norweger, besonders die Bewohner der StÄdte und des SÜdens des Landes, dass Norwegen sich nicht auf Dauer von der Weltwirtschaft abschotten kann.
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