Der weltweit bekannte Musikstil Portugals ist ein nostalgischer, monotoner Singsang mit dem Namen fado, der zu Beginn des 18. Jahrhunderts in den Arbeitervierteln Alfama und Mouraria aufkam. Abgeleitet von den poetischen Liedern der Minnesänger und beeinflusst durch die Gesänge der afrikanischen Sklaven wird der Fado traditionellerweise von einem einzelnen Interpreten gesungen, der dazu auf einer 12-saitigen Gitarre spielt. Sehr beliebt in Lissabon ist auch afrikanische Musik, z. B. von Kap Verde, Angola und Guinea-Bissau.
Die einheimischen Bildhauer haben seit jeher Herausragendes geleistet: Im manuelinischen Zeitalter, benannt nach dem Herrscher Manuel I. aus dem 16. Jahrhundert, wurde ein typisch portugiesischer Stil entwickelt, der den Übergang zwischen Gotik und Renaissance markiert und üppige Dekorationen hinterließ. Da das Erdbeben von 1755 einen Großteil Lissabons zerstört hat, besitzt die Stadt nur noch eine begrenzte Anzahl historischer Bauwerke. Die bemerkenswertesten Gebäude befinden sich in Belém, 6 km westlich vom Stadtzentrum entfernt. Der Barock hat die extravagante Fantasie der manuelinischen Künstler noch übertroffen; davon zeugen u. a. die beiden Kirchen Igreja de São Roque und Igreja de Nossa Senhora da Madre de Deus. Das wohl berühmteste Beispiel dekorativer Kunst in Portugal sind die azulejos, wunderschön bemalte Kacheln. Überall im Land schmücken sie geistliche und weltliche Gebäude sowie Bürgersteige und Brunnen. Die Portugiesen haben diese Technik von den Mauren übernommen - die sie ihrerseits von den Persern erlernten - und bei der Fertigung der Fliesen mehr Fantasie als jede andere Nation entwickelt.
Die portugiesische Literatur zeichnet sich aus durch eine einzigartige Verknüpfung von lyrischer Poesie und realistischer Fiktion; als typischer Schriftsteller ist in diesem Zusammenhang insbesondere Luis Vaz de Camoes zu nennen. Weitere bekannte portugiesische Literaten sind Almeida Garrett, Maria Eça de Queiros, José Maria Ferreira de Castro und Fernando Pessoa, Autor eines umfangreichen, sehr eigenständigen Werks.
Johann III. und seine spanische Gemahlin, eine strenge Katholikin, führten im Jahr 1530 die Inquisition in Portugal ein, die Tausenden das Leben gekostet hat - erst 1820 fand der Terror ein Ende. Zwar existiert heute keine Staatsreligion mehr, aber die Kirche ist nach wie vor mächtig und geachtet. Zu den bedeutendsten Pilgerstätten Europas gehört Fátima, das sich ungefähr 120 km nördlich von Lissabon befindet. Das größte religiöse Fest der Hauptstadt ist die Festa de San Antonio, bei der viele Bewohner ihren Glauben bekunden. Insgesamt gesehen verliert die religiöse Praxis jedoch insbesondere in den größeren Städten zunehmend an Bedeutung und standesamtliche Trauungen und Scheidungen sind weithin akzeptiert. Neben Christen (also auch Protestanten, Baptisten, Methodisten etc.) gibt es in Lissabon auch kleine islamische und jüdische Gemeinschaften.
Die traditionelle portugiesische Küche ist zwar nicht gerade durch Fantasie charakterisiert, dafür aber recht sättigend. Als Vorspeise wird häufig caldo verde serviert, eine jadegrüne Suppe nach Art des Hauses aus Kartoffeln und Grünkohl. Das Hauptgericht besteht oft aus peixe (Fisch) oder Meeresfrüchten. Wer gegrillte Sardinen mag (sardinhas assadas), kann sich mit wenig Geld ein Festessen gönnen. Unbedingt probiert werden sollte auch der berühmte bacalhau (gesalzener Kabeljau); der Fisch ist seit drei Jahrhunderten ein Hauptbestandteil der lokalen Gastronomie, für den es 365 Rezepte geben soll! Sehr empfehlenswert ist auch arroz de marisco (eine Art Fischpaella), leitao assado (Spanferkel) oder carne de porco a alentejana, ein wunderbares Gericht aus Schweinefleisch und Venusmuscheln. Experimentierfreudige werden sicherlich auch einmal tripas (Kutteln) testen oder migas alentejanas, ein sättigendes Gericht aus Brot und Schweinefett, und vielleicht nicht einmal vor papas de sarrabulho zurückschrecken, eine Art Blutpastete. Man hat natürlich immer die Möglichkeit, die Speisen mit einem kleinen vinho verde, einem Glas Portwein oder Madeira hinunterzuspülen. Wer keine Lachsalven ernten will, sollte es vermeiden, eine tourada anstatt einer torrada zu bestellen: Letzteres ist eine Scheibe Brot, während ersteres mit Stierrennen übersetzt wird.
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