Am besten hält man es wie die Einheimischen: schlemmen, trinken und feiern. Bis auf Fußball hat schwitzen im Namen der Fitness einen wesentlich geringeren Stellenwert als zünftiges Essen. Wer unbedingt Sport treiben will, kann schwimmen, Golf oder Tennis spielen oder Bowling. Wir raten jedoch, sich in Lissabon den genußvolleren Seitens des Lebens zuzuwenden.
Um es noch einmal zu wiederholen: Lissabon ist für Fußgänger wie geschaffen - egal ob man einfach in der bunten Menschenmenge dahintreiben und die Atmosphäre der Stadt in sich aufnehmen möchte, ob man an den Ufern des Tejo flaniert oder sich auf die Suche nach einem gemütlichen Restaurant macht. Besonders empfehlenswert ist auch eine Bootsfahrt auf dem Tejo, wobei man u. a. die beeindruckende 18 km lange Vasco-da-Gama-Brücke passiert. Wer gerne Einkaufen geht, für den ist die Stadt ein wahres Paradies: bestickte Wäsche, Spitze, filigrane Schmuckstücke, Körbe aus Binsen, Weiden, Rohr oder Reisstroh, Holzspielzeug, Strohfigürchen, Antiquitäten, großartige Töpferwaren und Fliesen, und natürlich.
SehenswertesLissabon ist wie geschaffen für eine Erkundung zu Fuß. Die weitläufige Esplanade längs des Tejo, die Praça do Comercio, ist der Haupteingang in die Stadt. Von hier aus flohen Dom Joao VI. und sein Hof 1807 nach Brasilien. Vor der Stadterkundung sollte man von der Praça aus ein Schiff Richtung Cacilhas nehmen (alle 10 Minuten), um sich einen Gesamteindruck von den sieben Hügeln und der Struktur der Stadt zu verschaffen.
BaixaDie Baixa (Unterstadt) ist das Herz der Stadt. Das Zentrum wird durchschnitten von der Rua Augusta, einer von Cafés, Restaurants und Geschäften gesäumten Fußgängerzone. Mosaiken, deren wellenförmige Motive bei längerer Betrachtung zu Seekrankheit führen können, verzieren die Bürgersteige des Rossio; zusammen mit der Praça da Figueira bildet er den neuralgischen Mittelpunkt von Lissabon, wo man von einem der zahlreichen Cafés aus die kulturelle Vielfalt des städtischen Lebens beobachten kann.
Der Untergrund der Baixa ist durchlöchert von Tunneln, mutmaßlichen Überresten römischer Thermen aus dem 1. Jahrhundert. Ein Abstieg in die Eingeweide der Baixa ist zwar nicht möglich, aber dank Lissabons berühmtester Straßenbahnlinie kann man das Viertel mit Leichtigkeit durchqueren. Von der Haltestelle am Rossio schleppt die Straßenbahn Nr. 28 ihre Passagiere ächzend bis zum Vorplatz der Sé (Kathedrale) und in die alten Viertel Alfama und Graça hinauf.
AlfamaDer Stadtteil Alfama (arab. alhama bedeutet so viel wie "Bäder" oder "heiße Quellen") bezaubert mit seinem Labyrinth mittelalterlicher Gässchen und Gänge, deren maurische Prägung in einigen Ecken noch immer deutlich zu Tage tritt. Die Gipfel seiner drei Hügel bieten herrliche Ausblicke. In dem Viertel mit seinen netten Cafés und kleinen Verkaufsständen herrscht eine familiäre, beinahe dörfliche Atmosphäre, durchdrungen vom Duft gegrillter Sardinen und dem Gezwitscher von Kanarienvögeln.
ChiadoUm nach Chiado zu gelangen, sollte der prächtige schmiedeeiserne Elevador de Santa Justa benutzt werden. In diesem Stadtteil bekommt man einen Eindruck der Schäden, die das Erdbeben von 1755 und die darauf folgenden Feuersbrünste verursacht haben. Besonders ergreifend ist der Anblick der Ruinen des im gotischen Stil erbauten Convento do Carmo, dem größten religiösen Bauwerk seiner Zeit in Lissabon.
Bairro AltoFür einen wahrhaft majestätischen Zugang zum Bairro Alto - ehemals ein vornehmes Wohnviertel, in dem noch einige prunkvolle Wohnsitze des 17. Jahrhunderts zu besichtigen sind, und heute das Zentrum des Nachtlebens in Lissabon - empfiehlt sich der Elevador da Gloria oder der Elevador da Bica. Vom Miradouro da Senhora do Monte genießt man den schönsten Blick auf Lissabons unterschiedliche Stadtviertel.
MuseenDie portugiesische Metropole verfügt über gut 50 Museen, da hat man die Qual der Wahl. Keinesfalls versäumen sollte man das Museu de Calouste Gulbenkian mit seiner herrlichen Gemäldeausstellung berühmter europäischer Meister, darunter Rembrandt, Rubens und Renoir, sowie antiquarischen Möbeln und orientalischer Kunst. Im Centro de Arte Moderna findet man alte und neue Werke portugiesischer Künstler. Das interessante Museu do Azulejo ist der Geschichte der Kachelmalerei gewidmet und besitzt darüber hinaus faszinierende Exponate aus dem 15. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Die wohl bedeutendste Kunstsammlung des Landes ist im Museu Nacional de Arte Antiga untergebracht; seine Schätze reichen von Gemälden alter Meister über Keramik, Porzellan und Möbel aus aller Welt bis hin zu Schmuck.
ParksDie nötige Erholung bieten Lissabons unzählige Parks und Gärten, darunter der Parque Florestal de Monsanto, eine große, mit Pinien und Eichen bewaldete Fläche im Westen der Stadt, der hübsche subtropische Jardim Botânico mit seinen Kakteen und Palmen, der Jardim da Estrela, der an die sehenswerte neoklassizistische Basílica da Estrela angrenzt, und der große Parque Eduardo VII., in dem es Treibhäuser mit exotischen Arten und seltenen tropischen Pflanzen zu sehen gibt.
SintraEin Aufenthalt in Lissabon sollte unbedingt einen Abstecher in das 28 km entfernte Sintra einschließen. Die kleine Stadt - von der UNESCO als Weltkulturerbe eingestuft - ist leicht mit dem Zug zu erreichen. Um den größten Touristenandrang zu vermeiden, nutzt man am besten die frühen Morgenstunden oder den späten Nachmittag und Abend. Es ist ohnehin am schönsten, einfach durch die von Palästen gesäumten Straßen zu flanieren und die Atmosphäre der Lissabonner Aristokratie einzuatmen.
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