Sehenswürdigkeiten

Viele der japanischen Nationalparks bieten Wanderwege. Um eine Seite von Japan zu erleben, die nur wenige AuslÄnder zu sehen bekommen, sollte man die bergigen, weniger dicht bevÖlkerten Zentralen Alpen aufsuchen. Die Inseln Honshū und Hokkaidō bieten normalerweise zwischen Dezember und April die MÖglichkeit zum Skifahren. Golfen bedeutet in Japan Prestige. Wer hier einen Golfplatz betreten mÖchte, ist mit einem dicken Geldbeutel und der ZugehÖrigkeit zu einem renommierten Unternehmen besser dran.

Iriomote-jima Iriomote-jima

Ein dichter Dschungel Überzieht den Großteil Iriomote-jimas, eine Insel, die wohl als „hinterster Winkel“ Japans bezeichnet werden kann. Beim Streifzug durch das Innere trifft man auf Blutegel, was in Japan wahrscheinlich ausreicht, um das PrÄdikat „Wildnis“ zu verdienen. Die Hauptattraktionen der Insel sind die herrlichen StrÄnde, FlÜsse und WasserfÄlle sowie die sich selten zeigende Iriomote yamaneko (Wildkatze).

Sehr viel grÖßer ist die Wahrscheinlichkeit auf die eigenartigen Sakishimasuo-BÄume mit ihren verschlungenen, bandartigen StÜtzwurzeln zu treffen, die auf der ganzen Insel, vor allem aber entlang der NordkÜste Ōharas wachsen.

Auf Iriomote-jima gibt es mehrere kleinere StÄdte und eine Straße verlÄuft entlang der HÄlfte der KÜste. Ins nahezu unberÜhrte Landesinnere fÜhren keine Straßen.

Besucher sollten sich einen Ausflug entlang des Urauchi-gawa nicht entgehen lassen, einem gewundenen braunen Fluss, der an einen Seitenarm des Amazonas erinnert. Von der Anlegestelle der Boote ist es nur ein halbstÜndiger Fußmarsch bis zu den spektakulÄren WasserfÄllen Mariyudō-no-taki und dem langen, schnell fließenden Kampirē-no-taki. An einigen Stellen in der NÄhe der WasserfÄlle kann man schwimmen.

Das dschungelbedeckte Landesinnere Iriomote-jimas bietet einige hervorragende Wanderrouten. Der Weg zu den WasserfÄllen fÜhrt vom Dammweg durch das seichte Wasser der Lagune, durch die Mangroven hinter der Lagune und folgt dann dem Fluss bis zum Fuße der FÄlle. Bei Flut kann man hier Kajaks mieten und hinÜberpaddeln. Vom Fluss fÜhrt ein Pfad bis auf die WasserfÄlle, von denen sich eine sagenhafte Aussicht auf die KÜste erÖffnet.

Berg Fuji Berg Fuji

Japans hÖchster Berg erhebt sich 3776 m in die HÖhe. Mit seinem schneebedeckten Gipfel bietet der Vulkan eine perfekte Postkartenansicht. Fuji-san brach das letzte Mal 1707 aus, als er die Straßen Tokios mit Vulkanasche bedeckte. An einem außergewÖhnlich klaren Tag kann man den Fuji vom 100 km entfernten Tokio sehen, an den meisten Tagen ist er jedoch von Wolken umhÜllt.

Die Aussicht ist gewÖhnlich im spÄten Herbst, Winter und zum FrÜhlingsanfang am besten, wenn die Luft relativ klar ist. Doch selbst dann zeigt sich der notorisch scheue Berg manchmal nur am Morgen, bevor er sich erneut hinter dichte Wolken zurÜckzieht.

Einen guten Blick auf Mt Fuji hat man auch bei der Fahrt durch die Stadt Fuji mit dem Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen (von der nÖrdlichen Seite des Zugs aus). Der allerbeste Blick bietet sich jedoch in der Fuji Go-ko Gegend, wo die gewaltige PrÄsenz des Berges an einem klaren Tag den Himmel auszufÜllen scheint.

Die offizielle Bergsteigesaison des Mt Fuji dauert vom 1. Juli bis 31. August. Man kann den Fuji eigentlich zu jeder Jahreszeit besteigen, doch empfiehlt sich ein Besuch etwas außerhalb der offiziellen Saison, um die Touristenmassen zu meiden. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass die Verkehrsanbindungen eventuell nicht ganz so hÄufig sind und einige HÜtten geschlossen sein kÖnnen. Wenn Schnee liegt, benÖtigt man natÜrlich die geeignete AusrÜstung und Erfahrung, um den Fuji zu besteigen, und mitten im Winter sollten dies nur wirklich erfahrene Bergsteiger versuchen.

Die beste Zeit, auf dem Gipfel anzukommen, ist die MorgendÄmmerung – zum einen, um den Sonnenaufgang Goraiko zu beobachten, zum anderen weil die Wahrscheinlichkeit, dass der Berg von Wolken verhangen ist, am frÜhen Morgen am geringsten ist. Manchmal kann es jedoch ein oder zwei Stunden dauern, bis sich der morgendliche Nebel gehoben hat. Dabei sollte man allerdings auch nicht zu frÜh vor der MorgendÄmmerung eintreffen, da es zu dieser Zeit Äußerst kalt und windig ist, was gerade wenn man durch den Aufstieg verschwitz ist, sehr unangenehm sein kann.

Kamakura Daibutsu Kamakura Daibutsu

Der Große Buddha, Kamakura Daibutsu, wurde 1252 fertiggestellt und ist Kamakuras berÜhmteste SehenswÜrdigkeit. Die einst in einer riesigen Halle untergebrachte Statue steht heute im Freien, nachdem das GebÄude 1495 einer Tsunami zum Opfer fiel. Die in Bronze gegossene Statue hat eine HÖhe von 11,4 m.

Die Inspiration fÜr den Bau der Statue soll von einem Besuch Yoritomos in Nara stammen, wo sich ein noch grÖßerer Daibutsu befindet, nachdem der Minamoto-Clan den rivalisierenden Taira-Clan besiegt hatte. Auch wenn der Daibutsu in Kamakura nicht ganz an die GrÖße der Statue in Nara heranreicht, gilt er als kÜnstlerisch Überlegen. Bei dem Buddha selbst handelt es sich um Amida (Amitābha in Sanskrit), der von den AnhÄngern der Jōdo-Schule (Schule des reinen Landes) als ErlÖser verehrt wird.

Zum Daibutsu gelangt man am besten mit dem Bus von der Haltestelle Nr. 2, 7 oder 10 vor dem Kamakura-Bahnhof und steigt an der Haltestelle Daibutsu-mae aus. Man kann auch die Enoden Enoshima-Linie bis zur Haltestelle Hase nehmen, von wo es nur etwa 10 Gehminuten Richtung Norden sind.

Kioto Kioto

Kioto mit seinen hunderten von Tempeln und GÄrten war zwischen 794 und 1868 die kaiserliche Hauptstadt und ist bis heute das bedeutendste kulturelle Zentrum Japans. Die geharkten SteingÄrten, die erhabenen Umrisse der TempeldÄcher und die geheimnisvollen Shintō-Schreine erfÜllen die Vorstellungen jedes westlichen KlischeejÄgers.

Mit seinen beeindruckenden 1600 buddhistischen Tempeln, 400 Shintō-Schreinen, drei PalÄsten und Dutzenden GÄrten und Museen stellt Kioto Japans kulturelle Schatzkammer dar. Gleich siebzehn der altertÜmlichen Bauten und GÄrten Kiotos wurden von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklÄrt.

Die ehrwÜrdige Stadt hat jedoch noch weit mehr zu bieten, als die stolz in den TouristenbroschÜren angepriesenen SehenswÜrdigkeiten. Obwohl sie von der ZerstÖrung der alliierten Bomben im Zweiten Weltkrieg verschont blieb, leidet Kioto von tiefgehenden kulturellen und Ästhetischen Wunden, die grÖßtenteils selbst zugefÜgt wurden. WÄhrend der letzten Jahrzehnte fiel das Stadtbild zunehmend einem euphorischen Drang der Modernisierung zum Opfer. WÄhrend Kioto versucht, diese Entwicklung mit der Erhaltung historischer Bauten zu vereinen, scheint dieses lebendige Museum zurzeit eher in der Schwebe zu hÄngen.

Tokio Tokio

Das Beeindruckendste an der Hauptstadt ist ihre geballte Energie. Tokio ist ein Ort, an dem die Schnelllebigkeit der Konsumkultur mit der Ruhe und Besinnlichkeit, die von Älteren Traditionen ausstrahlt, zusammentrifft. Der hektische Wahnsinn verbindet sich mit zengleicher Ruhe.

Zugegeben, das Stadtbild kann etwas deprimieren – WohnhÄuser in der GrÖße von Schuhschachteln und BÜroblocks, Überquert von Hochautobahnen, Über die dichter Verkehr rollt. Doch Tokio bleibt ein leuchtendes Beispiel fÜr das „Wunder“ der Nachkriegszeit.

Der durchschnittliche Vorort von Tokio ist zum GlÜck noch nicht der Supermarktkultur verfallen: Im Schatten der HochhÄuser werden die Straßen immer noch von winzigen FachgeschÄften und betriebsamen Restaurants gesÄumt, von denen die meisten bis spÄt abends geÖffnet sind. Auch erinnern einige Anblicke, wie ein altes Holzhaus, ein japanisches Gasthaus oder eine alte Dame in einem Kimono, die das Pflaster vor ihrem Haus mit einem Strohbesen fegt, weiterhin an das Tokio der Vergangenheit

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