Geschichte

Angespornt vom Orakel in Delphi, ließ sich im Jahre 657 vor Chr. ein Mann namens Byzas in der Stadt nieder, und zwar an dem Ort, an dem sich das heutige Istanbul befindet. Obwohl es von Alexander dem Großen und dann spÄter vom RÖmischen Reich erobert wurde, ist es Byzanz relativ gut ergangen, bis es schließlich einen rÖmischen Kaiser irritierte, weil es einem seiner Rivalen wÄhrend eines BÜrgerkriegs RÜckendeckung gab, woraufhin es zerstÖrt wurde. Im Jahre 330 n. Chr. entstand hier dann eine neue Stadt, die zuerst Neues Rom genannt, dann aber schnell zu Ehren des neuen rÖmischen Kaisers Konstantin auf Konstantinopel umgetauft wurde.

Konstantinopel wurde als Hauptstadt der eurasischen Welt betrachtet, was sie sicher grÖßtenteils ihrer beeindruckenden Architektur zu verdanken hatte. Zahlreiche christliche Kirchen, wie auch das beeindruckende Hippodrom sind auch heute noch dem Publikum zugÄnglich. Da das Östliche RÖmische Reich stetig an Macht zunahm, wurde mit der VerschÖnerung der Stadt fortgefahren, die im 6. Jh. unter Kaiser Justinian ihren HÖhepunkt erreichte. Über die nÄchsten Jahrhunderte Überstand die Stadt Angriffe seitens der Heere des islamischen und des bulgarischen Reiches, aber im Jahre 1204 wurde sie schließlich von den Kreuzrittern vollstÄndig geplÜndert. 50 Jahre spÄter wurde die Stadt dann vom Byzantinischen Reich wieder zurÜckerobert.

Im Jahre 1453 kam es zum Fall von Konstantinopel, als die Osmanische Armee von Sultan Mehmet II. die Stadt einnahm. Unter den Osmanen wurde auch die klassische Bauweise der Moschee entwickelt und viele andere großartige GebÄude der Stadt konstruiert, die schon bald auf den Namen Istanbul umgetauft wurde. Im 18. Jh. Überforderte sich das Osmanische Reich militÄrisch, was zu ihrem Fall fÜhrte, der auch auf der Tatsache beruhte, dass es auf den Gebieten der Wissenschaft, der Politik und des Handels weit hinter Europa lag. Dies fÜhrte zu den Versuchen einer Modernisierung sowie zu internen MachtkÄmpfen, bei denen in Istanbul sowohl die Janitscharen als auch die LeibwÄchter des Sultans und eine bedeutende Anzahl von AnhÄngern des alten Regimes niedergemetzelt wurden.

Letztendlich war es dann der ethnische Nationalismus, der das Osmanische Reich zersplitterte. Im Jahre 1832 setzte sich schließlich Griechenland zusammen mit Bulgarien, RumÄnien und Albanien durch. Ihnen folgten kurz darauf auch die Araber. In der Zwischenzeit waren andere europÄische MÄchte bereit, ihre Grenzen zu erweitern. Russland wollte die Herrschaft des schwankenden Reiches Übernehmen und versuchte daher, die Osmanen unter Druck zu setzen. Das Ergebnis war leider der Krimkrieg, der zwischen 1853-56 ausgetragen wurde und bei welchem die TÜrkei sowohl von Großbritannien als auch von Frankreich gegen die sich ausbreitende russische Macht unterstÜtzt wurde.

Der Beginn des 20. Jh. war von weiteren nationalistischen AufstÄnden in Mazedonien, Kreta und Armenien gekennzeichnet, wodurch die tÜrkische StabilitÄt erneut geschwÄcht wurde, nachdem das Land wÄhrend des Ersten Weltkriegs Seite an Seite mit Deutschland gekÄmpft hatte. Das Ergebnis war die britische Besetzung Istanbuls. Der tÜrkische UnabhÄngigkeitskrieg, wÄhrend dem nationalistische Truppen revitalisiert und Eindringlinge aus Griechenland, Frankreich und Italien abgewehrt wurden, fÜhrte schließlich im Jahre 1923 zur Geburt der TÜrkischen Republik.

Der Sitz der neuen Nation wurde nach Ankara verlegt und Istanbul, das nun nicht lÄnger als politisches und kulturelles Machtzentrum betrachtet wurde, hatte nun eher eine untergeordnete Rolle.

In den letzten Jahren hat Istanbul allerdings eine Art Wiedergeburt erlebt, bei der ihre Infrastrukturen deutlich verbessert wurden, ihr kulturelles Leben aufgeblÜht ist und ihre politische Haltung zunehmend vom Westen beeinflusst wurde. Und in der Tat, der Wille der TÜrkei, der EU beitreten zu wollen, wird von der Tatsache untermauert, dass sich ihre grÖßeren StÄdte gerade in der letzten Zeit zu WeltstÄdten und fortgeschrittenen BallungsrÄumen entwickelt haben, die mehr als bereit dazu sind, ihren Status als Metropolen zu reklamieren.

Lonely Planet

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