Mindestens seit der Steinzeit ernÄhrte Hongkong auch menschliche Bewohner. SpÄter war die Gegend eine vernachlÄssigte Ecke des Reiches der Qing-Dynastie (1644-1911), Heimat von Farmern, Fischern und Piraten, bis die Briten ihre AnsprÜche erhoben und in der Folge der Opiumkriege ab 1841 die Kontrolle Über Hongkong Übernahmen. Seit dem 16. Jahrhundert hatte es Handel zwischen Europa und China gegeben, doch mit der steigenden Nachfrage der EuropÄer nach Tee und Seide verschob sich das Gleichgewicht immer weiter zu Ungunsten Europas, das seine Zahlungen in Silber zu leisten hatte. 1773 lÖschten die Briten eine Ladung von 70.000 kg bengalischen Opiums, und die Chinese fanden an dem “auslÄndischen Dreck” schon bald außerordentlich großen und rasant wachsenden Geschmack. Der Kaiser, alarmiert vom Dahinschwinden der SilberbestÄnde aus dem Land und der steigenden Zahl AbhÄngiger, untersagte den Drogenhandel. Doch den EuropÄern gelang es mit UnterstÜtzung korrupter chinesischer Beamter noch bis 1839, den Opiumhandel fortzusetzen, dann erließ der Kaiser neue Befehle, dem ein Ende zu setzen: britische HÄndler wurden zur Herausgabe ihrer RohopiumbestÄnde gezwungen, die dann Öffentlich verbrannt wurden.
Die Briten sandten Expeditionskorps nach China, um Repressionen auszuÜben, vorteilhafte Handelsbedingungen und die Nutzung einiger Inseln als britischen StÜtzpunkt zu auszuhandeln. Das Korps blockierte Kanton (das heutige Guangzhou) sowie mehrere weitere HÄfen und bedrohte schließlich Peking selbst. Unter dem Druck der Briten willigten die Chinesen ein, ihnen Hong Kong Island fÜr immer zu Überlassen. Letztendlich lehnten beide Seiten die Vereinbarung ab, doch am 26. Januar 1841 fÜhrte Commodore Gordon Bremmer ein Kontingent von Seeleuten an Land und beanspruchte die Insel fÜr Großbritannien. Die Folge war eine Serie von Konflikten, bei denen die Briten UnterstÜtzung durch Frankreich, Russland und Amerika erfuhren. 1859 fiel eine gemeinsame britisch-franzÖsische Streitmacht in China ein und zwang die Chinesen zur Zustimmung zur Pekinger Konvention, welche die Abtretung der Halbinsel Kowloon und des nahegelegenen Stonecutters Island an die Briten vorsah. DarÜber hinaus erhielten die Briten 1898 einen Pachtvertrag Über 99 Jahre fÜr die New Territories, die in ihren Augen wesentlich fÜr den Schutz ihrer Interessen auf der Insel Hong Kong war.
Im frÜhen 20. Jahrhundert begann Hongkong sich aus Handel und Produktion zurÜckzuziehen, eine Entwicklung, die durch den chinesischen BÜrgerkrieg in den 1920er Jahren sowie von der japanischen Invasion in den 30er Jahren noch beschleunigt worden war, als chinesische Kapitalisten in die sichereren Grenzen der Kolonie flohen. WÄhrend des Koreakrieges drohte das US-Embargo fÜr chinesische Produkte der Kolonie die Luft abzuschnÜren, so dass sie gezwungen war, ihre ProduktionskapazitÄten zu erweitern und den Dienstleistungssektor, beispielsweise Banken und Versicherungen, auszubauen. Mit der MachtÜbernahme der Kommunisten in China 1949 war Hongkongs Existenz erneut gefÄhrdet, ebenso wie wÄhrend der Kulturrevolution in den 1960er Jahren. Obwohl es den Chinesen ein Leichtes gewesen wÄre, Hongkong zurÜckzuerhalten blieb es bei einem prekÄren Frieden.
Im Dezember 1984 erklÄrten die Briten sich bereit, mit Auslaufen des Pachtvertrags fÜr die New Territories im Jahr 1997 die gesamte Kolonie zu Übergeben, statt sich an eine amputierte Kolonie, bestehend aus Kowloon und Hong Kong Island, zu klammern. Theoretisch erlaubt diese Übereinkunft Hongkong die Beibehaltung seiner vor 1997 bestehenden Sozial-, Wirtschafts- und Rechtssysteme fÜr mindestens weitere 50 Jahre. Als die Übergabe nÄher rÜckte, kam es zu hitzigen Auseinandersetzungen Über den Bau des teuren neuen Flughafens und das Maß an Demokratie, das die Chinesen zu akzeptieren bereit waren.
Hongkong litt unter den asiatischen Wirtschaftskrisen der spÄten 90er Jahre. Der Tiefpunkt war dann 2003 mit dem Auftreten des SARS-Virus erreicht. Über 500.000 Hongkonger nahmen an einem Protestmarsch gegen ein geplantes Sicherheitsgesetz teil, und allmÄhlich befasste China sich mit den Wirtschaftsproblemen des einst so mÄchtigen Territoriums.
In den folgenden Jahren kam Hongkong schnell wieder auf die Beine – und boomt erneut als eine der großen StÄdte der Welt. Chinas offizielle Hongkong-Politik ist „ein Land, zwei Systeme“, und allgemein hÄlt man die Autonomie Hongkongs nicht fÜr gefÄhrdet, solange es Geld macht (und wenig LÄrm). Doch gab es bereits einige Interventionen der chinesischen Machthaber, die gezeigt haben, dass es mit der AutoritÄt doch nicht so weit her ist, wie der Slogan vermuten lÄsst. Nichtsdestoweniger hat die EuropÄische Kommission Hongkong als eine der freiesten asiatischen Gesellschaften beschrieben.
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