Die wÖchentliche Unterhaltungszeitung ist randvoll mit Veranstaltungstipps fÜr Kinos, Theater, Galerien, Museen, Bars, Nightclubs und kulturelle Ereignisse. Wenn man genug Kultur getankt hat, kann man sich am Playas del Este abkÜhlen oder auf dem PferderÜcken einige Runden im grÜnen Parque Lenin drehen.
Real Fábrica de Tabacos PartagásWer sich fÜr die Zigarrenherstellung oder die kubanischen Arbeitsbedingungen interessiert, sollte sich eine FÜhrung durch die Real Fábrica de Tabacos Partagás, Havannas Älteste Zigarrenfabrik, nicht entgehen lassen. Extras sind das TabakgeschÄft und eine Zigarren-Lounge. Die Fabrik ist seit 1845 in Betrieb.
In zwei Fabrikbereichen werden RundgÄnge mit Ähnlichem Programm angeboten: Im Erdgeschoss beobachtet man das BÜndeln und Sortieren der TabakblÄtter, in den oberen Etagen werden die Zigarren gerollt, gepresst, mit einer Banderole versehen und in Kisten verpackt.
Wohlgemerkt sind dies Fabriken, deren Arbeiter tÄglich mindestens 12 Stunden fÜr einen kÄrglichen Monatslohn schuften, und einigen Besuchern ist der voyeuristische Beigeschmack unangenehm.
Catedral de San Cristóbal de la HabanaDie Catedral de San Cristóbal de la Habana mit ihren zwei ungleichen TÜrmen beschrieb der Autor Alejo Carpentier als „in Stein gefasste Musik“. Die herrliche Barockfassade (im Stil des italienischen Architekten Francesco Borromini) schafft eine unvergleichliche AtmosphÄre, besonders wenn sich am Abend auf dem davor liegenden Platz Live-Musik und das Lachen der Anwesenden vermischen.
Jesuiten begannen den Bau der Kirche 1748, der dann nach ihrer Vertreibung 1767 fortgesetzt wurde. Bei Fertigstellung des Bauwerks 1787 wurde die DiÖzese von Havanna eingesetzt. Ein Jahr spÄter wurde die Stadt zum Bischofssitz und aus der Kirche eine Kathedrale – eine der Ältesten in ganz Amerika.
Ein schÖner Anlass fÜr einen Besuch ist die Morgenmesse am Sonntag.
Museo de la RevoluciónDas Interieur des ehemaligen PrÄsidentenpalastes (1913-1920), einem Wahrzeichen in der Skyline von Havanna, wurde von Tiffany's New York gestaltet. Im MÄrz 1957 war das GebÄude Schauplatz eines erfolglosen Attentats auf Fulgencio Batista.
Die an Fotos reiche Ausstellung dokumentiert ausfÜhrlich die kubanische Revolution - von Gewehrsalven bis zu BrotsÄcken. Der Besuch, fÜr den man ausreichend Zeit einplanen sollte, lohnt sich fÜr jeden Geschichtsinteressierten.
Die Beschriftungen sind neben Spanisch auch auf Englisch, und ein englischsprachiger FÜhrer ist verfÜgbar. FÜr einen Rundgang in chronologischer Reihenfolge beginnt man auf der obersten Etage.
Den SAU-100 Panzer vor dem GebÄude setzte Fidel Castro 1961 in der Schlacht in der Schweinebucht ein. Daneben ein Fragment der einstigen Stadtmauer.
Museo del RonDieses faszinierende Museum lohnt auf jeden Fall einen Besuch. Auf dem interessanten Rundgang, zu dem auch eine deutschsprachige FÜhrung angeboten wird, sieht man alte GerÄtschaften der Rumbereitung und verfolgt den gesamten Herstellungsprozess vom Schneiden des Zuckerrohrs bis zum AbfÜllen des bernsteinfarbenen AÑejo Reserva im Verkostungsraum.
Besonders hÜbsch ist die Modellnachbildung der Zuckerfabrik La Esperanza, komplett mit fahrendem Zug. Die im Club angebotenen Tanzkurse sollen hervorragend sein. Bei einem Cocktail in der Bar kann man bisweilen musikalischen Darbietungen im Innenhof lauschen.
Capitolio NacionalDas in weißen Marmor gekleidete Capitolio Nacional gleicht dem KongressgebÄude in Washington DC, doch weist es einen grÖßeren Detailreichtum auf. Es gehÖrt zu Havannas herausragenden architektonischen Glanzpunkten. Den Eingang erreicht man Über die monumentale Treppe auf der Ostseite. Die FÜhrung ist sehr zu empfehlen.
Der US-backed Diktator Gerardo Machado gab 1929 den Bau in Auftrag, an dem 5000 Bauarbeiter 3 Jahre, 2 Monate und 20 Tage arbeiteten und der 17 Millionen kostete. Bis 1959 war das GebÄude Sitz des kubanischen Kongresses, heute beherbergt es die Kubanische Akademie der Wissenschaften und die Nationalbibliothek fÜr Wissenschaft und Technik. Den großartigen Kuppelsaal des monumentalen Bauwerks betritt man durch riesige BronzetÜren mit den Darstellungen wichtiger Ereignisse der kubanischen Geschichte.
Im mit Marmor ausgelegten Interieur erhebt sich die 17 m hohe und 49 t schwere Statue der Republik, die weltweit drittgrÖßte Bronzeplastik in einem GebÄude nach dem Buddha in Nava (Japan) und dem Lincoln-Monument in Washington DC. Direkt unter der 62 m hohen Kuppel wurde die Nachbildung eines 24-Karat-Diamanten in den Boden eingelassen, der als Ausgangsmarke fÜr alle Entfernungsangaben zwischen Havanna und den Orten auf Kuba dient. Besucher werden auch in die Mahagonibibliothek und die frÜheren BÜros der Senatoren und Abgeordneten gefÜhrt. Man kann einen ganzen Nachmittag damit verbringen, die architektonischen Einzelheiten des außergewÖhnlichen Bauwerks zu inspizieren, auf dem hÜbschen CafÉ-Balkon Kaffee zu trinken und im charmanten Innenhof zu verweilen.
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