Die Bauern- und FischerdÖrfer, die bereits um 2000 v. Chr. an der PazifikkÜste Guatemalas entstanden, waren die VorlÄufer der großartigen Maya-Zivilisation, die Mittelamerika Jahrhunderte lang dominierte und mit ihren Tempelruinen ein geheimnisvolles VermÄchtnis hinterließ. Um 250 n. Chr., in der frÜhen klassischen Periode, wurde im Hochland Guatemalas mit dem Bau von großen TempelstÄdten begonnen. Zur Zeit der SpÄtklassik zwischen 600 und 900 n. Chr. hatte sich das Machtzentrum bereits ins Tiefland von El PetÉn verlagert. Nach dem mysteriÖsen Zusammenbruch der Maya-Zivilisation siedelte sich der Stamm der Itza in El PetÉn an, vor allem rund um das heutige Flores.
Als Pedro de Alvarado im Jahr 1523 nach Guatemala kam, um das Land fÜr den KÖnig von Spanien in Besitz zu nehmen, stieß er nur noch auf verblichene Überreste der Maya-Zivilisation und eine Reihe sich bekriegender StÄmme. Es dauerte nicht lange, bis Alvarados Armee die verbliebenen HochlandkÖnigreiche der QuichÉ- und Cakchiguel-Maya vernichtet, ihr Land in große GÜter zerstÜckelt und die Einwohner unterworfen hatte. Die anschließend eintreffenden Dominikaner-, Franziskaner- und AugustinermÖnche konnten diese Ausbeutung nicht unterbinden, und ihr religiÖser Imperialismus war fÜr die ZerstÖrung wertvoller Spuren der Maya-Kultur verantwortlich.
Die UnabhÄngigkeit von Spanien erlangte das Land 1821. Sie brachte den Kreolen, in deren Adern spanisches Blut floss, neuen Wohlstand und den NachkÖmmlingen der Maya noch schlechtere Lebensbedingungen. Man verbannte die wenigen liberalen Vertreter der spanischen Krone und nahm riesige Gebiete des einstigen Maya-Territoriums fÜr die Kultivierung von Tabak und Zuckerrohr in Beschlag. Die Indianer wurden versklavt und mussten das Land bestellen. Seit seiner UnabhÄngigkeit ist die Politik Guatemalas von der RivalitÄt zwischen den Rechten und Linken gekennzeichnet, und keine der beiden Seiten machte es je ernsthaft zu ihrem Anliegen, die Position der Maya zu verbessern.
Wenige herausragende FÜhrer zierten bislang die politische BÜhne. Mal standen Diktatoren an der Staatsspitze, mal Liberale mit persÖnlichen Wirtschaftsinteressen. Einen Lichtblick stellte Juan JosÉ ArÉvalo dar, der das Sozialversicherungs- und Gesundheitssystem der Nation aufbaute und ein RegierungsbÜro fÜr die Belange der Maya einrichtete. WÄhrend seiner Amtszeit von 1945 bis 1951 erlebte ArÉvalos liberales Regime 25 versuchte Staatsstreiche durch die konservativen MilitÄrkrÄfte. Colonel Jacobo Arbenz Guzmán trat seine Nachfolge an und setzte die liberale Politik fort. Er verabschiedete auch ein Gesetz zur Agrarreform, mit dem die großen LandgÜter aufgesplittet und hochproduktive kleine Farmen in Privatbesitz gefÖrdert werden sollten. Die Landenteignungen - eine von der Kommunistischen Partei des Landes unterstÜtzte Initiative - machten auch vor auslÄndischen Unternehmen nicht Halt und riefen die CIA auf den Plan. Mit deren Hilfe wurde 1954 erfolgreich ein MilitÄrputsch organisiert, Arbenz Guzmán floh nach Kuba und die Landreform kam nie Über das Planungsstadium hinaus.
In den nÄchsten Jahren folgten eine Reihe militÄrischer PrÄsidentschaften. Als jedoch sowohl die Proteste als auch die Repressionen immer schlimmere Ausmaße annahmen, brach ein BÜrgerkrieg aus. Die boomende Industrialisierung der 1960er und 1970er Jahre verhalf den Reichen zu noch mehr Reichtum, wÄhrend die StÄdte zunehmend verelendeten, weil die Enteigneten auf der Suche nach Arbeit vom Land in die urbanen BallungsrÄume flohen. Die gewaltsame UnterdrÜckung aller Regierungsgegner durch das MilitÄr veranlasste die USA dazu, ihre militÄrische UnterstÜtzung einzustellen. Dies fÜhrte 1986 zur Wahl des zivilen Christdemokraten Marco Vinicio Cerezo ArÉvalo.
ArÉvalos fÜnfjÄhrige Regierungszeit brachte keinen nennenswerten Wandel. Auch die Versuche seines Nachfolgers Jorge Serrano Elías von der konservativen Solidarischen Aktions-Bewegung, den jahrzehntelangen BÜrgerkrieg zu beenden, waren zum Scheitern verurteilt. Am 25. Mai 1993 fÜhrte Serrano nach einer Reihe Öffentlicher Proteste einen Eigenputsch durch. Wegen des Mangels an Öffentlicher UnterstÜtzung floh er aus dem Land, und der Kongress wÄhlte kurzerhand einen unverblÜmten Kritiker der Armee, Ramiro de León Carpio, an seine Spitze. Carpios "Law-and-Order"-Deckmantel wurde vom nachfolgenden PrÄsidenten Alvaro Arzú gelÜftet. Im Dezember 1996 unterzeichnete die Regierung ein Friedensabkommen mit Guerillas des linken FlÜgels und die Armee erklÄrte sich einverstanden, ihre Rolle in der inneren Sicherheit zu reduzieren.
Im November 1999 hielt Guatemala nach 40 Jahren seine ersten Wahlen zu Friedenszeiten ab. Am 14. Januar 2000 wurde die neue Regierung unter rechtsgerichteten PrÄsidenten Alfonso Portillo vereidigt. Sein MordgestÄndnis verband Portillo mit der Eigenwerbung, wie er sich selbst verteidigen kÖnne, so wÜrde er dies auch fÜr sein Volk tun. Seine erklÄrten Ziele: Reinigung des Rechtssystems, Kampf gegen KriminalitÄt, Besteuerung der Reichen und die Wahrung der Menschenrechte.
An den Wahlen 2003 nahm unter anderem Ríos Montt teil, aber nach vielen Skandalen und viel Schikane wurde der weniger extrem rechte Oscar Berger, der von den traditionellen Eliten im Bankwesen und in der Landwirtschaft unterstÜtzt wurde, zum PrÄsidenten erklÄrt.
Im folgenden Jahr wurde das Budget der Armee stark beschnitten (u. a. wurden 10.000 Soldaten in Rente geschickt), und die Regierung gestand ihre Schuld in einigen in der Öffentlichkeit stark beachteten FÄllen von Menschenrechtsverletzungen ein.
2006 ratifizierte Guatemala das zentralamerikanische Freihandelsabkommen CAFTA mit den USA mit dem Ziel, eine Freihandelszone einzurichten und ZÖlle zu reduzieren.
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