Geschichte

Grenadas Auftritt in der Weltgeschichte begann 1498, als Christoph Kolumbus die Insel auf seiner dritten Reise in die sogenannte Neue Welt entdeckte. Die erste europäische Siedlung entstand erst 1609, als eine Gruppe von 208 englischen Siedlern versuchte, Tabakplantagen aufzubauen. Sie wurden jedoch von den eingeborenen Carib-Indianern angegriffen und innerhalb eines Jahres waren fast alle Siedler ermordet worden.

1650 "kaufte" Gouverneur Du Parquet von Martinique Grenada von den Caribs für ein paar Äxte, Glasperlen und zwei Flaschen Grog, und sofort ließen sich 200 französische Siedler auf der Insel nieder. Nicht alle Caribs waren mit dem Deal zufrieden und es kam zu vielen Auseinandersetzungen. Da die Franzosen den Konflikt mit den Caribs leid waren, entsandten sie eine Truppe Soldaten, die sich um die Eingeborenen kümmern sollte. Die Caribs mussten bei Sauters Bay eine Niederlage einstecken. Doch statt sich in die Hände der Kolonisten zu begeben, sprangen die Überlebenden - Männer, Frauen und Kinder - von den steilen Klippen in den Tod. Die Franzosen machten sich danach daran, Indigo-, Tabak-, Kaffee-, Kakao- und Zuckerplantagen aufzubauen, auf denen afrikanische Sklaven arbeiteten.

Grenada blieb in französischer Hand, bis die Briten die Insel 1762 einnahmen. In den folgenden zwei Jahrzehnten wechselten sich die beiden Kolonialmächte mit ihrer Herrschaft ab, bevor die Insel 1783 den Briten zugesprochen wurde. Grenada stand bis zu seiner Unabhängigkeit unter britischer Kontrolle, obwohl es auch weiterhin Schwierigkeiten zwischen den britischen Kolonisten und den wenigen verbliebenen französischen Siedlern gab, die in regelmäßigen Abständen in Gewaltakten ausarteten. 1877 wurde Grenada zur Kronkolonie.

1967 wurde Grenada ein Mitgliedsstaat im Britischen Commonwealth. 1973 nahmen Grenada und die Nachbarinseln Carriacou und Petit Martinique eine Verfassung an und wurden 1974 ein unabhängiger Staat.

Die Zeit nach der Erklärung der Unabhängigkeit war geprägt von Korruption, bis zu einem Putsch 1979, der von Maurice Bishop organisiert wurde, einem Anwalt, der in London ausgebildet wurde. Bishop führte das Land auf den Weg zum Sozialismus, doch entschied sich für freies Unternehmertum und Demokratie im Inselstaat. Dadurch entfernte er sich von seinem Sandkastenfreund und Stellvertreter Bernard Coard. Ein Machtkampf zwischen Bishop und Coard resultierte 1983 in einem zweiten Staatsstreich, bei dem Bishop gestürzt und unter Hausarrest gestellt wurde. Danach versammelten sich Tausende Grenadier - darunter auch Bishops schwanger Freundin - und marschierten zu Fort George. Die Folge der Ereignisse an diesem Nachmittag wird unterschiedlich berichtet, doch Bishop, seine Freundin und eine Handvoll Anhänger seines Kabinetts wurden verhaftet und vom Militär hingerichtet.

Die USA waren viele Jahre lang wenig glücklich über die politische Lage in Grenada, da sie einen kommunistischen "Dominoeffekt" in der östlichen Karibik befürchteten. Coards hartes Herangehen bei dem Umsturz war für Reagan Grund, die Insel wenige Tage später von US- und karibischen Truppen stürmen zu lassen. Die grenadische Armee setzte sich tapfer zur Wehr, doch war schließlich in der Unterzahl. Amerikanische und karibische Truppen blieben mehrere Jahre auf der Insel stationiert und machten sich daran, Demokratie und freie Wirtschaft zurückzubringen. Coard und seine Berater wurden zum Tode verurteilt (obwohl die Strafen später zu lebenslanger Haft umgeändert wurden).

1985, 1990 und 1995 fanden demokratische Wahlen statt. 1995 kam die New National Party an die Macht und der NNP-Vorsitzende Keith Mitchell wurde Premierminister. Gegen Ende 1998 bedeutete der Übertritt von mehreren Parlamentsmitgliedern der NNP zur Opposition das Ende der Regierung. Schließlich wurden im Januar 1999 neue Wahlen abgehalten, die Mitchell gewann, obwohl er sich Korruptionsvorwürfen aus der Opposition stellen musste.

Nach den Anschlägen vom 11. September wurde Grenada (wie der Großteil der Karibik) genauestens auf undurchsichtige Bankenpraktiken und Geldwäsche überprüft. Unter dem politischen Druck machte man sich zu Reformen zur Staatsbürgerschaft und zu Reisepässen bereit. Die Wirtschaft hängt aktuell stark vom internationalen und regionalen Tourismus ab, viel mehr als von traditionellen landwirtschaftlichen Bereichen.

Bis vor kurzem war es 50 Jahre her, dass ein großer Hurrikan Grenada heimgesucht hatte. Doch 2004 und 2005 sollte dieser Rekord gebrochen werden. Ivan zerstörte 2004 einen Großteil der Gebäude und Wohnhäuser auf der Hauptinsel, während Emily 2005 besonders Carriacou traf.

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