Glasgow entwickelte sich um die vom Heiligen Mungo im 6. Jh. gegrÜndete Kathedrale. 1451 wurde die UniversitÄt Glasgow als zweite schottische Hochschule gegrÜndet. Leider ist außer der Kathedrale nicht viel vom mittelalterlichen Stadtkern erhalten. Der Rest fiel der Erneuerungswut der nachfolgenden Zeitalter zum Opfer, dem Kapitalismus, der industriellen Revolution und dem Britischen Reich.
Im 18. Jh. blÜhte Glasgow als Umschlagplatz des Tabakhandels zwischen Europa und Amerika. Auch Rum und Zuckerrohr wurden aus der Neuen Welt eingefÜhrt. Als der Tabakhandel im 19. Jh. an Bedeutung verlor, sorgten die Webereien, die Kohle- und Stahlindustrie sowie der Schiffbau fÜr den Reichtum der Stadt.
Die neuen Industriezweige waren sehr arbeitsintensiv. Bauern aus Irland und den Highlands strÖmten in die Stadt. Betrug die Einwohnerzahl Mitte des 18. Jh. noch 17.500, so waren es zum Ende dieses Jahrhunderts bereits 100.000. Weitere 20 Jahre spÄter hatte sich die Zahl verdoppelt. 1960 hatte die Stadt 400.000 Einwohner. Das Äußere Bild des Wohlstands wurde jedoch durch die harten Arbeitsbedingungen in den Fabriken, unter denen besonders Frauen und Kinder litten, Überschattet. In der zweiten HÄlfte des 19. Jh. wurde die Stadt viermal von der Cholera heimgesucht. Die Lebenserwartung lag bei 30 Jahren.
WÄhrend die Arbeiter darbten, bereicherten sich die Weberei- und Werftbesitzer. Glasgow konnte sich berechtigterweise die zweitgrÖßte Stadt des British Empire nennen. PrÄchtige viktorianische GebÄude wurden errichtet, und einige Neureiche gaben ein VermÖgen aus, um die KunstschÄtze anzuhÄufen, die heute in den hervorragenden Museen und Galerien der Stadt ausgestellt sind.
In der ersten HÄlfte des 20. Jh. war Glasgow das Zentrum der britischen Waffenindustrie. Hier wurden die Panzer und Schiffe fÜr die beiden Weltkriege gebaut. Nach den Boomjahren verschlechterte sich die Auftragslage der Werften und Zechen zusehends. Anfang der 1970er Jahre schien die Stadt dem Untergang geweiht zu sein. Glasgow war immer stolz darauf, eine Arbeiterstadt zu sein. Im Gegensatz zum gutbÜrgerlichen Edinburgh mit seiner vielfÄltigen Dienstleistungsindustrie, blieben Glasgow jedoch wenige Alternativen, als die Stadt voll von der Wirtschaftskrise getroffen wurde und die Arbeitslosenzahlen rasant in die HÖhe schnellten.
Zur Jahrtausendwende ist die Zuversicht der Stadt wieder gestiegen. 1989 war Glasgow stolze EuropÄische Kulturhauptstadt, 10 Jahre spÄter durfte es sich City of Architecture & Design nennen, 2003 gar Europas Hauptstadt des Sports. Trotz des Optimismus bleibt der Lebensstandard jedoch niedrig, und das Leben ist hart fÜr diejenigen, die unter der hohen Arbeitslosigkeit, schlechten Wohnbedingungen und schlechter ErnÄhrung zu leiden haben.
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