Geschichte

Florenz wurde ungefÄhr 200 v.Chr. als Kolonie der etruskischen Stadt Fiesole gegrÜndet; daraus wurde spÄter das rÖmische Florentia, eine Garnisonsstadt zur Kontrolle der Via Flaminia. Im frÜhen 12. Jahrhundert wurde die Stadt zu einer freien comune (Gemeinde); 1138 wurde sie von zwÖlf Konsuln regiert, denen der Rat der Einhundert, gebildet aus reichen Kaufleuten, zur Seite stand. Im Jahre 1207 fÜhrten Streitigkeiten zwischen verschiedenen politischen Lagern zu unÜberwindlichen Problemen; der Rat wurde durch einen auswÄrtigen (und daher vermeintlich unvoreingenommenen) Gouverneur ersetzt, den podestà.

Im 13. Jahrhundert begann eine jahrhundertlange Auseinandersetzung zwischen den papsttreuen Guelfen (Welfen) und den kaisertreuen Ghibellinen (Waiblinger), schließlich formten die Guelfen in den 50er Jahren des 13. Jh. ihr eigenes Parlament. Im Jahr 1292 wurden Florentiner Adlige aus der Regierung ausgeschlossen. Die Stadt nahm immer demokratischere ZÜge an und entwickelte sich zu einer kommerziellen Republik unter der Kontrolle der stark von Guelfen dominierten Klasse der Kaufleute.

Die große Pest von 1348 halbierte die Einwohnerzahl der Stadt. Gegen Ende des 14. Jahrhunderts begannen die Medici mit dem Ausbau ihrer Macht und wurden schließlich die Bankiers des Papstes. Cosimo Medici - MÄzen von KÜnstlern wie Donatello, Brunelleschi, Fra Angelico und Filippo Lippi - wurde Machthaber von Florenz. Der vielleicht berÜhmteste Medici war Lorenzo, ein Enkel Cosimos, der 1469 die Macht Übernahm. An seinem Hof gelangten Kunst, Musik und Dichtkunst zu hoher BlÜte – Lorenzo fÖrderte Philosophen und KÜnstler wie Botticelli, da Vinci and Michelangelo.

Im Jahre 1494 gingen die Medici bankrott und verloren ihre mÄchtige Stellung. Die Stadt kam unter die Kontrolle von Girolamo Savonarola, einem DominikanermÖnch, der eine sittenstrenge Republik durchsetzte, bis er beim Volk in Ungnade fiel und 1498 als Ketzer gehenkt und verbrannt wurde. Im 16. Jahrhundert kehrten die Medici nach Florenz zurÜck, nachdem sie durch Heirat eine Verbindung mit Kaiser Karl V. eingegangen waren, und herrschten fÜr die folgenden 200 Jahre. 1737 ging das Großherzogtum Toskana an das Haus Lothringen Über, das 1860 dem KÖnigreich Italien angegliedert wurde. Florenz wurde Hauptstadt des KÖnigreiches, bis dieser Status 1875 an Rom Überging.

Das 20. Jahrhundert war fÜr Florenz in vielfacher Hinsicht katastrophal. Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs war die Stadt finanziell am Boden, demoralisiert und empfÄnglich fÜr faschistische Propaganda. Mussolini hatte hier eine seiner Hochburgen ergebener AnhÄnger. Im Zweiten Weltkrieg wurde Florenz von abziehenden Deutschen schwer beschÄdigt, die alle BrÜcken bis auf die Ponte Vecchio sprengten. 1966 suchten zerstÖrerische Fluten die Stadt heim und verursachten unschÄtzbare SchÄden an GebÄuden und Kunstwerken, die zum Teil noch immer restauriert werden. Immerhin eine positive Folge hatte die Katastrophe, die Florenz mit einer schmierigen Schlammsschicht bedeckt und zahllose Familien obdachlos zurÜckgelassen hatte: die Weiterentwicklung moderner Restaurierungstechniken. Die WiederherstellungsbemÜhungen fÜhrten zur Verfeinerung von Methoden, mit deren Hilfe seither weltweit Kunstwerke gerettet werden konnten.

In den letzten Jahren sorgte Florenz nur selten fÜr Schlagzeilen. Es fÜhrt das ruhige wÜrdevolle Leben einer Provinzhauptstadt mit nicht abreißenden TouristenstrÖmen. Im Jahr 1993 allerdings tÖtete eine Autobombe fÜnf Personen und beschÄdigte Werke in den Uffizien – dieser Anschlag wurde der sizilianischen Mafia zugeschrieben. Erst 2005 konnten AngehÖrige der Opfer endlich einen Zivilprozess gegen den inhaftierten Mafiaboss Toto Riina anstrengen. Abgesehen davon ist Florenz von Sensationen weitgehend verschont geblieben. Auf seinen Straßen fÜhlt man sich in eine frÜhere Zeit versetzt – unberÜhrt vom LÄrm der weiten Welt.

Lonely Planet

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