Geschichte

Castle Rock, eine vulkanische Felsspitze mit drei vertikalen Seiten, beherrscht die Innenstadt Edinburghs. Diese natürliche Verteidigungsposition war wohl, was die ersten Siedler anlockte; die frühesten Anzeichen für eine Besiedelung gehen auf 850 v. Chr. zurück. Im 4. Jahrhundert gab es zwei einheimische keltische Völker im Norden Großbritanniens: die Pikten und die Britannier. Im 6. Jahrhundert erreichte ein dritter keltischer Stamm, die aus Nordirland eingewanderten Skoten, Schottland und gründete ein Königreich namens Dalriada. Im 7. Jahrhundert siedelten sich die northumbrischen Angeln aus dem Nordosten Englands im Südosten Schottlands an. Sie errichteten auf dem Castle Rock ihr Fort, das sie Edwinesburh nannten. Dieses diente den Schotten bis 1018 als südlicher Außenposten, bis Malcolm II. eine Grenze am Fluss Tweed schuf. Dennoch plünderten die Engländer die Stadt nicht weniger als sieben Mal. Das eigentliche Wachstum Edinburghs begann im 11. Jahrhundert, als sich am Fuß der Festung Märkte entwickelten, vor allem aber ab 1124, als David I. im Edinburgh Castle Hof hielt und die Abtei in Holyrood gründete. Die erste richtige Stadtmauer wurde um 1450 errichtet und umgab die Altstadt und das Gebiet rund um den Grassmarket. Dieser begrenzte, leicht zu verteidigende Bereich wurde zu einem mittelalterlichen Manhattan und zwang die eng beisamen lebenden Bewohner dazu, Wohnhäuser zu bauen, die bis zu 12 Stockwerke emporragten. Das Goldene Zeitalter von Edinburgh, in dem die chirurgische Fakultät, das College of Surgeons, gegründet und der Buchdruck eingeführt wurden, endete mit dem Tod von James IV. in der Schlacht von Flodden im Jahr 1513. Heinrich VIII. von England versuchte die Heirat zwischen seinem Sohn und Mary, der Königin der Schotten und Tochter von James V., zu erzwingen, aber die Schotten schickten Mary nach Frankreich, um den französischen Thronfolger zu heiraten. Edinburgh wurde daraufhin von den Engländern geplündert und die Schotten ersuchten Frankreich um Unterstützung. Während sich Mary in Frankreich aufhielt, begann man mit der Reformation der schottischen Kirche. Die Schotten wurden zunehmend empfänglicher für die Ideen der Reformation und als John Knox 1555 aus dem Exil zurückkam, fand er fruchtbaren Boden für seine calvinistischen Botschaften vor. Im Jahr 1560 erschuf das schottische Parlament eine protestantische, von Rom unabhängige Kirche, die die Autorität des Papstes und die lateinische Messe ablehnte. Als James VII. den schottischen und den englischen Thron bestieg, verlegte er seinen Hof nach London und Edinburgh wurde von den Stewarts größtenteils nicht beachtet. Religiöse Differenzen führten zu einem Bürgerkrieg in Schottland und England. Als Karl I. im Jahr 1633 dann versuchte, das Bischofsamt (Episkopat) einzuführen, führte dies zur Bildung des Bündnisses der schottischen Presbyteranier (National Covenant) und zu weiteren religiösen Unruhen, die schließlich mit dem Sieg der Presbyterianer endeten. Das kulturelle und geistige Leben florierte in Edinburgh zwar auch ohne die Stewarts, mit der Vereinigung Englands und Schottlands zum Königreich Großbritannien im Jahr 1707 nahm die politische Bedeutung der Stadt jedoch weiter ab. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde zur anderen Seite der Bergschlucht hin, Richtung Norden, eine neue Stadt errichtet. Die Bevölkerung wuchs, die Verteidigung war nicht länger lebensnotwendig und die Köpfe hinter der schottischen Aufklärung hatten vor, sich von Edinburghs Jakobinischer Vergangenheit zu distanzieren. Im 19. Jahrhundert wuchs die Bevölkerung Edinburghs explosionsartig und vervierfachte sich auf 400.000, was fast der heutigen Einwohnerzahl entspricht. Die alten Wohnhäuser der Stadt wurden von Iren übernommen, die vor den irischen Hungernöten geflohen waren. Südlich an die Neustadt grenzend wurde ein neuer Ring aus halbmondförmigen Straßenzügen und runden Plätzen errichtet und viktorianische Reihenhäuser schossen wie Pilze aus dem Boden.

Das 20. Jahrhundert trug seinen Teil dazu bei, Edinburgh sein heutiges Gesicht zu geben. Die Bewohner von Elendsvierteln wurden in neue Sozialbauten umgesiedelt, die heute die massiven sozialen Probleme noch fördern. Nach dem 2. Weltkrieg erblühte das kulturelle Leben der Stadt und so fanden 1947 zum ersten Mal das Edinburgh International Festival und das Fringe Festival statt. Die Universität von Edinburgh etablierte sich auf Gebieten wie der Medizin, Elektronik und künstlichen Intelligenz als Lehr- und Forschungseinrichtung von internationalem Rang. Schlecht durchdachte Erschließungspläne führten in den 60er und 70er Jahren dazu, das Teile von Edinburgh abgerissen wurden, obwohl der Stadt zumindest eine Autobahn entlang der Princes St. Gardens erspart blieb. Als Antwort auf diesen Vorschlag entstand eine Denkmalschutzbewegung. 1995 wurden die Alt- und Neustadt zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.

1997, nach dem Wahlsieg der Labour-Partei, war das zweite Referendum über die Gründung eines schottischen Parlamentes erfolgreich (das erste wurde 1979 von der damaligen Labour-Regierung, die einige fragwürdige Einnahmen erzielte, zurückgewiesen) und hatte 1999 seine erste Versammlung. Trotz der hartnäckigen politischen Probleme und der Anschuldigungen hinsichtlich zu hoher Ausgaben während der Errichtung wird das schottische Parlamentsgebäude heute respektiert.

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