Geschichte

Die Geschichte Ecuadors vor den Inkas hÜllt sich in einen dichten Nebel aus Zeit und Legende - weiter als bis in das 11. Jahrhundert n.Chr. reichen die frÜhesten historischen Details nicht zurÜck.

Es wird allgemein davon ausgegangen, dass asiatische Nomaden den sÜdamerikanischen Kontinent um 12.000 v.Chr. erreichten. Die Valdivia-Kultur war die erste mit dauerhaft sesshaften Menschen in Ecuador. Vor ungefÄhr 6000 Jahren begann sich diese entlang der Halbinsel Santa Elena zu entwickeln. Die Chorrera-Kultur wird in der FrÜhgeschichte zwischen 4000-300 v.Chr. erwÄhnt und war in dieser Zeit die stÄrkste und einflussreichste Gruppe. Zusammen mit der Machalilla-Kultur sind sie fÜr ihre unfÖrmigen Figuren mit verunstalteten SchÄdeln bekannt. Als Ausgangsform verwendeten sie Steine, die langsam zu lÄnglichen und flachen SchÄdeln geformt wurden.

Um 600 v.Chr bildeten sich verschiedene Schichten; die FÜhrung Übernahmen dabei die ranghÖchsten Schamanen und HÄndler, die Fernhandel betrieben. Bis 800 n.Chr hatten sich die Kulturen in grÖßere, mehr hierarchische Gesellschaften integriert, hierzu zÄhlen die ManteÑos, Huancavilcas und Caras an der KÜste, die Quitus in den nÖrdlichen HochlÄndern, die Puruhá in den Zentralen HochlÄndern und die CaÑari um das heutige Cuenca.

Jahrhunderte der Stammesexpansionen, Kriege und Allianzen mÜndeten in der relativ stabilen Duchicela-Dynastie, die rund 150 Jahre lang mehr oder weniger friedlich regierte, bis um 1450 n.Chr. die Inka auftauchten.

Trotz heftigen Widerstands gewannen die Inka sehr schnell die Oberhand Über die Region und konnten sich mit starker FÜhrung und geschickter Heiratspolitik an der Spitze halten. Ein Krieg um die Nachfolge schwÄchte und spaltete das Inka-Reich kurz vor dem Eintreffen der spanischen Invasoren.

Die ersten Spanier landeten 1526 im Norden des heutigen Ecuadors. Pizarro erreichte das Land 1532 und verbreitete mit den Pferden, RÜstungen und Waffen seiner MÄnner Angst und Schrecken unter den Indianern. Der InkafÜhrer Atahualpa wurde Überfallen, als Geisel gehalten, "verurteilt" und hingerichtet, wodurch das Inkareich weitestgehend zerstÖrt war. Quito leistete zwei Jahre lang erfolgreich Widerstand, wurde aber schließlich auf Befehl von Atahualpas General RumiÑahui dem Erdboden gleichgemacht, damit es nicht in die HÄnde der Spanier fiel. Im Dezember 1534 wurde Quito neu gegrÜndet. Es gibt nur noch eine intakte Inka-Stadt in Ecuador, Ingapirca, nÖrdlich von Cuenca.

Obwohl das Leben unter spanischer Herrschaft grauenvoll war, gab es seitens der ecuadorianischen Indianer keine grÖßeren AufstÄnde. Spanien regierte die Kolonie vom peruanischen Lima aus, bis sie 1739 der Vizeregentschaft Kolumbiens Übergeben wurde. Die Struktur Ecuadors war grÖßtenteils lÄndlich und konservativ; auf großen, von Zwangsarbeitern bewirtschafteten LandgÜtern wurden importierte Rinder gezÜchtet und Bananen angebaut.

Als sich spÄter eine kreolische Mittelschicht herauszubilden begann, gab es mehrere Versuche, Ecuador von der spanischen Herrschaft zu befreien. Simón Bolívar erkÄmpfte schließlich im Jahre 1822 die UnabhÄngigkeit. Die volle verfassungsrechtliche SouverÄnitÄt erhielt Ecuador 1830. Seither ist die Geschichte des Landes von ernsten RivalitÄten und gelegentlichen blutigen Auseinandersetzungen zwischen den kirchentreuen Konservativen mit Basis in Quito und den Liberalen und Sozialisten von Guayaquil geprÄgt.

In den letzten 100 Jahren hatten diverse Attentate sowie politische InstabilitÄt in Ecuador wiederholt Interventionen der Armee zur Folge. Dementsprechend gab es lÄngere Amtszeiten militÄrischer als ziviler Regierungen.

1941 wurde das Land von StreitkrÄften des benachbarten Perus Überfallen, die große Teile des ecuadorianischen Amazonasgebiets besetzten. Die "neuen" Grenzen zwischen den beiden LÄndern, ursprÜnglich 1942 durch den Vertrag von Rio de Janeiro festgelegt und verabschiedet, wurden letztendlich 1998 von beiden LÄndern in einem Vertrag anerkannt. Die Streitereien wurden schließlich eingestellt, da beide LÄnder darauf bedacht waren potentielle auslÄndische Investoren zu beeindrucken.

Bis in die 1970er Jahre war Ecuador die archetypische "Bananenrepublik". Nachdem im Oriente Ende der 1960er Öl entdeckt wurde, sind Bananen jedoch nicht lÄnger mehr der einzige Exportartikel Ecuadors. Ecuador lieh sich schon bald Geld in dem festen Glauben, dass die Auslandsschulden mit den Ölgewinnen zurÜckgezahlt werden kÖnnen. In den '80ern gingen die Ölexporte Ecuadors aber stark zurÜck, weltweit fielen die Ölpreise und ein Erdbeben zerstÖrte ein großes StÜck des Ölleitung. Ecuador verlÄsst sich Ökonomisch hauptsÄchlich immer noch auf Öl, wobei die Reserven allerdings nicht so groß wie anfangs angenommen sind.

Bis Ende des Jahrtausends verlief das Leben in Ecuador relativ friedlich. Um den Verfall des ecuadorianischen Sucre zu stoppen, kÜndigte PrÄsident Jamil Mahuad an, den Sucre im VerhÄltnis 1 USD gegen 25.000 Sucre an den Dollar zu binden. Tausende nicht gewalttÄtige Protestler, darunter auch indianische Spitzenpolitiker, kritisierten die neoliberale Wirtschaftspolitik, besetzten RegierungsgebÄude in Quito und zwangen Mahuad zur Amtsniederlegung.

Am 22. Januar Übernahm Mahuads VizeprÄsident Gustavo Noboa das Amt des StaatsprÄsidenten. In einem Land, in dem politische Korruption zum Alltag gehÖren, galt Noboa als einer der wenigen ehrlichen Politiker, der allerdings nur sehr wenig politische Erfahrung mitbrachte. Er versprach der politischen Korruption ein Ende zu setzen, fÜhrte aber die dubiose Wirtschaftspolitik des Internationalen WÄhrungsfonds (IWF) fort und hielt ebenfalls die Dollarbindung aufrecht.

Nachfolger von PrÄsident Noboa wurde 2002 der ehemalige Putschist Lucio GutiÉrrez. Mit seiner populistischen Agenda und dem Versprechen, die Regierungskorruption zu beenden, gewann er die fÜr seinen Wahlsieg entscheidende UnterstÜtzung der indianischen BevÖlkerung. Kurz nach seiner AmtsÜbernahme kehrte er seinen Versprechungen den RÜcken zu und fÜhrte IWF-Sparmaßnahmen zur Finanzierung der massiven Staatsschulden durch. Dies blieb aber nicht der einzige Grund, dass sich die BevÖlkerung gegen ihn wendete, denn GutiÉrrez lÖste fast den gesamten Obersten Gerichtshof auf. Wie zu erwarten war fÜhrte dies zu Protesten in der Hauptstadt und der Kongress stimmte letztendlich fÜr die Absetzung GutiÉrrez, der durch den VizeprÄsidenten Alfredo Palacios ersetzt wurde. Palacios hielt die ZÜgel bis zur Wahl im Oktober 2006 fest in der Hand. Die Wahlen fÜhrten aber nicht zu einem eindeutigen Gewinner, so dass im Folgemonat eine Stichwahl stattfand, aus der Rafael Correa als Sieger hervorging.

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