Sehenswürdigkeiten

In China fÄhrt man sehr viel Rad und da 300 Millionen Radfahrer durch die Gegend sausen, kann man sich dem Ganzen wirklich leicht anschließen. Die lÄcherlich teuren Genehmigungen, die man fÜr das Bergsteigen, Wildwasser-Rafting und Drachenfliegen benÖtigt, bedeuten, dass Wanderer China fast ganz fÜr sich alleine haben. Zu den ruhigeren BeschÄftigungen gehÖrt T'ai Chi, das frÜh morgens in fast jedem Stadtpark ausgeÜbt wird.

Die Große Mauer Die Große Mauer

Die Große Mauer (Changcheng) windet sich unregelmÄßig von den verteilten Überresten in der Provinz Lianoning nach Jiayuguan in der Gobi-WÜste. Mit dem Bau der Mauer begann man von Über 2000 Jahren. Tausende von Arbeitern waren nÖtig - von denen viele aus politischen Gefangenen bestanden - und zehn Jahre harte Arbeit. Der Legende nach handelte es sich bei einem der benutzten Baumaterialien um die Knochen der verstorbenen Arbeiter.

SchÄtzungsweise 180 Mio. Kubikmeter gestampfter Erde wurden eingesetzt, um den Kern der ursprÜnglichen Mauer zu bilden.

Die Mauer erfÜllte jedoch nie richtig ihre Funktion als unÜberwindliche Verteidigungslinie. Wie schon Dschingis Khan angeblich sagte: 'Die StÄrke der Mauer hÄngt vom Mut jener ab, die sie verteidigen.' Und Wachposten konnten bestochen werden.

Sie funktionierte jedoch sehr gut als eine Art Hochstraße, auf der Menschen und GerÄte Über bergiges GelÄnde befÖrdert wurden. Mit ihren SignaltÜrmen, in den durch das Verbrennen von Wolfskot Rauchzeichen erzeugt wurden, konnten Nachrichten Über das Vordringen von Feinden schnell an die Hauptstadt Übermittelt werden. Westlich davon befand sich Jiayuguan, eine wichtige Verbindung zur Seidenstraße, an der so etwas wie ein Zollposten stand. Hier wurden unerwÜnschte Chinesen durch die Tore in den schrecklichen wilde Westen verstoßen.

Der Mythos, dass man die Große Mauer mit bloßem Auge vom Mond aus sehen kÖnnte, wurde schließlich 2003 beseitigt, als der erste chinesische Astronaut, Yang Liwei, bekannt gab, er hÄtte die Mauer nicht aus dem All sehen kÖnnen. Dieser Mythos muss jedoch noch aus den chinesischen LehrbÜchern beseitigt werden, wo er Generationen von Chinesen verzaubert hat.

Verbotene Stadt Verbotene Stadt

Die Verbotene Stadt, die so heißt, weil der Zutritt zu ihr 500 Jahre lang verboten war, ist die grÖßte und am besten erhaltene Ansammlung uralter chinesischer Bauwerke. Hier waren zwei Herrscherdynastien ansÄssig, die Ming und die Qing, die diesen vergnÜglichen Ort nur verließen, wenn es unumgÄnglich war. Man sollte fÜr die Besichtigung einen ganzen Tag einplanen oder als großer Fan davon vielleicht sogar mehrere Besuche.

An der Nord-SÜd-Achse der Verbotenen Stadt - vom Tor des Himmlischen Friedens im SÜden bis zum Tor des GÖttlichen Kriegers im Norden - befinden sich die FestgebÄude des Palasts. Das im 17. Jahrhundert restaurierte Meridian-Tor ist ein riesiger Eingang, der zu frÜheren Zeiten nur vom Kaiser benutzt werden durfte. GegenÜber vom Goldenen Bach befindet sich das Tor der hÖchsten Harmonie, das einen Blick auf einen riesigen Innenhof gewÄhrt, in dem ein Kaiser 100.000 Menschen versammeln konnte.

Im Herzen der Verbotenen Stadt, leicht erhÖht auf einer Marmor-Terrasse mit Balustraden, befinden Sie die Drei Großen Hallen. Am interessantesten davon ist das grÖßte Bauwerk der Verbotenen Stadt - die Halle der hÖchsten Harmonie. Die im 15. Jahrhundert errichtete und im 17. Jahrhundert restaurierte Halle wurde fÜr festliche AnlÄsse eingesetzt, wie z.B. den Geburtstag des Kaisers, die Nominierung von MilitÄrfÜhrern und KrÖnungen.

Armee der Terrakotta-Krieger (Bingmayong) Armee der Terrakotta-Krieger (Bingmayong)

Die 2000 Jahre alte Terrakotta-Armee gehÖrt neben der Großen Mauer und der Verbotenen Stadt zu den fÜhrenden historischen StÄtten Chinas. Sie ist immer noch erstaunlich gut erhalten und wacht bis in die Ewigkeit aufmerksam Über eine uralte kaiserliche BegrÄbnisstÄtte. Fast genauso außergewÖhnlich ist ein bronzener Streitwagen mit Pferden, der in einem Museum am Haupteingang ausgestellt ist.

Die Entdeckung der Armee geschah wie viele große Entdeckungen vÖllig zufÄllig. 1974 legten Landarbeiter, die einen Brunnen aushoben, das frei, was sich als die wohl grÖßte archÄologische Entdeckung des 20. Jahrhunderts herausstellte: Ein unterirdisches GewÖlbe aus Erde und Holz, das letztendlich Tausende von lebensgroßen Terrakotta-Soldaten samt ihren Pferden in Kampfaufstellung hervorbrachte. 1976 wurden zwei weitere, kleinere GewÖlbe in der NÄhe des ersten entdeckt.

Die 6000 Krieger und Pferde aus Terrakotta blicken in einer rechteckigen Schlachtaufstellung gen Osten. Jede Gestalt hat andere GesichtszÜge und einen anderen Ausdruck. Die Reiter tragen einen langen Obermantel mit engen Ärmeln, eine Kettenjacke und einen winddichten Helm. Die KÖrper und Gliedmaßen der BogenschÜtzen stimmen in ihrer Haltung genauestens mit einem antiken Buch Über die Kunst der KriegsfÜhrung Überein.

ArchÄologen vermuten, dass die soweit entdeckten Krieger Teil einer noch grÖßeren Terrakotta-Armee sind, die immer noch rund um das Grab von Qin Shihuang verschÜttet sind. Die Ausschachtung des gesamten Komplexes und Grabs kÖnnte jedoch Jahrzehnte dauern.

Schanghai Schanghai

Schanghai ist eine schillernde Stadt, in der sich zurzeit ein rascher Kulturwandel vollzieht. Seitdem die MarktbeschrÄnkungen aufgehoben wurden, hat man sich in Schanghai die Macht der Wirtschaft und des Designs zu eigen gemacht: Die Stadt wurde grundlegend verÄndert, hat ein frisches, neues Gesicht erhalten, das Klasse und Innovation ausstrahlt und ein vÖllig neues LebensgefÜhl vermittelt.

Zwar kann sich Schanghai mit der epischen Geschichte Pekings und den eindrucksvolleren SehenswÜrdigkeiten Xi'ans nicht messen, verkÖrpert aber am besten das moderne China. Es ist eine kosmopolitische Stadt, in der das Konzept der 'Lifestyle-Revolution' herrscht, was sich an den architektonischen KunststÜcken zeigt, den edlen Restaurants und dem zeitgenÖssischen Lebensstil an den Uferregionen (namens Bund).

In dieser Stadt, in der man mit den starken Kontrasten umzugehen versucht, hat der enorm schnelle Wandel viele verwirrt und aus dem Gleis geworfen. WÄhrend monumentale Bauten gen Himmel streben und funkelnde KaufhÄuser ihre TÜren fÜr die elegante Elite Öffnen, versuchen jene mit zu wenig finanziellen Mitteln ihre Vorstellung von der neuen Stadt auf die Erinnerungen an eine kommunistische Geschichte neu abzustimmen. Der wohlhabende Eindruck der Stadt straft den fortwÄhrenden sozialen Bedenken um ein zerbrÖckelndes Sozialsystem LÜgen. Schanghai ist an eine Vergangenheit gekettet, auf die es sowohl argwÖhnisch reagiert als auch stolz ist. Niemand kann vorhersagen, wie die Stadt in zwei Jahrzehnten aussieht, aber wie das chinesische Sprichwort schon sagt, wenn das Alte nicht geht, kommt das Neue nicht.

Hongkong Hongkong

Hongkong hat all die Besonderheiten einer Großstadt zu bieten: Smog, Gestank, 14 Millionen Ellbogen und eine wahnsinnige Vorliebe fÜr LÄrm. Man trifft aber genauso auf Effizienz, Stille und Friedlichkeit: Das Verkehrswesen ist hervorragend, die Einkaufszentren sind wunderbar, die Tempel und ruhigen Ecken der Parks Oasen der Stille und Beschaulichkeit.

Das Beste an einem Aufenthalt in Hongkong aber ist, sich von dem GewÜhl und den GegensÄtzen der chinesischen Stadt mit diversen asiatischen und westlichen Elementen verblÜffen und beflÜgeln zu lassen. Man sollte genÜsslich neue Speisen kosten, sich seinen Weg durch enge Menschenmassen bahnen und eine blÖde Cantopop-Melodie summen, wÄhrend man seine Nudeln schlÜrft.

Vom Aussichtspunkt im Victoria Park mit Blick auf den geschÄftigsten Tiefwasserhafen der Welt kann man eine Metropole sehen, in der man nicht nur darauf abzielt, Geld zu machen, sondern sich dabei auch gut zu fÜhlen. Bei Nacht kommt es einem vor, als blicke man in einen Vulkan.

Trotz der britischen Kolonialvergangenheit ist sich Hongkong immer seinen Wurzeln treu geblieben und die Kultur unter dem Glanz und Glamour ist absolut chinesisch. Dies bezieht sich auch auf einen unauslÖschbaren kapitalistischen Geist, denn die Hongkonger sind wahre Meister darin, Überall und mit allem Geld zu machen. Und die gute Nachricht lautet, das Hongkong derzeit einen richtigen Boom erlebt und sich dort mehr tut, als je zuvor. Eine wirklich tolle Zeit fÜr einen Besuch.

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