Über das prÄhistorische Kambodscha ist sehr wenig bekannt, doch liegen archÄologische Beweise vor, dass die vor 1000 v.Chr. dort lebenden Menschen sich von Fisch und Reis ernÄhrten und in StelzenhÄusern lebten - genau wie ihre heutigen Nachfahren. Vom 1. bis zum 6. Jahrhundert gehÖrte der grÖßte Teil des heutigen Staatsgebiets zum sÜdostasiatischen KÖnigreich Funan, das bestimmenden Einfluss auf die Entwicklung von Politik, Kultur und Kunst der spÄteren Khmer-Staaten ausÜbte. Doch erst die im 8. Jahrhundert aufblÜhende Epoche von Angkor machte das KÖnigreich zum berÜhmten Zentrum von Kunst und Religion.
Nachdem 1431 die Heerscharen des thailÄndischen KÖnigreichs Ayutthaya plÜndernd durch Angkor gezogen waren, blieb die Landesgeschichte anderthalb Jahrhunderte lang von dynastischen RivalitÄten und stÄndigen kriegerischen Auseinandersetzungen mit dem mÄchtigen Nachbarn geprÄgt. Auch die Spanier und Portugiesen, die zur damaligen Zeit ihren Einfluss in der Region ausbreiteten, mischten sich in diese Kriege ein, doch der Unmut Über ihre PrÄsenz fÜhrte 1599 zu einem Massaker in der spanischen Garnison in Phnom Penh. Ab 1600 regierte eine Reihe schwacher KÖnige, bis 1863 die Franzosen eintrafen. Durch nachdrÜckliche Kanonenboot-Diplomatie wurde noch im selben Jahr ein Schutzvertrag unterzeichnet. SpÄter zwangen die Franzosen KÖnig Norodom zur Unterzeichnung eines weiteren Vertrags, der das Land 1884 zu einer Kolonie machte.
Es folgte eine relativ friedliche Epoche (selbst ein Bauernaufstand erfolgte 1916 mit friedlichen Mitteln). 1941 hoben die Franzosen den erst 19jÄhrigen Prinzen Sihanouk auf den Thron, den sie als willfÄhrigen VerbÜndeten betrachteten. Dies sollte sich jedoch als grobe FehleinschÄtzung herausstellen: Die Jahre nach 1945 waren von erbitterten KÄmpfen geprÄgt. Der Indochinakrieg, der in den Nachbarstaaten Vietnam und Laos ausgefochten wurde, zehrte an den KrÄften der franzÖsischen Kolonialmacht. 1953 wurde Kambodscha endgÜltig in die UnabhÄngigkeit entlassen. In den folgenden 15 Jahren bestimmte der undurchsichtige KÖnig Norodom Sihanouk die nationale Politik. Dann Übernahm die Armee das Kommando.
1969 Überzogen die USA Kambodscha mit einem Bombenteppich, weil sie dort kommunistische Basislager vermuteten - tausende Zivilisten kamen ums Leben, und das Land wurde unfreiwillig in den Vietnamkrieg hineingezogen. Sihanouk wurde mit einem MilitÄrcoup im MÄrz 1970 gestÜrzt und sein Nachfolger General Lon Nol rÜckte nÄher an die Amerikaner. Sihanouk schmiedete eine Allianz mit den Kommunisten der Roten Khmer und die kleine Guerrilla-Truppe schwoll in wenigen Wochen zu einer Armee heran. Amerikanische und sÜdvietnamesische TruppenverbÄnde marschierten ein, um zu einem vernichtenden Schlag gegen die vietnamesischen Kommunisten auszuholen, was jedoch nicht gelang. Ihr Einmarsch bewirkte lediglich, dass die Vietnamesen und die Roten Khmer weit ins Landesinnere abgedrÄngt wurden. Bald tobten im gesamten Land heftige KÄmpfe, und 1975 fiel Phnom Penh in die HÄnde der Roten Khmer.
Im Bestreben, Kambodscha zu einem maoistischen, von Bauern beherrschten Agrarstaat zu machen, wurden unter Pol Pots Regime in den folgenden vier Jahren schÄtzungsweise zwei Millionen Kambodschaner (besonders Intellektuelle) systematisch von den Roten Khmer ermordet. Die WÄhrung wurde abgeschaft, das Postsystem angehalten, die BevÖlkerung wurde zu zu einer Herde versklavter ArbeitskrÄfte und das Land war fast vollstÄndig von der Welt abgeschnitten. Als Reaktion auf die sich wiederholenden bewaffnteten EinfÄlle in die Grenzprovinzen, marschierte 1978 Vietnam ein und zwang die Roten Khmer zum RÜckzug in die relativ unwegsamen Dschungelgebiete an der thailÄndischen Grenze. Von hier aus fÜhrten sie in den 70er und 80er Jahren einen Guerillakrieg gegen die von Vietnam gestÜtzte Regierung.
Mitte 1993 fÜhrten von den Vereinten Nationen beaufsichtigte Wahlen zu einer neuen Verfassung und zur Wiedereinsetzung von Norodom Sihanouk als KÖnig. Die Roten Khmer boykottierten die Wahl, sperrten sich gegen FriedensgesprÄche und kauften auch weiterhin große Mengen an Waffen vom kambodschanischen MilitÄr. In den Monaten nach der Wahl veranlasste das Angebot der Regierung auf Straffreiheit zahlreiche Aktivisten, sich von den Roten Khmer loszusagen, die noch mehr AbtrÜnnige zu verzeichnen hatten, als die Regierung sie 1994 Ächtete.
Die Auseinandersetzung mit den Roten Khmer gehÖrte zu den wunden Punkten der wackligen Koalition zwischen Prinz Ranariddhs National United Front und Hun Sens Cambodian People's Party, die im Juli 1997 unter Gewalt auseinanderfiel. Als sich der Staub legte, hatte Hun Sen die Macht als alleiniger StaatsfÜhrer ergriffen. Die Wahlen von 1998 bestÄtigten ihn im Amt, doch Kandidaten der Opposition sprachen von nicht einwandfreien Wahlpraktiken. Auch wenn er nicht als Demokrat Überzeugt, hat der einÄugige Mann dem Land zumindest eine gewisse StabilitÄt gebracht.
Pol Pots Tod durch HerzschwÄche im April 1998 wurde mit Groll (weil er nie vor Gericht gestellt wurde) und Skepsis (sein Tod war bereits mehrfach gemeldet worden) aufgenommen. Die UN hat sich aus Gerichtsverfahren aufgrund von Kriegsverbrechen gegen andere Überlebende FÜhrer der Roten Khmer zurÜckgezogen, da die Unbefangenheit der Gerichte zweifelhaft ist.
Die zukÜnftige StabilitÄt des Landes ist eng mit einer Verbesserung der seit langem schwÄchelnden Wirtschaft verbunden; die fest etablierte Korruptionskultur muss Überwunden, die Ausgaben fÜr das MilitÄr mÜssen verringert und es muss eine Demokratie geschaffen werden, die mehr als nur Stimmzettel ist.
Die Kambodschanische Volkspartei von Premierminister Hun Sen gewann die Wahlen des Jahres 2003, jedoch hielt das politische Patt bis zum Juni 2004 an, als Hun Sen einen Koalitionspartner fand und sein Amt wieder aufnehmen konnte. Im Oktober kÜndigte KÖnig Sihanouk seinen RÜcktritt an; als Grund dafÜr gab er seine schlechte Gesundheit und die innenpolitischen GrabenkÄmpfe im Land an. Ihm folgte sein Sohn KÖnig Sihamoni nach. Defamierung wurde von der CPP Regierung als politisches Instrument zur UnterdrÜckung der Opposition 2005 genutzt. Im Jahr 2006 erfolgte eine Kehrtwende und die AussÖhnung zwischen Premierminister Hun Sen und dem OppositionsfÜhrer Sam Rainsy, wÄhrend die royalistische Partei Funcinpec an internen Konflikten scheiterte. Mit den anstehenden Wahlen in 2008 scheint es ein wechselseitiger Kampf zwischen CPP und Sam Rainsy zu werden.
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