Bevor das Land zu Österreich wurde, fielen über das Donautal zahlreiche Volksstämme und Armeen ein Es kamen und gingen Kelten, Römer, Vandalen, Westgoten, Hunnen, Awaren und Slaven. Im Jahre 803 besetzte Karl der Große einen Teil des Donautals, die berühmte Ostmark, und sorgte für die Christianisierung der größtenteils germanischen Bevölkerung.
Im Jahre 1278 war die Habsburger Dynastie dann so mächtig, dass sie Österreich schließlich von nun ab bis zum Ersten Weltkrieg reagierte. Obwohl die Habsburger dem Gebrauch der Muskeln nicht abgeneigt waren, zogen sie es dennoch vor, weniger barbarische Mittel zur Ausdehnung ihres Herrschaftsbereiches einzusetzen und so weiteten sie ihr Gebiet Schritt für Schritt durch den Erwerb von Immobilien und politisch motivierte Eheschließungen aus. Aus einer dieser Ehen stammten zwei Söhne: Der ältere Sohn, Karl I. von Spanien, der drei Jahre später als Karl V. zum König des Heiligen Römischen Reichs wurde, wohingegen der jüngere Sohn Ferdinand der erste Habsburger war, der in Wien lebte und zum Herrscher von Österreich, Ungarn und Böhmen geweiht wurde. Im Jahre 1556 dankte Karl als Kaiser ab und an seiner Stelle wurde Ferdinand I. gekrönt. Karls restliches Gebiet wurde von seinem Sohn Phillip II. geerbt, wodurch die Habsburger Dynastie in eine spanische und eine österreichische Linie geteilt wurde.
Als der Kaiser dann im Jahre 1571 endlich Religionsfreiheit gewährte, konvertierten die meisten Österreicher zum Protestantismus. Im Jahre 1576 legte der neue Kaiser, Rudolf II., den Grundstein zur Gegenreformation und so kehrten viele Menschen gezwungenermaßen wieder zum Katholizimus zurück. Der Versuch die protestantischen Gebiete Europas zum Katholizismus zu zwingen, führte schließlich zum 30jährigen Krieg, der im Jahre 1618 begann und in Zentraleuropa großen Schaden anrichtete. Im Jahre 1648 wurde dann mit dem Westfälischen Frieden schließlich der Frieden erreicht. Den Rest des Jahrhunderts verbrachte Österreich dann damit, das Vordringen der Türken nach Europa zu verhindern. Aufgrund einer türkischen Belagerung im Jahre 1683 war Wien kurz davor aufzugeben, wurde dann aber von deutschen und polnischen christlichen Soldaten gerettet. Mit vereinten Kräften drängten sie nun die Türken an die südöstliche Grenze Europas. Nach der Befreiung von den Türken schossen in zahlreichen Städten barocke Gebäude in die Höhe und unter dem musikalischen Kaiser Leopold I. entwickelte sich Wien schließlich zu einem Anziehungspunkt für Musiker und Komponisten.
Im Jahre 1740 bestieg Maria Theresa den Thron und regierte 40 Jahre lang. Diese Epoche wird normalerweise als die Ära anerkannt, in der sich Österreich zu einem modernen Staat entwickelte. Während ihrer Herrschaft wurde die Macht zentralisiert, der öffentliche Dienst geschaffen, die Armee und die Wirtschaft wurden reformiert und es wurde ein öffentliches Bildungssystem eingeführt. Der Fortschritt wurde jedoch unterbrochen, als Österreich im Jahre 1805 von Napoleon in Austerlitz besiegt wurde. Der europäische Konflikt hielt bis zum Wiener Kongress in den Jahren 1814-15 an. Österreich wurde mit der Kontrolle des Deutschen Bundes beauftragt, wurde dann aber während der Revolutionen im Jahre 1848 von schweren Aufständen geschüttelt und erlitt schließlich während des Preußisch-Österreichischen Krieges im Jahre 1866 eine Niederlage. Dies führte im Jahre 1867 zur Bildung der österreichisch-ungarischen Monarchie unter Franz Josef und zum Ausschluss aus dem von Bismarck vereinigten neuen deutschen Reich.
Für Österreich begann das 20. Jahrhundert im Wohlstand, aber die österreichische Expansion in den Balkan und die Annexion von Bosnien-Herzegowina im Jahre 1908 führten schließlich im Juni 1914 zur Ermordung des Neffen des Kaisers in Sarajevo. Einen Monat später erklärte Österreich-Ungarn Serbien den Krieg, die Russen kamen den Serben zur Hilfe und so nahm das Massaker des Ersten Weltkriegs seinen Lauf.
Am Ende des Krieges wurde die inzwischen stark geschrumpfte Republik von Österreich gegründet, welche nun die Unabhängigkeit der Tschechoslowakei, von Polen, Ungarn und Jugoslawien anerkennen musste, Staaten, die zuvor - zusammen mit Rumänien und Bulgarien - der Kontrolle der Habsburger unterworfen gewesen waren. Die neue Republik hatte wirtschaftliche Probleme, die schließlich zum Aufkommen nazistischer Gedanken führte. Die Tatsache, dass Österreich mit dem Faschismus sympathisierte, machte es den deutschen Truppen leicht. Sie trafen auf geringen Widerstand, als sie im Jahre 1938 einmarschierten und Österreich in das Dritte Reich integrierten. Anlässlich einer Volksabstimmung befürwortete Österreich im selben Jahr seine Annexion. Während des Zweiten Weltkriegs wurde Österreich stark bombardiert und im Jahre 1945 wurden dann von den Alliierten seine Grenzen von 1937 wiederhergestellt. Nun wurde das Land in vier Zonen eingeteilt. Dies Zonen waren von amerikanischen, britischen, französischen und russischen Truppen besetzt, die sich hier ein Jahrzehnt lang etablierten, bevor sie sich zurückzogen und Österreich erlaubten, seine Neutralität zu erklären.
In den Nachkriegszeit arbeitete Österreich hart, um die wirtschaftlichen Schwierigkeiten bewältigen zu können und traf im Jahre 1972 ein freies Handelsabkommen mit der Europäischen Union (EU, die damalige EWG). Abgesehen von der Wahl des ehemaligen deutschen Armeeoffiziers und UN-Generalsekretärs Kurt Waldheim zum Präsidenten Österreichs im Jahre 1986 entwickelte sich die österreichische Politik nun immer weiter zu einer Politik des Konsens. Nach dem Fall des Ostblocks unter der gegen die Immigration gerichteten Friedenspartei des rechtens Flügels in den späten 80er Jahren nimmt nun die Immigration nach Westeuropa zu. Und die Sorgen der Moderraten wurden vom jüngsten Flüchtlingsstrom aus dem ehemaligen Jugoslawien stark verstärkt.
In einer Volksabstimmung im Jahre 1994 hat das österreichische Volk den Eintritt ihres Landes in die EU befürwortet und so ist Österreich am 1. Januar 1995 der Union beigetreten. Bis heute betrachten die meisten Österreicher die Vorteile der EU-Mitgliedschaft allerdings eher mit gemischten Gefühlen.
Bei den Wahlen im Jahre 2000 lag die Freiheitspartei des rechten Flügels direkt hinter den Sozialdemokraten und bildende mit der moderaten rechtsgerichteten Volkspartei eine Regierungskoalition. Der Führer der Freiheitspartei und angebliche Nazisympathisant Jörg Haider übergab Susanne Riess-Passer, die als weniger extrem angesehen wird, die Führung, aber trotz dieses Schachzugs legte die EU Österreich Sanktionen auf. Im August 2003 kam es zu Überschwemmungen an der Donau, woraufhin im September gegen Österreich Sanktionen verhängt wurden, da die Partei als kontraproduktiv angesehen wurde. Im November gelang es der Volkspartei schließlich, der Freiheitspartei Stimmen abzuringen, sie war aber trotzdem dazu gezwungen, eine Regierungskoalition zu bilden. Pensionsreformen, Entschädigungen für die Verbrechen des Holocaust und strengere Asylgesetze sind weitere Themen, welche die öffentliche Debatte beherrschen.
Ende des Jahres 2003 trauerte das Land um Präsident Thomas Klestil, der zwei Tage vor dem Ablaufen seiner Amtszeit starb und im Jahr 2004 wurde der Österreicherin Elfriede Jelinek der Nobelpreis für Literatur verliehen, womit ihre kraftvolle poetische Ader offizielle Anerkennung fand. In der ersten Hälfte des Jahres 2006 hat Österreich die sechsmonatige EU-Präsidentschaft übernommen und versucht, die Idee einer Europäischen Verfassung wiederaufleben zu lassen. Im selben Jahr wurde die Nation mit zwei recht strittigen Kriminalfällen konfrontiert. Im März wurde der Historiker David Irving für drei Jahre inhaftiert, weil er den Holocaust geleugnet hatte (im Dezember wurde er dann entlassen und abgeschoben). Und im August gelang es der 18jährigen Natascha Kampusch, die im Jahre 1998 verschwunden war, aus ihrem unterirdischen Verließ zu fliehen, in dem sie seitdem gefangen gehalten wurde. Ihr Kidnapper, Wolfgang Priklopil, begann kurz darauf Selbstmord. Später im Jahr gingen die Österreicher dann an die Urnen und im Januar 2007 wurde schließlich eine Regierungskoalition zwischen den Sozialdemokraten (SPÖ) und der konservativen Volkspartei gebildet. Bundeskanzler ist Alfred Gusenbauer (SPÖ).
Erweiterte Web-Suche nach Österreich
Die besten Angebote im Preisvergleich: