Die Ältesten archÄologischen Funde in Amsterdam stammen aus rÖmischen Zeiten. MÜnzen und ein paar FundstÜcke weisen darauf hin, dass Menschen hier waren. Es gibt jedoch keine Beweise fÜr eine Siedlung. Das Überrascht nicht, wenn man bedenkt, dass die Gegend aus unstetigen Seen, SÜmpfen und Moorgebiet bestand. Die ersten Siedler von Amsterdam waren Bauern und Fischer, die im 12. Jahrhundert die Moorgebiete um die Amstel mit GrÄben und Deichen zÄhmten. Die Stadt begann nach 1300 als wichtiger Handelsort zwischen der Nord- und Ostsee und SÜdeuropa schnell zu wachsen. Als jedoch das Geld in die Kassen strÖmte, verhÄrtete sich der Klassenkampf - die Reformation entbrannte in einem Ringen um die Macht zwischen aufstrebenden HÄndlern und katholisch gesinnten Aristokraten. Der Calvinismus, eine Form des Protestantismus, ergriff die Herzen und Geister der Neureichen von Amsterdam, die sich durch Bescheidenheit, harte Arbeit und gemeinschaftliche Andacht auszeichneten. Die Calvinisten lehnten sich gegen die imperialistische Macht des katholischen KÖnigs Philip II von Spanien auf und 1578 nahmen sie Amsterdam ein. Im darauf folgenden Jahr riefen Amsterdam und sieben nÖrdliche Provinzen die unabhÄngige Republik Holland aus - angefÜhrt von William von Orange, dem Vorvater der heutigen KÖnigsfamilie. Das goldene Zeitalter von Amsterdam (1580 - 1740) begann, als das rivalisierende Antwerpen von den Spaniern erobert wurde und nur noch begrenzten Seezugang hatte. Um 1600 dominierten die Schiffe von Amsterdam den Seehandel und die Fischerei in Europa und erweiterten ihren Horizont im 17. Jahrhundert, indem hollÄndische Überseekolonien gegrÜndet wurden. WÄhrend des 18. Jahrhunderts Übertraf der Geldhandel zunehmend den Warenhandel und wurde zum stÄrksten Wirtschaftszweig der Stadt. Der Handel und die Fischerei kamen anfangs 19. Jahrhundert vÖllig zum Erliegen, als die Stadt durch die Franzosen besetzt und anschließend von den Briten blockiert wurde. Als 1814 die franzÖsischen Truppen abzogen, wurde aus Amsterdam eine regionale Marktstadt und die Briten regierten die See.
Im 20. Jahrhundert wendete Amsterdam der See den RÜcken zu und richtete sich als industrielles Zentrum neu aus. Eisenbahnlinien wurden gebaut, die Stahlproduktion gedieh und die BevÖlkerung wuchs. Als Hauptstadt der neutralen Niederlande Überstand Amsterdam den Ersten Weltkrieg relativ gut und die 20er-Jahre wurden zum Boom, gekrÖnt von den Olympischen Spielen 1928. Leider traf die Depression der 30er Jahre die Stadt hart, mit Arbeitslosenraten von 25 % und Spannungen zwischen Sozialisten, Kommunisten und Faschisten. Im Zweiten Weltkrieg versuchten die Niederlande, neutral zu bleiben. Im Mai 1940 marschierten jedoch die Deutschen ein und zum ersten Mal in 400 Jahren erfuhr die BevÖlkerung der Stadt die GrÄuel eines Kriegs am eigenen Leibe. Die Besatzungsmacht fÜhrte zunehmend strengere Maßnahmen gegen die große jÜdische BevÖlkerung der Stadt ein, oft mit der Komplizenschaft der regionalen BehÖrden. Obwohl die Arbeiterschaft einen Streik zur UnterstÜtzung ihrer jÜdischen Landsleute antrat, schritten die Dinge zu weit fort. Nur einer von 16 Juden von Amsterdam Überlebte den Krieg, was das hÖchste VerhÄltnis von ermordeten Juden in ganz Westeuropa war. WÄhrend der Zeit der Besatzung duckte sich die StadtbevÖlkerung weitgehend und versuchte das Beste daraus zu machen. Als die Besetzer jedoch begannen, hollÄndische MÄnner fÜr Zwangsarbeit nach Deutschland zu verschleppen, begann eine Widerstandsbewegung zu wirken, die aus einer Allianz von Calvinisten und Kommunisten gegrÜndet wurde. Der SÜden des Landes wurde 1944 von den Alliierten befreit, das isolierte Amsterdam litt im harten Winter 1944 - 1945 jedoch fÜrchterlich und tausende von Einwohnern kamen um. Die Stadt wurde schließlich im Mai 1945 befreit. In der Nachkriegszeit sammelte sich Amsterdam leise, bis Anfangs der 60er Jahre die Menschen den Status quo in Frage zu stellen begannen und Amsterdam sich zum radikalen Herzen Europas entwickelte. Die Provos rÄumten mit allen Konventionen auf, mit einer Reihe von Straßenhappenings, wÄhrend Studenten und Frauen fÜr mehr Rechte kÄmpften und Hippies ins „magische Zentrum“ Europas, der Stadt, in der alles mÖglich ist, zu pilgern begannen. AufrÜhrerische Wohnungsbesetzer konnten den Abbruch von billigem Wohnraum in der Innenstadt stoppen, ein Mangel, der heute noch herrscht. Viele Einwohner protestierten gegen eine gedankenlose Stadtplanung und entwickelten Richtlinien fÜr eine Innenstadt, in der die Menschen leben, arbeiten und einkaufen kÖnnen. In den frÜhen 80er-Jahren fand man den Konsens und damit eine fortschrittliche Planung und eine moderne Sozialpolitik, wie mit den Nachbarschaftsversammlungen, einem toleranten Umgang mit Drogen, dem Bauen von erschwinglichem Wohnraum und der rechtlichen Anerkennung von schwulen und lesbischen Paaren
In den 90er-Jahren weichten Familienbetriebe und kleinere Unternehmen den Berufsleuten aus dem Dienstleistungssektor und durch den damit verbundenen Aufschwung entstand in der Innenstadt eine sehr angenehme Mischung aus LÄden, Restaurants und Hotels. Auch die ethnische Zusammensetzung der Stadt verÄnderte sich mit dem Zuzug von Surinamern, Marokkanern, TÜrken und Antillianern, die gegen 25 % der BevÖlkerung ausmachen und durch den Zustrom von Expats mit hÖheren Einkommen, die vom Erfolg der Stadt im Außenhandel angezogen werden. Teilweise als Ergebnis dieser wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen VerÄnderungen scheint das Geld wieder im Amsterdam des 21. Jahrhunderts die Oberhand zu gewinnen und alles ist mÖglich, vorausgesetzt, alles wird „vernÜnftig“ geplant und alle Mitspieler werden zurate gezogen. Die Stadt ist ein lebenswerter Ort (sofern man einen Wohnraum findet) und Touristen strÖmen herbei, um zu sehen, worum es geht: Amsterdam liegt in Sachen Tourismus in Europa an vierter Stelle, nach London, Paris und Rom.
Erweiterte Web-Suche nach Amsterdam
Die besten Angebote im Preisvergleich: