Sehenswürdigkeiten

Das Fahrrad ist das wichtigste Fortbewegungsmittel - Amsterdam ist flach und daher auch ideal zum Joggen und Walken. Die HollÄnder frÖnnen aber auch dem Segeln, und Windsurfing ist nahezu ein Nationalsport. Eislaufen ist sehr beliebt, wenn die Winter kalt genug dazu sind.

Vondelpark Vondelpark

In den 70er-Jahren war der Vondelpark ein beliebter Treffpunkt der Hippies. Heute ist es keine politische BrutstÄtte mehr, aber noch immer der schÖnste grÜne Flecken der Stadt. 1860 als grÜner Ring fÜr die Bourgeoisie angelegt, bietet der Vondelpark in englischem Stil eine FÜlle von Teichen, Wiesen, Unterholz und gewundenen Fußwegen, um stundenlang zu verweilen.

Der lÄngliche Park wurde nach dem Shakespeare der Niederlande getauft, dem Dichter und Theaterautor Joost van den Vondel. In den 70er-Jahren sprach es sich herum, dass Amsterdam abgehoben ist, und Horden von Hippies strÖmten in den Vondelpark, um auszusteigen. Der Park wurde weltweit bekannt als Freiluftschlafplatz fÜr Leute, die einen alternativen Lebensweg suchten. Heute ist es verboten, hier zu Übernachten. Der Park ist inzwischen zum Mekka fÜr Jogger, Frisbeespieler, Kinder, die Enten nachjagen oder Drachen steigen lassen, Liebespaare, Familien mit Kinderwagen und Fußballspieler geworden.

Museum Willet-Holthuysen Museum Willet-Holthuysen

Das in einem Neo-Louis-XVI-Landschlossstil dekorierte Willet-Holthuysen-Museum ist nach der MillionÄrswitwe benannt, die 1889 das monolytische Landhaus der Stadt hinterließ. Neben einem jÄhrlichen Ausstellungsprogramm findet man eine Reihe von authentischen RÄumen aus jener Epoche. Der Garten dahinter ist ein großartiger Ort der Entspannung.

Van Gogh Museum Van Gogh Museum

Kunstliebhaber sollten sich von den Menschenmengen nicht abschrecken lassen, um die SchÄtze des Van Gogh Museum zu besuchen. Es besitzt viele der berÜhmtesten Werke des Meisters. FÜnfhundert Zeichnungen, 200 GemÄlde und Über 700 Briefe enthÄlt die Sammlung. Bei jedem Besuch des Museums erwachen das Genie und die Vision dieses geplagten KÜnstlers zum Leben.

Vom harten, entbehrungsreichen Leben der Kartoffelesser bis zu den hellen, nahezu kindlichen Farben des Gelben Hauses von Arles und der dÜsteren SchÖnheit der Sternennacht, das Van Gogh Museum organisiert die beeindruckendsten Ausstellungen Über das Schaffen des KÜnstlers. Der 1853 geborene Van Gogh hatte ein kurzes, aber produktives Leben. Er begann erst mit 28 Jahren zu malen und erschuf die meisten seiner Werke in seinen letzten vier Lebensjahren, die er in Frankreich verbrachte. Nach einer stÜrmischen Auseinandersetzung mit seinem Freund, dem Maler Gaugin, verlor der ohnehin bereits von seelischer Pein geplagte KÜnstler seine Fassung und schnitt sich ein Ohr ab. Diese SelbstzerstÜmmelung war erst der Anfang eines reißenden Strudels, der ihn in den Wahnsinn trieb und durch eine Syphilis im dritten Stadium noch verschlimmert wurde (wie manche behaupten). Er nahm sich 1890 durch einen Kopfschuss das Leben und entkam so der Einlieferung ins Irrenhaus.

Nederlands Scheepvaart Museum Nederlands Scheepvaart Museum

Es ist gar Überraschend, dass ein alter Dreimaster der Ostindischen Gesellschaft irgendwo in Amsterdam fÜr immer trockengelegt wurde. Die HollÄnder wurden schließlich durch das Besegeln der hohen See reich und Wasser ist ein tief im nationalen Bewusstsein verankertes Element. Das Museum besitzt zudem die wahrscheinlich weltbeste Sammlung von ErinnerungsstÜcken der Seefahrt.

Das Museum ist im beeindruckenden Hauptquartier der ehemaligen Ostindischen Gesellschaft untergebracht, wo sie im 17. Jahrhundert ihre Schiffe luden, bevor sie fÜr die neunmonatige Reise nach Jakarta in See stachen. Im obersten Stockwerk kann man mit einem Periskop eine Aussicht Über die Stadt genießen, wie man sie sich als Landratte nicht gewÖhnt ist. Begeisterte SeebÄren kÖnnen im Filmsaal eine packende Nachstellung einer Reise nach Ostindien sehen. Leider ist die Ausstellung fÜr Besucher, die kein HollÄndisch lesen kÖnnen, etwas frustrierend, denn nur eine kleine Auswahl der riesigen Sammlung ist mit Übersetzten ErklÄrungen versehen.

Anne Frank Huis Anne Frank Huis

Über 80 000 Menschen im Jahr betreten das berÜhmteste Kanalhaus von Amsterdam jedes Jahr und mit sehr wenig Raum fÜr die Besucher, kÖnnte es zu einer zweitrangigen Attraktion gezÄhlt werden, wenn da nicht der erschÜtternde Hintergrund wÄre: die Zerreißprobe eines jungen MÄdchens, das die Schrecken des Zweiten Weltkriegs dokumentierte, wie niemand anderes es gemacht hatte. Man muss sich auf lange Warteschlangen und VerzÖgerungen gefasst machen, insbesondere um die Mittagszeit.

Anne Frank erhielt an ihrem 13. Geburtstag ein Tagebuch geschenkt, drei Wochen bevor sie untertauchen musste. Und die Dachkammer, in der sie dieses Tagebuch geschrieben hatte, ist der Brennpunkt dieses bewegenden und manchmal erschÜtternden Ortes. Im Juli 1942 zogen die Deutschen die Schlinge um die jÜdische BevÖlkerung Amsterdams enger zu und Anne (13) und ihre Schwester Margot (16) versteckten sich im GebÄude des Familienunternehmens. Sie Überlebten hier, versteckt auf dem Dachboden, bis sie im August 1944 an die Deutschen verraten wurden - ein Zeitpunkt, der quÄlend nahe an der Kapitulation und der Niederlage des Dritten Reichs lag. Niemand weiß, wer sie verraten hatte. Die Franks gehÖrten zu den letzten Juden, die deportiert wurden. Anne starb im Konzentrationslager Bergen, nur wenige Wochen vor der Befreiung. Otto, der Vater von Anne, war der einzige der Familie, der Überlebte.

Hortus Botanicus Hortus Botanicus

Der botanische Garten wurde 1638 als KrÄutergarten fÜr die Ärzte der Stadt gegrÜndet und 1682 in die Plantage verlegt. Sie wurde zum Lager fÜr tropisches Saatgut und Pflanzen, die von den Schiffen der West- und Ostindischen Gesellschaften nach Amsterdam gebracht wurden. Kaffee, Ananas, Zimt und PalmÖl wurden von hier in die ganze Welt vertrieben.

Der eigentliche KrÄutergarten, der Hortus Medicus, ist bekannt fÜr seine Forschung auf dem Gebiet der Tropenkrankheiten. Hier gibt es viel zu sehen: Zur wunderbaren Mischung aus kolonialen und modernen Strukturen gehÖren das renovierte achteckige Treibhaus, ein hypermodernes Glashaus mit drei Klimata, subtropischer und tropischer Flora und WÜstenpflanzen, ein monumentales Palmenhaus mit einem Über 300 Jahre alten Cycas-Palmfarn, das als Älteste Topfpflanze der Welt gilt (sie blÜhte 1999, ein seltenes Ereignis), ein Schmetterlingshaus, das besonders Kinder und zugekiffte Erwachsene erfreut, ein neu eingerichtetes CafÉ mit einer sehr angenehmen Terrasse und natÜrlich den medizinischen KrÄutergarten Hortus Medicus, der Studenten aus aller Welt anzieht. Über Laufstege kann man in den GewÄchshÄusern die Pflanzen von unten und von oben aus der NÄhe betrachten.

Rijksmuseum Rijksmuseum

Wer nur Zeit fÜr einen Museumsbesuch hat, findet hier die Antwort von Amsterdam auf den Louvre. Obwohl die meisten SÄle fÜr lÄngere Zeit wegen Renovationen geschlossen sind (geplante Fertigstellung 2008), ist das Rijksmuseum immer noch eine Augenweide fÜr Kunstliebhaber, mit Meisterwerken aus dem 17. Jahrhundert, Silberwaren, Delfter Porzellan und Ikonen der hollÄndischen Geschichte.

Amsterdams Historisch Museum Amsterdams Historisch Museum

Dieses Museum zeigt auf, wie sich Amsterdam von einem Fischerdorf auf einem abgestandenen Sumpf zu einer pulsierenden Metropole entwickelt hat. Es fÜhrt einem vor Augen, wie unglaublich es ist, dass eine solche Stadt ohne Bulldozer, elektrische Pumpen oder Anti-MÜckenspray gebaut werden konnte.

Die fesselnde Ausstellung, in einem verzweigten KlostergebÄude aus dem 17. Jahrhundert, beginnt mit einer glÄnzenden Luftaufnahme von Amsterdam aus dem Hightechzeitalter, die aufzeigt, wie sich die Stadt Viertel fÜr Viertel, Kanal fÜr Kanal entwickelt hat. Danach folgt ein dreiteiliger Rundgang durch die Stadtgeschichte, die von Mitte des 14. Jahrhunderts bis in die Gegenwart reicht. Am Ende eines Museumsbesuchs wird einem klar, welch erstaunlicher Ort Amsterdam ist und weshalb die Stadt es verdient, in einem so großartigen Museum geehrt zu werden.

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