Sehenswürdigkeiten

Im Sommer macht es unendlich viel Spaß, auf den Kanälen und Seen um die Kirowski-Inseln herumzurudern. Auch am Nordende des Wassergrabens, der die Peter-und-Pauls-Festung umgibt, stehen Ruderboote zum Verleih. Man kann auch eine Jacht mieten und hinaus zu einem Strand im Golf von Finland segeln. Im Winter kann man mit den Einheimischen Langlauf quer durch das Land praktizieren. Toksovo nördlich von St. Petersburg ist ein beliebter Ausgangsort. Eisschwimmen in der gefrorenen Neva ist ein weiterer Sport der Einheimischen an dem man sich versuchen kann.

Wellness auf russische Art geschieht im banya, einem ofenheissen Dampfbad, in dem man sich unter Freunden gegenseitig mit Birkenruten schlägt. Wem das zu anstrengend ist, der kann sich im 100 000 Zuschauer fassenden Petrowsky-Stadion ein Fußballspiel ansehen. Billardspielen ist ebenfalls sehr beliebt.

Schlossplatz Schlossplatz

200 Jahre lang wurde das riesige russische Reich von diesem Platz im Herzen St. Petersburgs aus regiert. Der Platz ist einer der schönsten Europas, gesäumt von farbenfrohen und doch eleganten Gebäuden und bestückt mit Denkmälern, die an den russischen Sieg über Napoleon erinnern. Dies war der Schauplatz des Blutsonntags im Jahre 1905, der bolschewistischen Machtergreifung im Jahre 1917 und der Nachtwachen im Namen der Demokratie während des Putsches von 1991.

Der Schlossplatz wird von der grün-weißen Rokoko-Fassade des Winterpalastes dominiert, der zusammen mit anderen Bauwerken die Staatliche Eremitage bildet. In den grauen, alten Tagen kamen viele Besucher allein wegen dieses Museums in die Stadt. Der Gebäudekomplex hat die Ausmaße einer kleinen Stadt und man kann problemlos eine ganze Woche hier verbringen - zur Orientierung sollte man Karte und Kompass nicht vergessen! Vier miteinander verbundene Gebäude am Fluss - der Winterpalast, die Kleine und die Große Eremitage sowie das Eremitage-Theater - beherbergen eine unermesslich große Sammlung westeuropäischer Kunst, mit so vielen Kronleuchtern, überladenen Innendekorationen und zaristischen Juwelen und Schätzen, dass man noch Tage danach Sterne sieht. Die Exponate stammen größtenteils aus den kultivierten Tagen Katharinas der Großen und viele andere Werke gelangten in russischen Besitz, als die Macht Napoleons im Schwinden begriffen war.

Neben dem Winterpalast erhebt sich die goldene Spitze der Admiralität, an der man sich gut orientieren kann, wenn man in der Stadt unterwegs ist. Dieses klassizistische Gebäude beherbergt eine Marineschule und ist reichlich mit trompetenden Engeln, überdimensionalen Statuen und Brunnen ausgestattet. Ein anderes Gebäude, das die Skyline beherrscht, ist die Isaak-Kathedrale mit ihrer Goldkuppel; von der Aussichtsbalustrade auf dem Säulengang unterhalb der Kuppel hat man einen schönen Ausblick.

Peter-und-Pauls-Festung Peter-und-Pauls-Festung

Auf der winzigen Sajatschi-Insel liegt das älteste Bauwerk der Stadt, die Peter-und-Pauls-Festung. Mit ihrem Bau wurde 1703 zum Zwecke der Verteidigung des neu gewonnenen Landes gegen die Schweden begonnen, wobei die Pläne für die Festung aus der Feder von Peter dem Großen stammen. Bis 1917 fungierte die Anlage in erster Linie als Gefängnis für politische Gefangene - ironischerweise war Peters Sohn Alexei der erste Insasse, gefolgt von so bedeutenden Persönlichkeiten wie Dostojewski, Gorki, Trotzki und Lenins älterem Bruder Alexander. Die benachbarte Kathedrale, die von außen recht schlicht aussieht, birgt im Innern eine prachtvolle barocke Ausstattung. Hier sind die meisten russischen Zaren aus der Dynastie der Romanows begraben. All dies wurde gebaut, als Peter der Große noch in einer Blockhütte mit Blick auf seine im Entstehen begriffene Stadt hauste. Jene Hütte wird als schreinartiges Museum bewahrt.

Das zaristische St. Petersburg Das zaristische St. Petersburg

Beim Anblick der grandiosen Architektur von St. Petersburg wird verständlich, wie es in dieser Stadt 1917 zur Oktoberrevolution kommen konnte - man führe sich nur den krassen Unterschied zwischen dem opulenten Lebensstil des Zarenhofs und der Armut der Arbeiter und Soldaten vor Augen. Die Gebäude der Stadt reflektieren europäische Geschmäcker und Traditionen und wurden zum großen Teil während der Regentschaft von Zarin Elisabeth, Katharina der Großen und Alexander I. errichtet, wobei klassizistische Bauten überwiegen. Der in den schönsten öffentlichen Gärten der Stadt gelegene Sommerpalast wurde für Peter gebaut und ist fast vollständig im Originalzustand erhalten. Sein vergleichsweise bescheidenes Aussehen bildet einen angenehmen Kontrast zu der an Versailles orientierten Gartenanlage.

Eines der meistfotografierten Zeugnisse vergangenen Ruhms liegt am östlichen Ende des Newski-Prospekts: der Beloselski-Beloserski-Palast. Das Gebäude ist leicht an seinem dunkelroten Stuck und seiner Reihe tragender Säulen in Form von leicht geschürzten Muskelmännern zu erkennen. Bis 1991 wurde dieses herrliche Bauwerk von der Ortsgruppe der Kommunistischen Partei benutzt, die damit großen Geschmack bewies. Der Lieblingsarchitekt und zugleich Liebhaber der Zarin Elisabeth, Rastrelli, baute das grün-weiße Palais Stroganow oberhalb des Flusses Moika. Der Reichtum der Stroganows gründete sich auf den sibirischen Pelzhandel und ihr Chefkoch war tatsächlich der Erfinder des Boeuf Stroganow.

Die Wassili-Insel Die Wassili-Insel

St. Petersburgs größte Insel liegt wie ein Stöpsel in der Mündung der Newa. Die schönsten Ausblicke auf die Stadt genießt man von der östlichen "Nase" des Eilands, die sich gegenüber der Admiralität in die Newa hineinstreckt. Hier befinden sich auch einige höchst sehenswerte Gebäude wie die Universität der Stadt und eine Reihe von Museen, darunter das Kriegsmarinemuseum, das Zoologische Museum, die Kunstkammer und die Akademie der Künste. An den "Nasenflügeln" der Insel stehen zwei Rostra-Säulen, kleine Leuchttürme, die nach alter römischer Sitte mit Schiffsschnäbeln dekoriert sind und die immer noch an Feiertagen mit Gas beleuchtet werden. Das Menschikow-Palais war eines der ersten auf der Insel errichteten Gebäude und beherbergt heute ein Museum voller alter Möbel und anderer Einrichtungsgegenstände.

Der Newski-Prospekt Der Newski-Prospekt

Auch in St. Petersburg besitzt man so etwas wie die Champs Elysées: Der berühmte Newski-Prospekt zieht sich von der Admiralität 4 km Richtung Osten zum Alexander-Newski-Kloster am Ufer der Newa. Die Prachtstraße ist von schönen Gebäuden gesäumt und bietet eine herrliche Kulisse für die jeden Juni stattfindenden Weißen Nächte, aber auch in der übrigen Zeit pulsiert hier das Leben. Die Liste der berühmten Personen, die am oder in der Nähe des Newski-Prospekts gelebt haben, liest sich wie ein Who's Who der Kulturgeschichte: Gogol, Tschaikowsky, Turgenjew, Nijinksi, Rimski-Korsakow und Dostojewski. Beim Bummel über diese Straße sollte man seinen Blick ab und zu nach oben richten, um die wunderschönen architektonischen Details nicht zu versäumen. Zu den Sehenswürdigkeiten gehören die von Säulen umgebene Kasan-Kathedrale mit ihrem Religionsmuseum; ein Jugendstilhaus, das früher als Sitz des Nähmaschinenherstellers Singer diente und in dem jetzt ein Buchladen untergebracht ist; das von Arkaden geschmückte Kaufhaus Gostiny Dwor ; und ein riesiger Platz, der von einer Statue Katharinas der Großen beherrscht wird, die von ihren zahlreichen Liebhabern umgeben ist. Viele der am Newski-Prospekt gelegenen Geschäfte lohnen schon allein wegen ihrer Innenausstattung einen Besuch; man findet Einkaufspaläste aus dem 19. Jahrhundert neben opulenten Jugendstil- und Art-Déco-Gebäuden.

St. Petersburg als Stadt der Literatur St. Petersburg als Stadt der Literatur

Puschkin war einer der ersten russischen Schriftsteller von Weltformat. In seinem Versroman "Eugen Onegin" beschrieb er die Dekadenz von St. Petersburg besonders anschaulich, seine Verserzählung "Der eherne Reiter" erweckt die berühmte Statue Peters des Großen am Ufer der Newa zum Leben. Auch Tolstoi nahm sich die versnobten Adligen vor, vor allem in "Krieg und Frieden" und "Anna Karenina", indem er das einfache Leben in Moskau mit dem oberflächlichen und ach so zivilisierten St. Petersburg verglich. Im Gegensatz dazu beschrieb Dostojewksi in "Schuld und Sühne" das Leben der Armen.

Puschkins letztes Zuhause an einer der schönsten Windungen der Moika ist nun ein Museum, komplett ausgestattet mit stehen gebliebener Uhr und nachgebildeter Bibliothek. Der Autor starb hier nach einem Duell, in dem er die beschmutzte Ehre seiner Frau verteidigen wollte. Auch der Wohnsitz Dostojewskis wurde detailgetreu eingerichtet und in ein Museum umgewandelt. Er starb in diesem Gebäude an einem Blutsturz, als er gerade dabei war, sein Tagebuch zu schreiben.

Der Fernsehturm Der Fernsehturm

Der Sendeturm des St. Petersburger Rundfunk- und Fernsehsendezentrums ist für die Öffentlichkeit zugänglich. Vom 50 000 Watt starken, 310 m hohen Turm bieten sich hervorragende Ausblicke über die Stadt und ihre Umgebung, außerdem gibt es auf 200 m Höhe ein Café bzw. eine Bar. An windigen Tagen schwankt der Turm leicht, was man auch spüren kann. Die Errichtung des Turms wurde von einem gänzlich aus Frauen bestehenden Team überwacht.

Petrodworez (Peterhof) Petrodworez (Peterhof)

Die meisten europäischen Herrscher wünschten sich ein eigenes Versailles und auch Peter der Große bildete in dieser Hinsicht keine Ausnahme. An einer schönen Stelle 30 km westlich von St. Petersburg ließ er eine Serie von Palästen bauen, die zusammen als Petrodworez bzw. Peterhof bekannt sind. Dieses Zeugnis zaristischer Verschwendungssucht wurde von den deutschen Besatzern im Zweiten Weltkrieg praktisch komplett zerstört und was man heute sieht, ist eine detailgetreue Rekonstruktion, die zugleich ein Symbol für den Wiederaufbau des Landes nach dem Kriege ist.

An dem eindrucksvollen Charme des Peterhofs haben Wasserspiele und Springbrunnen einen großen Anteil. Die Große Kaskade ist eine Symphonie aus Fontänen und Kanälen, die teilweise von Peter selbst entworfen wurden. Außerdem gehören zum Peterhof das für Peter den Großen erbaute Große Schloss, das dann für Zarin Elisabeth von Rastrelli erweitert und später von Katharina der Großen umgebaut wurde. Die Deckenkronleuchter und Gemälde sind Originale; sie wurden glücklicherweise entfernt, bevor die Deutschen den Peterhof erreichten. Peters Schlösschen Monplaisir verfügt über luftige und helle Galerien mit Blick aufs Meer - es lässt sich leicht nachvollziehen, warum dies sein bevorzugter Ort zum Entspannen war. Die Gärten sind voller Fontänen, reizender Pavillons und Sommerhäuser, darunter das Nonplusultra an privaten Gemächern, die in sich abgeschlossene und mit einem Wassergraben umgebene Eremitage.

Die Kirowski-Inseln Die Kirowski-Inseln

Die äußeren Inseln im Delta nördlich des Stadtzentrums werden unter dem Namen Kirowski-Inseln zusammengefasst, zu ihnen gehören Kammeni, Jelagin und Krestowski. Die Eilande wurden Günstlingen des Hofs geschenkt und zu eleganten Spielwiesen umgebaut. Heute sind sie zumeist von schattigen Alleen geprägt, die zu einem Spaziergang einladen. Sommerhäuser, alte Paläste, Bootskanäle, Radwege und ein Park am Meer wechseln sich mit den märchenhaften Anwesen der Ultrareichen von St. Petersburg ab.

Puschkin Puschkin

Die für Zarin Elisabeth und Katharina die Große erbauten Sommerschlösschen von Zarskoje Selo ("Zarendorf"; ab 1918 Detskoje Selo, "Kinderdorf"; 1937 aus Anlass des 100. Todestags von Puschkin erneut umbenannt) rufen die rosigen wie auch die grauen Tage der Romanows ins Gedächtnis. Das barocke Katharinenpalais lag beim Abzug der Deutschen gegen Ende des Zweiten Weltkriegs in Ruinen, ist heute jedoch ein Paradebeispiel für meisterhafte Restauration. Seine blau-weiße Fassade zieren goldene Türmchen, das Innere des Schlosses ist mit Spiegeln, Kronleuchtern und feisten Putten überladen. Man sollte sich auch die Fabergé-Sammlung nicht entgehen lassen. Etwas nördlich des Katharinenpalais liegt das zitronenfarbige Alexanderpalais. Es war der beliebteste Aufenthaltsort von Nikolaus und Alexandra und wurde später ironischerweise zu ihrem Gefängnis, bevor sie nach Jekaterinburg (das heutige Swerdlowsk) verschleppt wurden, wo man die gesamte Familie erschoss. Das Alexanderpalais ist das touristisch am wenigsten überlaufene und daher in gewisser Weise das angenehmste Bauwerk des gesamten Ensembles. Nach einer unendlich langen Restauration ist es inzwischen für die Öffentlichkeit zugänglich.

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