Unterhaltung

Kopenhagener konnten sich noch nie mit der Idee anfreunden, in einer Großstadt zu leben. Lärm, Verkehrschaos, riesige Gebäude, hektische Geschäftsleute und das zur Schau stellen des eigenen Reichtums werden hier nicht gemocht. Die meisten Menschen leben außerhalb der Stadt in kleinen, unabhängigen Vororten, in denen man sich eher in der Provinz als in der Nähe einer Hauptstadt fühlt. In der Stadt selbst ist der Verkehr soweit wie möglich eingeschränkt und die Bauverordnung gibt enge Grenzen für die Höhe der Gebäude vor. Obwohl die Innenstadt voll pulsierender Aktivitäten ist und sich die Menschen dort drängen, versucht man, mehr ein kosmopolitisches Sammelbecken denn das geschäftige Zentrum einer Metropole zu sein. Überall findet man kleine Rückzugsbereiche, zum Beispiel die idyllischen Plätze Gråbrødretorv, Nytorv und Gammeltorv oder die vielen Parks rund um das alte Stadtzentrum. Die Kopenhagener haben in der Tat bewiesen, dass sie einige der schönsten, außergewöhnlichsten, faszinierendsten und entzückendsten städtischen Erholungsgebiete der Welt schaffen können. Im Folgenden sind einige davon aufgeführt.


Erholungsgebiete


Das berühmteste Erholungsgebiet Kopenhagens ist der Tivoli, der alte, weltbekannte Vergnügungspark in der Mitte der Stadt. Etwa 100.000 Glühbirnen verzaubern den Park mit seiner Blumenpracht, der antiken Achterbahn, stilvollen Restaurants und vielen schönen Darbietungen von Musik, Tanz und Theater.


Christiania ist ebenso ein Ort der Erholung und eine Institution, auch wenn es das genaue Gegenteil des Tivoli zu sein scheint. Es richtet sich bewusst gegen das Establishment und galt lange als Rebellengebiet, mit zahlreichen Konfrontationen mit der Polizei. Christiana ist eingezäunt, überraschend friedvoll, und es hat keine sichtbare Verbindung zu Kopenhagen (oder zu Dänemark, zur EU oder NATO, was sogar am Eingang steht). Dieses Viertel wurde in den frühen 70er Jahren von Hippies besetzt und blieb seitdem von den Behörden unangetastet.


Weiter draussen in Christianshavn befindet sich Holmen, ein weiteres Erholungsgebiet. Hier arbeiten und studieren Filmstudenten, Architekten und Gleichgesinnte in dem ehemaligen Marinestützpunkt.


Ein sehr ungewöhnliches Erholungsgebiet ist der Assistens Kirkegård, ein Friedhof, auf dem Kopenhagener Berühmtheiten wie u.a. Hans Christian Andersen und Søren Kierkegaard begraben sind. Er dient gleichzeitig als öffentlicher Park, in dem man zwischen Grabsteinen picknicken kann.


Der bezauberndste der vielen Parks der Stadt ist Frederiksberg Have. Dort kann man im Sommer kleine Boote mieten und sich ins Herz seines oder seiner Liebsten rudern. Im Kongens Have trifft sich die Schickeria der Innenstadt zum Picknick, zu spontanen Fussballspielen oder zum hüllenlosen Sonnenbaden. Im Botanischen Garten gibt es überwältigend viele exotische Blumen, Bäume und Pflanzen. Der H.C.Ørstedsparken wird bei Nacht zum geheimen Treffpunkt homosexueller Männer.


KUNST


Liebhaber moderner Kunst finden die beiden für sie wichtigsten Museen ausserhalb der Stadt in eindrucksvollen Umgebungen. In Humlebæk im Norden bietet das Louisiana ebenso hervorragende Ausstellungen wie das kleinere Arken in Ishøj im Süden.


In der Stadt selbst findet man größere Ausstellungen zeitgenössischer Kunst im Schloss Charlottenborg, der renovierten Nikolaj Kirche, bei der Kunstforeningen (Dänische Kunstgesellschaft) und im Den Frie (unabhängige Kunstausstellungen). Auch das Statens Museum of Kunst hat eine große Dauerausstellung in einem eindrucksvollen neuen Flügel.


Nach einer kurzen, grenzüberschreitenden Bootsfahrt erreicht man Malmö in Schweden, wo das Rooseum Center for Contemporary Art und die Malmö City Art Gallery zu den besten Museen des Landes für zeitgenössische Kunst gehören.


Die interessantesten Galerien der Stadt befinden sich traditionell in Frederiksstaden, besonders in der Bredgade und hinter dem Hotel D'Angleterre am Kongens Nytorv. In letzter Zeit sind die eher experimentierfreudigen Galerien wie Nikolaj Wallner und Nils Stærk nach Islands Brygge umgezogen und sorgen hoffentlich dafür, dass dieses Stadtviertel aufgewertet wird.


Das Statens Museum for Kunst, in Deutsch entweder das Nationale Kunstmuseum oder die Dänische Nationalgalerie genannt, ist das staatliche Museum für Bildende Kunst und allein schon wegen der Grösse des Gebäudes und seiner Sammlungen das wichtigste Kunstmuseum in Kopenhagen. Eine der weltbesten und umfangreichsten Sammlungen skandinavischer Maler aller Epochen ist im Museum zu sehen, auch wenn der Schwerpunkt nicht auf der Avantgarde liegt.


Europäische Meisterwerke werden in der Ny Carlsberg Glyptotek in einer großen privaten Sammlung (den Sponsor kann man sich denken!) gezeigt, wobei auch eine ausgezeichnete ägyptische Abteilung vorhanden ist. Das Gebäude wurde kürzlich in einer meisterlichen Architektur erweitert, wie auch das Statens Museum for Kunst, die Königliche Bibliotek auf Slotsholmen und das Louisiana (jedes zweite Jahr).


a href="detail.html?detailID=72223">Den Hirschprungske Samling, gegenüber des Statens Museum for Kunst in der Østre Anlæg ist eine weitere schöne private Sammlung, die sich auf das oft zitierte Goldene Zeitalter dänischer Malerei spezialisiert hat, mit Bildern der berühmten Skagen-Maler, u.a. Krøyer und Hammershøj.


Thorvaldsen's Museum ist das erste öffentliche Kunstmuseum des Landes, ein Denkmal für den Bildhauer Thorvaldsen. Es wurde 1848 eröffnet und ist seitdem eine eindrucksvolle Stätte der Kunst.


Geschichte


Die gesamte Innenstadt von Kopenhagen ist geschichtlich interessant, da sie in den letzten Jahrhunderten kaum verändert wurde. Näheres zur Geschichte der Stadt erfährt man im malerischen Copenhagen City Museum in der Vesterbrogade. Die Landesgeschichte wird im Nationalmuseet geschildert, Dänemarks wichtigstem Museum zur Kulturgeschichte. Einzigartige Ausstellungen zeigen Kunst und Handwerk des Altertums in Dänemark, wozu auch Grönland und die Färöer-Inseln zählen, sowie in Skandinavien. Wer sich für norwegische Mythologie, die Wikinger und die frühe nordische Geschichte interessiert, sollte auch das Wikingerschiff-Museum in Roskilde, das Museumsdorf Lejre und das Nationalmuseum in Brede besuchen, die man alle innerhalb einer Stunde vom Stadtzentrum aus erreichen kann. In Kopenhagen zeigt die Königlich Dänische Chronologische Sammlung in den Schlössern Rosenborg und Amalienborg die Geschichte der weltweit ältesten königlichen Familie in Form ihrer teilweise sehr amüsanten Habseligkeiten und extravaganten Möbel. Im Gegensatz hierzu sieht man im Arbeitermuseum eine Dauerausstellung über das Leben der Arbeiterklasse in den 1930er und 1950er Jahren. Das Georg Jensen Museum zeigt das einzigartige Werk des berühmten Silberschmieds und antikes Royal Copenhagen Porzellan. Im Carlsberg Museum erfährt man alles über das Bierbrauen und darf auch mal probieren. Das Widerstandsmuseum beleuchtet die Untergrund-Befreiungsbewegung während der deutschen Besetzung im II. Weltkrieg. Das The Geologische Museum befasst sich mit Ausgrabungen.


Die grössten und eindrucksvollsten Schlösser ausserhalb der Stadtmitte sind Schloss Frederiksborg in Hillerød und Kronborg in Elsinore.


Die Kirche in Roskilde, Dänemarks Hauptstadt vor der Gründung Kopenhagens, gehört mit ihren zwei Kirchtürmen zu den schönsten und ältesten Kirchen der Welt und wird dementsprechend von der UNESCO zum Weltkulturerbe gezählt.


Shows


Im Königlichen Theater ist eine der weltweit führenden Ballett-Kompanien zu Hause, das Königlich Dänische Ballett, das regelmässig auf der alten Bühne auftritt. Auch die Akteure der Nationaloper und des Nationaltheaters sind dort zu Hause, treten aber auch an anderen Spielorten der Stadt auf. Im Ny Teater, dem Nørrebro Theatre, und dem Østre Gasværk werden aufwändige Musicals gezeigt. Ein Grossteil der beliebten Theater befindet sich in der Frederiksberg Allee.


Musik


Konzerte mit klassischer Musik hört man in der Danish National Radio Concert Hall (Konzertsaal des Dänischen Rundfunks), der Tivoli Konzerthalle, Den Anden Opera, und im Königlichen Theater in bester Qualität.


In der Helligåndskirken, der Holmens Kirke, der Trinitatis Kirke und in vielen anderen Stadtkirchen finden unter der Woche regelmäßig Orgelkonzerte statt.


Das Copenhagen Jazzhouse und das La Fontaine sind die wichtigsten Veranstaltungsorte für Jazz-Freunde.




Rock- und Popmusik hört man vor allem im Pumpehuset, Vega, Stengade 30, Rust, Loppen, Amager Bio und in der Stereo Bar.


Film


Kopenhagen ist eine Stadt für Filmliebhaber. Der Kinokenner geht ins Cinemateket, Filmhuset, Gloria, Posthusteatret, Grand, Husets Biograf und ins Vester Vov Vov, die alle seltene und anspruchsvolle Filme zeigen. Wer lieber Mainstream-Kino möchte, ist rund um den Rathausplatz und den Bahnhof Vesterport gut aufgehoben mit großen Filmpalästen wie dem Scala, Dagmar und dem Palads, in denen Hollywood-Produktionen die Hauptrolle spielen. Das Imperial ganz in der Nähe nennt die grösste Leinwand Nordeuropas sein eigen. Im Tycho Brahe Planetariet sieht man atemberaubende Weltraumbilder und IMAX-Filme. In Østerbro zeigt das Park verspätete Premieren und Klassiker zu Niedrigstpreisen.


Alle Filme werden in Originalsprache mit dänischen Untertiteln gezeigt. Synchronisierte Filme sind in Dänemark sogar so verpönt, dass Schauspieler, die beim Synchronisieren eines erfolgreichen Filmes erwischt werden, aus der Dänischen Schauspielergewerkschaft ausgeschlossen werden. Zeichentrickfilme für Kinder bilden allerdings eine Ausnahme. Dänische Filme mit englischen Untertiteln gibt es im Vester Vov Vov, Husets Biograf und Cinemateket.

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