Geschichte

“Mein Traum von Kopenhagen - ein Lied eines treuen Liebhabers” - so begann der Dichter Poul Henningsen (PH) seine Liebeserklärung an die Stadt Kopenhagen. Eine Liebe, die sich in den 33 Jahren seines Aufenthaltes in der Stadt entwickelte.


1167 gründete Bischof Absalon eine Burg an der Stelle, an der heute Christiansborg steht. Die Absalon-Statue steht heute nicht weit davon entfernt. Seitdem hat sich viel verändert in der Stadt, in der wir, die Bewohner von Kopenhagen, leben. Die Bevölkerung wächst ständig, und dementsprechend dehnt sich auch die Stadt aus.


Ursprünglich gehörte Kopenhagen der Kirche. Erst 1416 ging die Stadt an den König über. Im 16. Jahrhundert wurde Kopenhagen zur bedeutendsten Stadt Dänemarks. Kopenhagen wurde um die Frue Kirke (Frauenkirche) herum errichtet, jenes Gebiet, in dem die University of Copenhagen 1476 gegründet wurde.


Nach der Absoluten Monarchie, die von 1600 bis 1661 dauerte, wurde Kopenhagen zum Zentrum des Königreichs. Armee, Marine und der größte Teil der Verwaltung wurden nach Kopenhagen verlegt. In den darauf folgenden Jahrhunderten meinte, wer von Kopenhagen sprach, die Stadt innerhalb der Stadtbefestigungen. Diese befanden sich dort, wo heute die Gothersgade, die Østre- und Nørrevoldgade verlaufen. Im Tivoli, im Ørstedsparken und in der Østre Anlæg kann man heute noch Reste der Wehrgänge und des Stadtgrabens sehen. Ausserhalb der Stadtbefestigung war man auf dem Land. Grosse Bereiche wurden als Weiden für das Vieh genutzt.


Im 16. und 17. Jahrhundert nahm der Schiffs- und Bootsverkehr durch den Øresund zu. Das Eintreiben von Abgaben für die Durchfahrtserlaubnis durch den Øresund wurde Grundlage des zunehmenden Wohlstands Kopenhagens. In der Folge wurden unter König Christian IV. prächtige Bauwerke errichtet. So entstanden die Børsen, Rosenborg, Rundetårn und Wohnviertel wie Christianshavn und Nyboder. An all dem gehen wir Tag für Tag vorbei, wenn wir uns durch die Stadt bewegen.


Von 1658 bis 1660 belagerten die Schweden die Hauptstadt Dänemarks. Das hätte sehr leicht das Ende Kopenhagens bedeuten können, wenn nicht ein für die Dänen erniedrigender Frieden mit dem schwedischen König geschlossen worden wäre. Unter anderem mussten die Dänen die Insel Bornholm an die Schweden abtreten, um Kopenhagen zu retten. Die Niederlage gegen die Schweden hatte zur Folge, dass der Vestvolden (Westwall) und später die Festung Kastellet errichtet wurden.


Kopenhagen wurde über die Jahrhunderte von mehreren Katastrophen heimgesucht und verändert. 1711-1712 wütete der Schwarze Tod, die Pest in der Stadt. 22.000 der damals 60.000 Einwohner starben. 1728 verwüstete ein Feuer einen Grossteil der Stadt. Im Jahr 1795 legte erneut ein Grossbrand ganze Straßenzüge in Schutt und Asche. Die Stadt wurde aber immer wieder neu aufgebaut. 1749 entstand Frederiksstaden mit Amalienborg und der Marmorkiche. Erst ab 1794 können wir vom klassischen Kopenhagen sprechen - der Stadt, in der wir heute leben.


Kopenhagen ging in die Weltgeschichte ein, als Dänemark an der Seite Napoleons gegen England kämpfte. Die berühmte Schlacht von Reden gegen die Engländer fand 1801 statt. Auch wenn die Dänen verloren, so wurden seefahrende Helden wie Peder Willemoes damals unsterblich. Die Engländer beschossen Kopenhagen 1807. Nachdem der Beschuss zuende war, wurden Gebäude wie die Frauenkirche (in ihrer heutigen Form) und Thorvaldsens Museum gebaut.


Um 1850 verlor die Stadtbefestigung ihre militärische Bedeutung. Kurz danach erfolgte die industrielle Revolution in der Stadt. Menschen zogen in Scharen vom Land in die Grossstadt. 1852 war die Stadt innerhalb der Stadtbefestigung so überbevölkert, dass außerhalb der Stadtbefestigung Häuser gebaut werden mussten, auch auf der anderen Seite des Søerne, des Stadtgrabens. Vesterbro und Nørrebro wurden gebaut. Später entstand das exklusivere Østerbro. Der Frihavnen wurde 1894 eröffnet.


Das Jahr 1900 brachte neue Zeiten. In den Straßen von Kopenhagen sah man nun Autos und elektrische Straßenbahnen. 1928 war der Verkehr bereits so dicht, dass erste Verkehrsampeln eingerichtet werden mussten. Der Bau des Rathauses (1905) und des Hauptbahnhofes Hovedbanegården— (1911) bedeuteten, dass das Stadtzentrum weiter gen Westen rückte.


Der I. Weltkrieg (1914-1918) und die 1920er und 1930er Jahre - mit Massenarbeitslosigkeit und sozialen Unruhen - hinterliessen ihre Spuren in Kopenhagen, ebenso der II. Weltkrieg und die deutsche Besetzung Dänemarks von 1940 bis 1945. In der Geschichte Kopenhagens war dies eine traumatische Zeit.


In den 1960er und 1970er Jahren wurde viel geplant in Kopenhagen. Glücklicherweise wurden davon die wenigsten Pläne in die Tat umgesetzt. Einer dieser hochtrabenden Pläne war der Bau des Søringen - einer Autobahn rund um die Seen.


Nun sind wir im neuen Jahrtausend. Mit der Eröffnung der Øresundsbroen erwarten Kopenhagen und seine Bewohner einen Boom. In den letzten paar Jahren wurden sehr viele schöne Gebäude und Verkehrseinrichtungen geschaffen: Das Tycho Brahe Planetarium, der Schwarze Diamant (ein Teil der Königlichen Bibliothek), die Erneuerung des Frihavnen und des Hafens von Kopenhagen, Arken- das Kunstmuseum, die Erweiterung des Statens Museum for Kunst, Glyptoteket und der Bau der Metro.

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