Geographie
Venedig ist auf 117 kleinen Inseln erbaut, die von ungefähr 150 Kanälen umflossen und von 409 Brücken verbunden werden. Über den Canal Grande führen nur drei Brücken. Der Bau einer vierten, von Calatrava entworfen, ist auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Niemand weiß, ob oder wann das Projekt doch noch ausgeführt wird, denn mittlerweile hat sich schon allein die Idee gewissermaßen in eine venezianische „Tragikomödie“ verwandelt. Das historische Zentrum ist in sechs Sestieri (Distrikte) aufgeteilt: San Marco, Dorsoduro, San Polo, Santa Croce, Cannaregio und Castello. Es ist überraschend klein. Wer sich nicht verläuft (was unvermeidlich ist!) durchquert das Zentrum von Cannaregio auf der Nordwestseite bis Dorsuduro im Süden in nur einer halben Stunde. Die „Hauptstraße“ ist der Canal Grande, der sich auf seinem Weg vom Bahnhof bis zum Markusplatz durch die meisten Distrikte der Stadt windet.
Aber Venedig ist weit mehr als die sechs Sestieri des Zentrums. Die flachen Gewässer der venezianischen Lagune sind übersät von einem bröckelnden Mosaik aus Inseln, zu denen auch Murano, Burano und Torcello gehören. Auf der Ostseite erstreckt sich der schmale Lido di Venezia wie ein Wellenbrecher 10 km weit in Richtung Süden bis zu der ebenso schmalen Pellestrina, die wiederum bis zu der verschlafenen Festland-Stadt Chioggia am südlichen Ende der Lagune führt. Auf dem Festland, im Rücken der Lagune, breitet sich die eher eintönige Industriestadt Mestre aus, in der sich in immer stärkerem Maße das „Alltagsleben“ der Stadt abwickelt. Die Südseite von Mestre wird von Porto Marghera und ihren massiven, petrochemischen Anlagen eingenommen.