Neue Geschichte
Ende der 80er-Jahre nahmen die Ereignisse jedoch einen unerwarteten Lauf, als Leipzig sich den Beinamen Stadt der Helden für seine führende Rolle in der Revolution von 1989 verdiente. Seine Einwohner organisierten im Mai dieses Jahres Proteste gegen das kommunistische Regime. Im Oktober zog es Hunderttausende auf die Straßen und die Menschen setzten Kerzen auf die Stufen des Stasisitzes und nahmen an Friedensgottesdiensten in der Nikolaikirche teil. Als die Stasi frenetisch ihre Akten vernichtete, feierten die Leipziger schon in den Straßen.
Moderne Tagesgeschichte Leipzig spielte eine bedeutende kulturelle Rolle bei der deutschen Wiedervereinigung, da es das Zentrum der Verlage und Musikverlage war. Die Stadt wurde jedoch im 2. Weltkrieg durch alliierte Bombenangriffe stark beschädigt. Obwohl fast alle Viertel aus der triumphalen Gründerzeit die Angriffe überlebten, konnte sich Leipzigs wirtschaftliche Infrastruktur nie ganz erholen. Die Amerikaner übernahmen die Macht an Hitlers 56. - und letztem - Geburtstag, überließen sie jedoch später den Russen. Leipzig gehörte nun zur DDR. Im Verlauf der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts begann für die Stadt ein langsamer, aber unaufhaltsamer Verfall, währenddessen die Bevölkerung fast halbiert wurde.
Vor 20. Jahrhundert-Geschichte
Die ersten Funde menschlicher Niederlassungen auf dem Gebiet, das heute Leipzig einnimmt, stammen aus dem 11. Jahrhundert. Die Stadt erhielt 1165 das Stadtrecht und entwickelte sich langsam zu einer bedeutenden Handelsstadt in der Region. Über die Jahrhunderte verhalf dies Leipzig zu seiner bedeutenden kulturellen Rolle in den deutschen Ländern.
Die Universität wurde zu Beginn des 15. Jahrhunderts gegründet und die Stadt wurde zum Zentrum der wachsenden Bücher- und Verlagsbranche. Johann Sebastian Bach verbrachte in dieser Stadt 27 Jahre seines langen Lebens und Wagner wurde hier 1813 geboren. Es war auch in diesem Jahr, als hier die Völkerschlacht stattfand, die zur Bekräftigung des geopolitischen Status Quo von Europa für die nächsten 101 Jahre beitrug.
Leipzigs Bedeutung wuchs im 19. Jahrhundert mit dem Bau der Eisenbahnlinie nach Dresden 1838, die die erste Eisenbahn in den deutschen Ländern war. Die Stadt wurde zum Dreh- und Angelpunkt des europäischen Verkehrs - bis heute ist der Leipziger Bahnhof der größte Bahnhof Europas - und durch weiteres Wachstum betrug die Einwohnerzahl bald eine Million.
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