Neue Geschichte
Heute ist das „Rote Bologna“ nicht mehr so rot, wie es einst war, jedoch immer noch recht rosa. Bologna ist Zentrum der Hochtechnologiebranchen Italiens und agiert regelmäßig als Veranstalter von Messen. Die Universität ist immer noch eine Quelle der Unruhe, jedoch nicht mehr in dem Ausmaß, wie zum Höhepunkt der Proteste in den 1970ern. Als Bologna zur Kulturstadt Europa 2000 gewählt wurde, investierte man riesige Summen in Entwicklungsprojekte, die vor allem auf junge Leute abzielten. Dazu zählten zum Beispiel neue Kunsteinrichtungen, ein Museum für jüdische Kultur und eine umfassende neue Bibliothek im Gebäude der ehemaligen Börse.
Moderne Tagesgeschichte Bologna wurde wie ganz Italien von dem faschistischen Regime Mussolinis in den Zweiten Weltkrieg gegen die Alliierten geführt, die Stadt wurde jedoch später zu einem Zentrum des Widerstandes gegen die Deutschen, die Italien nach dem versuchten Seitenwechsel der Italiener besetzten. Nach dem Krieg wurde die Stadt zum Mittelpunkt einer radikalen Politik und langjähriger Anhänger der Democratici di Sinistri, der führenden Partei der Linksdemokraten.
Vor 20. Jahrhundert-Geschichte
Als Ort, den viele zu erobern wünschten aber nur wenige bezwingen konnten, blickt Bologna auf eine lange und stolze Geschichte zurück. Die Region der heutigen Stadt und deren Umgebung wurden zum ersten Mal in der Bronzezeit, vor über dreitausend Jahren, von den als Villanova-Kultur bekannten Stämmen besiedelt. Diese wurden dann von den Etruskern, jene von den Kelten und diese wiederum von den Römern besiegt und vertrieben. Die Stadt, die in Boronia umgenannt wurde, blieb über 400 Jahre lang römische Kolonie, bis das Römische Reich zerfiel und Boronia aus dem Norden nacheinander von einer Reihe von Barbarenstämmen angegriffen wurde: Westgoten, Hunnen, Goten und Lombarden.
Nachdem sich die heidnischen Völker jahrhundertelang um Bologna geschlagen hatten, fingen die Christen an, sich um die Stadt zu streiten. Nach der Vertreibung der Lombarden konkurrierten verschiedene Päpste und Heilige Römische Kaiser um die Kontrolle über die Stadt. Bologna war einen Kampf wert: Seine strategische Lage, Universität (1088 gegründet) und zunehmender Wohlstand aus Gewerbe und Handel machten es zu einer wertvollen Ergänzung jedes Reiches. Einflussreiche rivalisierende Familien innerhalb Bolognas unterstützten entweder die Päpste oder die Kaiser, was häufig in erbitterten Bürgerkriegen endete. Die Stadt stellte sich zunächst auf die Seite der Guelfi (Welfen), die das Papsttum unterstützten, und anschließend auf die Seite der Ghibellinen. Später unterwarfen die päpstlichen Armeen Bologna erneut der Kontrolle des Papststaates.
Die Stadt blieb, wenn auch widerwillig, bis zur Ankunft Napoleons am Ende des 18. Jahrhunderts unter päpstlicher Kontrolle. Nach dem Zerfall des Napoleonischen Reiches fiel die Stadt zurück in die Hand des Papsttums, Bologna erwies sich jedoch erneut als unfügsam: Der Großteil der Bolognesi befürwortete die zunehmenden Rufe nach der Einigung Italiens unter sekulärer Herrschaft, und im Jahre 1860 schlossen sich Bologna und die übrige Region dem neu geformten Königreich Italien an.
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