In den wÄrmeren Monaten gibt es in Prag viele AktivitÄten im Freien. Auf den AnhÖhen der Stadt schlendern, die Moldau entlangpaddeln oder ein Fahrrad ausleihen: Sightseeing kann man immer mit Sport verbinden. Beliebt sind auch Schwimmen, Tennis, Squash, Golf, Reiten oder der Prager Internationale Marathon.
Prager BurgEine atemberaubende Aussicht vom Gipfel, 1000 Jahre Geschichte, die ihre AnfÄnge in einem einfachen Komplex mit Schutzwall aus dem 9. Jahrhundert hatten und schier unglaubliche Dimensionen, die sie zur grÖßten altertÜmlichen Burg der Welt machen: Die Prager Burg ist das unumstrittene PrunkstÜck der tschechischen Hauptstadt. Hier sollte man sich mindestens einen halben Tag ehrfÜrchtig umsehen.
Die Prager Burg (Praský Hrad oder einfach nur Hrad fÜr die Tschechen) erhebt mit folgenden Angaben Anspruch auf das WÖrtchen „grÖßte“: 570 m lang, durchschnittlich 128 breit und ein GelÄnde von 7,28 Hektar. Die Burg ist Sitz der tschechischen Regierung, seit Prinz Borivoj hier im 9. Jahrhundert die erste befestigte Siedlung gegrÜndet hat, obwohl PrÄsident Václav Havel es vorzog, in seinem kleineren (und weniger touristischen) Haus am Stadtrand zu wohnen. Einige der HÖhepunkte dieses Komplexes, wie der Spanische Saal und die Rudolfgalerie, sind nur an einem Samstag im Jahr geÖffnet (gewÖhnlich Anfang Mai). Besucher der Burg kÖnnen die restliche Sammlung architektonischer und kÜnstlerischer StÜcke besichtigen, die in den vergangenen tausend Jahren zusammengetragen wurden.
NationalmuseumDas Nationalmuseum (Národní muzeum) im Stil der Neorenaissance thront mit seiner beeindruckenden naturkundlichen Sammlung am SÜdende des Wenzelsplatzes. Die AusstellungsrÄume sind sehr groß und bieten umfangreiches Anschauungsmaterial wie Dinosaurier und Riesenkrabben, um den Besuchern das Wunder der Erde nÄherzubringen.
Das Museum hatte eine rastlose Kinderzeit, in der es im Sternbergpalast im Hradcany untergebracht war, dann 1846 in einen Komplex nach Na príkopÉ umzog und schließlich 1891 in seiner aktuellen Unterkunft ankam. Wer seine Perspektive wieder auf etwas vom Menschen Geschaffenes richten mÖchte, sollte sich fÜr eine Weile auf die beeindruckende Treppe setzen. Oder im Pantheon versuchen, die aufmerksame Zuschauerschar mit Comedy-Einlagen zu beeindrucken: Hier gibt es Statuen berÜhmter weltlicher Tschechen und großartige Wandmalereien.
PetrínAuf diesem 318 m hohen HÜgel gibt es acht Parks, was ihn zu einer der grÖßten GrÜnanlagen Prags macht. Er eignet sich ideal fÜr einen erfrischenden, ruhigen Spaziergang und Postkartenaussichten der „Stadt der 100 TÜrme“. Stramme Oberschenkel bekommt man beim Aufstieg von Hradcany oder Strahov aus, oder man nimmt bequem die Seilbahn.
FrÜher erstreckten sich Weinberge auf diesem HÜgel und man kann noch den Steinbruch sehen, aus dem Prag die meisten Steine fÜr seine romanischen und gotischen Bauwerke bezog. Im SÜden der Seilbahnstation ist das Stefanik Observatorium, in dem jeder die vergrÖßerte Sicht auf einen klaren Sternenhimmel genießen kann. Im Norden der Bergstation ist der Petrín-Turm, eine 62 m hohe Kopie des Eiffelturms, der 1891 fÜr die Prager Ausstellung errichtet wurde. Gegen eine kleine GebÜhr kann man die 299 Stufen hochsteigen. An einem Tag mit guter Sicht kann man das erhabene Panorama der mittelbÖhmischen WÄlder genießen.
Franz Kafka MuseumDiese Ausstellung zum Leben und Wirken des grÖßten literarischen Sohnes der Stadt wurde hier 2005 erÖffnet, nachdem sie schon drei Jahre in Barcelona und drei Jahre in New York den Medienrummel auf sich gezogen hatte. „Die Stadt von K.“ erforscht durch originale Briefe, Fotos, Zitate, Zeitungen und Publikationen seiner Zeit sowie Video- und Soundinstallationen die enge Beziehung zwischen dem Schriftsteller und der Stadt, die ihn formte.
Kommen hier die klaustrophobische BÜrokratie und die grÜblerische Bedrohung zum Ausdruck, die so typisch fÜr Kafkas Welt waren? Oder ist es nur ein Haufen protziger Kitsch? Sie entscheiden.
KarlsbrÜckeDer Legende nach hat die KarlsbrÜcke 600 Jahre lang dem Verkehr standgehalten, weil Eier in den MÖrtel gemischt wurden. Erst nach dem 2. Weltkrieg wurde sie zur FußgÄngerzone. Über die BrÜcke zu schlendern und dabei die vielen Statuen und den Blick auf die Moldau zu genießen, scheint die LieblingsbeschÄftigung aller Menschen in Prag zu sein (auch der Taschendiebe).
Als die JudithbrÜcke 1357 von einem Hochwasser zerstÖrt wurde, begann sofort die Arbeit an einer anderen BrÜcke Über die Moldau. Die 1402 fertiggestellte KarlsbrÜcke (Karluv most) war die einzige Konstruktion, die den Fluss fÜr Über 460 Jahre Überspannen sollte. Das 520 m lange Sandsteingebilde mit dem Namen SteinbrÜcke wurde erst 1870 zur KarlsbrÜcke. An beiden Enden stehen TÜrme und die ganze BrÜcke zieren auf beiden Seiten Statuen und Monumente. Die Älteste und beliebteste Statue ist die von Johannes von Nepomuk, dem tschechischen Schutzheiligen, der 1393 von dem bÖsen KÖnig Wenzeslaus IV in die Moldau geworfen wurde.
AltstÄdter RingUnumstrittener HÖhepunkt der StarÉ Mesto ist der riesige 1,7 ha große AltstÄdter Ring. Er ist seit dem 10. Jahrhundert das pulsierende Herz Prags und war bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts Ort des grÖßten Marktes. Umgeben von einem Labyrinth aus schmalen Gassen, ist der Platz Kulisse fÜr einige der berÜhmtesten Bauwerke Prags.
Auch wenn alles viel zu kommerziell ist und die Touristen hier scharenweise eintreffen, kann man sich dem Charme dieses Platzes nicht entziehen. StraßencafÉs, Musiker und dressierte Hunde und alberne Bierwagen mit Pferdegespann schaffen es, diese Gegend aus dem LÄcherlichen ins Stilvolle zu ziehen. Hier werden auch oft Freilichtevents, politische Versammlungen und andere Öffentliche Veranstaltungen abgehalten. Landislav Salouns grÜblerische Art-Nouveau-Skulptur von Jan Hus dominiert den Platz ebenso wie der MÄrtyrer die tschechische Geschichte dominiert. Die Skulptur wurde am 6. Juli 1915 errichtet, 500 Jahre nach dem Tod des religiÖsen Reformators auf dem Scheiterhaufen. Schlendern Sie den KÖnigsweg entlang bis zur Moldau, wo die KarlsbrÜcke 600 Jahre dem Verkehr standgehalten hat - die Legende besagt, dass dem MÖrtel Eier beigemischt waren. Man sollte sich vor Taschendieben vorsehen, die die BrÜcke bei Tag und Nacht unsicher machen.
Malá StranaMalá Strana (die Kleinseite) schmiegt sich an den Fuß der Prager Burg. Die meisten Besucher durchqueren sie auf dem steilen KÖnigsweg, der zur Burg fÜhrt, aber die engen Seitenstraßen dieses barocken Viertels sind auf jeden Fall einen Abstecher wert. Das Viertel ist fast zu malerisch, um wahr zu sein und ist heute ein beliebtes Set fÜr Film- und Werbeaufnahmen.
Malá Strana fand seine UrsprÜnge im 8. und 9. Jahrhundert als Marktsiedlung und erhielt 1257 von Premysl Ottokar II das Stadtrecht. Mit seiner Lage vor der Burg zieht es schon immer Besucher, Freunde und Feinde an: Das Viertel wurde in den Hussitenkriegen von 1419 fast vollstÄndig zerstÖrt. Die bezaubernden Kirchen und PalÄste stammen aus dem 17. und 18. Jahrhundert, die Renaissance-Fassaden wurden spÄter „barockifiziert“. Auf dem KÖnigsweg ist die Nerudova Ulice die architektonisch bedeutsamste Straße des Viertels. SchmuckstÜcke wie das Haus Zu den zwei Sonnen, in dem der Dichter Jan Neruda seine Kleinseitener Geschichten schrieb (und auch viele einflussreiche liberale Essays und Artikel) und der Bretfield-Palast zeugen vom tschechischen KÜnstlertum. Das Viertel wird von der St.-Nikolaus-Kirche beherrscht, nicht zu verwechseln mit der namengebenden Kapelle am AltstÄdter Ring. In diesem exquisiten Bauwerk mit seiner riesigen grÜnen Kuppel befindet sich das grÖßte Fresko Europas, Johann Krackers Begebenheiten aus dem Leben und Wundertaten des hl. Nikolaus von 1770. FÜr einen Spaziergang eignet sich auch das GelÄnde des Wallenstein-Palastes, in dem im Sommer oft Konzerte stattfinden, und der ruhige Vojan-Park, der bereits 1248 angelegt wurde.
MarionettenmuseumEine Vielzahl an authentischen Marionetten in bunten Kleidern aus dem spÄten 17. bis zum frÜhen 19. Jahrhundert, an der sowohl Kinder als auch Erwachsene ihren Gefallen finden werden. Zu den Attraktionen gehÖren die berÜhmten tschechischen Marionetten Spejbl und Hurvínek. Das Museum (Muzeum Loutkárských Kultur) befindet sich im Obergeschoss im Hof.
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