Geschichte

Bis ins frühe 20. Jahrhundert war Jordanien Teil Palästinas – des Landes, aus dem heute weitgehend der Staat Israel geworden ist. In dieser Gegend lebten einige der ältesten Zivilisationen der Welt – archäologische Funde am Westufer des Jordan wurden auf ungefähr 9000 v.Chr. datiert. Von 3000 v.Chr. an lebten hier Kanaaniter und Amurriter, später dann die Armeen von Sargon, dem König der Sumerer und Akkader. Ungefähr 1800 v.Chr. führte Abraham eine Gruppe Nomaden aus Mesopotamien und siedelte in den Bergen von Kanaan (das ungefähr dem heutigen Israel entspricht). 1023 v. Chr. hatten die Israeliten ein Königreich gebildet, das erst von Saul und später von David regiert wurde, der Jerusalem eroberte und zu seiner Hauptstadt machte. Doch 53 v.Chr. nahm das unaufhaltbare Römische Reich Israel ein und stellte es unter die Kontrolle einer Reihe von Konsuln, darunter Herodes der Große und Pontius Pilates. Man glaubt, dass es ungefähr zu dieser Zeit war, das Jesus in dieser Gegend lebte und predigte. Die zunehmend krankhaften Auswüchse des Reiches unter Caligula veranlassten die Juden zu einer Reihe von Aufständen, die jahrelang anhielten, schließlich jedpch niedergeschlagen wurden. Jerusalem wurde erobert und die Provinz Palästina ausgerufen. Diese Niederlage markierte das Ende des jüdischen Staates und den Beginn der Diaspora, der Zerstreuung des jüdischen Volkes.

Im Jahre 331 bekehrte Kaiser Konstantin sich zum Christentum und gab einen Erlass zur Anerkennung der bis dahin illegalen Religion heraus. Plötzlich wollte jeder mehr über das Heilige Land erfahren, und in ganz Palästina schossen Bauwerke aus dem Boden, darunter die Grabeskirche und die Geburtskirche, um Stätten von religiöser Bedeutung zu bezeichnen. Doch die Macht des Christentums über das Land war nicht von langer Dauer – im Jahre 638 fiel Jerusalem an den Kalifen Omar und wurde zur Heiligen Stadt des Islam erklärt, da der Prophet Mohammed vom Tempelberg aus in den Himmel aufgestiegen war. Die Christen rund um die Welt empfanden dies als Schändung und als Provokation, und im Jahr 1099 hatten sie eine Armee für einen Kreuzzug zusammengetrommelt; sie besetzten Jerusalem, ermordeten jeden, dessen sie habhaft werden konnten und es begann eine beinahe 100 Jahre währende christliche Herrschaft. Doch 1187 waren die Muslime wieder am Zug – nach Dekaden christlich-muslimischer Raufereien nahmen islamische Mamelucken 1291 die letzte Feste der Kreuzritter ein.

Die folgenden 500 Jahre gehörten zu den ruhigsten, die Palästina je erleben durfte. Reiche kamen und gingen, und die Herrschaft über das Land ging mit monotoner Regelmäßigkeit in neue Hände über, bis sie schließlich in jenen der Osmanen verweilte. Der Großteil der jordanischen Wüste wurde von all diesen Veränderungen kaum betroffen und blieb das angestammte Gebiet der Beduinen.

Als das Osmanische Reich nach dem Ersten Weltkrieg zusammengebrochen war, übernahm Großbritannien die Kontrolle über Palästina und schuf den Staat Transjordanien, der von König Abdullah regiert wurde.

1948 brach zwischen israelischen Arabern und Juden ein Krieg aus. Als deshalb grade alle abgelenkt waren, griff Transjordanien zu: brachte die West Bank und einen Teil Jerusalems an sich und gab sich den neuen Namen Jordanien. 1953 bestieg König Hussein den Thron und Jordanien erlebte eine Blütezeit, mit einem Tourismusboom und üppig sprudelnder US-Hilfe. Mit dem Sechstagekrieg von 1967 war Jordaniens erstarkende Tourismusindustrie erledigt, denn Israel hatte die West Bank wieder eingenommen – und außerdem die Hälfte von Jordaniens größtem Highlight: Jerusalem. So verlor Jordanien innerhalb von sechs Tagen seinen Verkaufsschlager und seine Agrarflächen, als Ersatz bekam es ein paar tausend Flüchtlinge, als die Palästinenser aus den besetzten Gebieten strömten. In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts bedrohten Anhänger der PLO innerhalb der Flüchtlingsbevölkerung König Husseins Macht, und ein blutiger Bürgerkrieg begann, der endete, als die Mehrheit der Radikalen in den Libanon zog.

1994 unterschrieben Jordanien und Israel ein Friedensabkommen, in dem sie sich darauf verständigten, wirtschaftliche Barrieren abzubauen und in den Bereichen Sicherheit und Wasser zusammenzuarbeiten. Das weckte Befürchtungen der Palästinenser, dass sie aus der Region hinauskomplimentiert würden, da Israel und Jordanien die Beute untereinander aufgeteilt hatten. Zur gleichen Zeit baute Jordanien seine Beziehungen mit Jassir Arafats Palästinensischer Autonomiebehörde aus und arbeitete an Übereinkünften. Auch die Beziehungen zu Kuwait und Saudi-Arabien, die Jordanien 1991 während des Golfkriegs eingefroren hatte, wurden wieder aufgenommen. König Hussein hatte mit der Hinwendung seines Landes zur Demokratie begonnen; die Islamische Aktionsfront (mit ihren Verbindungen zur Muslimbruderschaft und recht fundamentalistischen politischen Vorstellungen) war bis dahin die erfolgreichste Partei, doch sein Tod im Jahre 1999 ließ zunächst eine unsichere Zukunft erwarten. Der König hatte seinen ältesten Sohn, König Abdullah II., nur wenige Wochen vor seinem Tod zum Nachfolger bestimmt, obwohl die Verfassung ausdrücklich vorschreibt, dass beide Eltern des Königs gebürtige Araber und Muslime sein müssen (Abdullahs Mutter war britische Staatsbürgerin, die vor ihrer Heirat mit König Hussein zum Islam übergetreten war).

König Abdullah ist ein Monarch, der sich auch schon mal als Taxifahrer verkleidet und inkognito mit seinen Untertanen spricht; sowohl von der internationalen Gemeinschaft als auch von den meisten Jordaniern, auch der großen und einflussreichen palästinensischen Community erfährt er wachsende Unterstützung. Unter seiner Regierung kam es zu einer Annäherung zwischen Jordanien und Israel: 2002 wurde ein Vertrag abgeschlossen, der vorsieht, Wasser aus dem Roten Meer durch eine Pipeline ins schwindende Tote Meer zu pumpen – die Kosten dafür betragen 800 Millionen – und 2004 vereinbarte man die Entwicklung eines Wüstenforschungszentrums an der gemeinsamen Grenze. Gleichzeitig stabilisieren sich allmählich auch die Beziehungen zu Ägypten und Syrien.

Bei den ersten unabhängigen Wahlen ging 2003 die Mehrheit der Sitze an unabhängige royalistische Kandidaten. Es gab jedoch auch Anzeichen, dass die jordanische Außenpolitik mit ihren Bemühungen, es allen Seiten Recht zu machen, unter Druck gerät. Im Oktober 2002 wurde ein hoher US-Diplomat in Amman ermordet, und im August 2003 kamen bei einem Bombenattentat auf die jordanische Botschaft in Baghdad 11 Menschen ums Leben. Gefolgt wurden diese Vorfälle vom schlimmsten Attentat in der jüngeren jordanischen Geschichte – einer dreifachen Bombenexplosion in Amman, die 60 Menschen in den Tod riss. Ungeachtet dieses Drucks, der Gewalt nachzugeben, hält Jordanien weiterhin an seiner Mittlerrolle zwischen den problembehafteten Nachbarn fest, besonders zwischen Israel und der Palästinensischen Autonomiebehörde. In Reaktion auf die Terrorbedrohung auf eigenem Boden erklären jordanische Beamte, den USA die Informationen geliefert zu haben, die im Juni 2006 zur Tötung des gebürtigen Jordaniers und Terroristen Abu Musab al-Zarqawi führten.

Lonely Planet

Jordanien erkunden

Nutzer-Bewertungen

Erweiterte Web-Suche nach Jordanien

Sponsoren-Links

"urlaub jordanien"
Top-Angebote von weg.de - Testsieger der Stiftung Warentest!www.weg.de
"Urlaub - super billig vom Veranstalter"
Urlaub - sicher, bequem & super billig Urlaub buchen.www.urlaubstours.de
"Top Urlaubsangebote für Jordanien"
Jetzt die besten Preise sichern: über 70 Anbieter im Vergleich!www.kinkaa.de/pauschalreisen
"Jordanien - Reisen"
Rund-, Erlebnis- & Studienreisen - jetzt mit Reise-Routen-Vergleich!www.e-kolumbus.de/jordanien
So werden Sie Sponsor...
© 2008 Lonely Planet Publications Pty Ltd. Alle Rechte vorbehalten.
Gemeinsam mit unseren Partnern bemühen wir uns um möglichst neutrale und wahrheitsgetreue Informationen. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit dieser Angaben übernehmen wir jedoch keine Gewähr. Wir empfehlen Ihnen in jedem Fall sich vor Ihrer Abreise bei den zuständigen Stellen über Einreisebestimmungen, Sicherheitshinweise, Impfungen etc. zu erkundigen.

Copyright © 2008 Yahoo! Alle Rechte vorbehalten. Datenschutz - AGB - Impressum - Rechtlicher Hinweis - Billigflüge - Copyright-Richlinien