Bis vor kurzem war Israels Kultur fast ausschließlich religiÖs bestimmt, das heißt entweder jÜdisch, christlich oder muslimisch. Die Gesellschaft verÄndert sich aber zusehends zu einer kosmopolitischen und konsumorientierten Gemeinschaft. Die meisten jÜdischen Israelis fÜhlen sich in beiden Rollen wohl, fÜhren ein vornehmlich weltliches Leben, nehmen jedoch nach wie vor gelegentlich an religiÖsen Zeremonien teil. Das bedeutet aber nicht, dass der strenge Glaube an die ursprÜngliche Lehre ausgestorben ist: Im Gegenteil, die orthodoxen Gruppen gewinnen nun wieder immer mehr an Bedeutung. Viele orthodoxe Juden – vor allem die Chassidim – sind durch dunkle Bekleidung, BÄrte und lockigen BackenbÄrten zu erkennen. In den arabischen Gebieten, wie im Östlichen Jerusalem, in Jaffa, Akko und Nazareth ist hingegen die muslimische Kultur allgegenwÄrtig: Auf den Straßen sind weniger Frauen zu sehen und die, die man zu Gesicht bekommt, sind Äußerst zurÜckhaltend gekleidet. Die vorherrschende muslimische Sekte ist die der Sunniten.
Israel ist bekannt fÜr seine klassische Musik und hat viele weltberÜhmte KÜnstler, wie den Violinisten Yitzhak Perlman, hervorgebracht. Klezmer, die unterhaltsame geigenlastige jiddische Volksmusik, ist in Israel und in jÜdischen Gemeinschaften auf der ganzen Welt Äußerst beliebt. Die BegrÜnder der zionistischen Bewegung waren Schriftsteller, und Literatur findet in Israel nach wie vor starken Anklang. Zu den auch im Ausland erfolgreichen Autoren zÄhlen Amos Oz und David Grossman.
Israelische Essgewohnheiten sind bis zu einem bestimmten Ausmaß von religiÖsen Gesetzen bestimmt – Juden dÜrfen Milch- und Fleischprodukte nicht gemeinsam essen, sie dÜrfen auch keine unreinen Vogel- oder Fischprodukte zu sich nehmen und weder Muslime noch Juden dÜrfen Schweinefleisch essen. Mit den Einwanderungswellen kam jedoch auch eine neue KÜche ins Land, deshalb werden Sie auch jemenitisch-jÜdische Speisen (flammengegrilltes Fleisch, gefÜlltes GemÜse und eine unglaubliche Vielfalt an Innereien) und osteuropÄische jÜdische Gerichte (Schnitzel, Gulasch, gefilte Fisch und Blinys) finden. StrengglÄubigen Juden ist es nicht gestattet, am Sabbath zu kochen, deshalb wird an den meisten Samstagen Cholent verspeist, ein schwerer Eintopf der am Freitag Abend zubereitet wird. Die religiÖsen Gesetze verbieten es den Muslimen, Alkohol zu trinken, deshalb ist Tee (nach arabischem Rezept, mit Minze und einer ganzen Schiffsladung Zucker) und Kaffee die beliebtesten GetrÄnke.
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