Neue Geschichte
Im Jahre 1974 zog die zahlenreiche türkische Bevölkerung widerwillig in den Norden, sodass die Region fortan ausschließlich von Griechen bewohnt wurde. 1983 sah den Bau des Internationalen Flughafens von Pafos. Obwohl es sich lediglich um eine hüttenartige Konstruktion handelte, bedeutete der Bau doch, dass die Region nicht länger als Provinznest betrachtet wurde. Heute zieht die Region immer mehr Touristen an, was an den endlosen Reihen der Ferienhotels deutlich wird, die sich im Norden und Süden von Pafos erstrecken.
Moderne Tagesgeschichte Der Großteil der Grabschätze der Region wurde längst von Grabräubern eingeheimst. Hier ist vor allem Luigi Palma de Cesnola, der Ende des 19. Jahrhunderts als amerikanischer Konsul von Larnaka tätig war, zu nennen. Die Akamas-Halbinsel dagegen blieb relativ unberührt: Die britische Armee nutzte das Landesinnere der Halbinsel lange Zeit als Schießplatz und war meistens nicht sehr erfreut über Besucher, die ihre Aktivitäten störten. Obwohl Akamas streng genommen nicht unter die 1960 geschlossenen Abkommen über britische Militärbasen fällt, billigte die zypriotischen Regierung stillschweigend deren Verwendung zu diesem Zweck. Dies wurde von Naturschützern nicht gerne gesehen, deren Lobbytätigkeiten und unverblümte Kritik den umstrittenen Status der Akamas-Halbinsel in das öffentliche Bewusstsein gerückt hat. Dabei könnte man argumentieren, dass die Isolierung der Halbinsel für solch zweifelhafte Zwecke doch zum Erhalt der Natur beiträgt. Das tatsächliche Wahrzeichen Zyperns ist das zypriotische Mufflon, das einem Wildschaf ähnelt und als stilisiertes Symbol auf den Heckflossen der Maschinen von Cyprus Airways zu finden ist. Das Mufflon wurde einst als Plage betrachtet und diente schießwütigen Jägern als Freiwild, bis in den 1930ern auf ganz Zypern nur noch 15 Tiere übrig waren. Seitdem stieg die Zahl dank eines umfassenden Schutzprogrammes wieder auf etwa 10.000.
Vor 20. Jahrhundert-Geschichte
Nea Pafos bezeichnet die antike Stadt Pafos, welche im späten 4. Jahrhundert v. Chr. gegründet wurde. Bei Palea Pafos (Altes Pafos) handelt es sich vielmehr um Kouklia, im Südosten des heutigen Pafos, sowie die Stätte des Heiligtums der Aphrodite. Zu den Zeiten Nea Pafos gehörte Zypern zum Königreich der Ptolemaier, den makedonisch-griechischen Herrschern von Ägypten, dessen Hauptstadt Alexandria war. Die Stadt entwickelte sich zu einem strategischen Vorposten für die Ptolemaier und die Siedlung verzeichnete über die nächsten sieben Jahrhunderte ein beträchtliches Wachstum.
Die Stadt war ursprünglich von massiven Mauern umgeben und erstreckte sich über etwa 950.000 Quadratmeter, wobei ihre Grenzen mehrere hundert Meter östlich des heutigen Leoforos Apostolou Pavlou verliefen. Die Straßen der Stadt waren in einem rechtwinkligen Raster angelegt. Archäologische Ausgrabungen zeugen von Handels- und kulturellen Aktivitäten während des gesamten Bestehens der Stadt. Nea Pafos wurde im Jahre 58 v. Chr. von den Römern übernommen, blieb jedoch weiterhin Mittelpunkt aller politischen und verwaltungstechnischen Aktivitäten Zyperns. Aus ihrer Blütezeit im 2. oder 3. Jahrhundert stammen die prächtigsten Gebäude der Stadt, darunter auch die Häuser, in denen die berühmten Bodenmosaike zu finden sind.
Zwei Kilometer nördlich von Kato Pafos befindet sich eine Reihe gut erhaltener, unterirdischer Gräber und Kammern, die zwischen 3 v. Chr. und 3 n. Chr., während der hellenistischen und römischen Zeit, von den Einwohnern Nea Pafos genutzt wurden. Trotz des Namens liegen hier keine Könige begraben. Stattdessen erhielten sie die Bezeichnung „Königsgräber“ aufgrund ihres erhabenen Erscheinungsbilds und der dorischen Säulen, die zur Stützung der Bauten dienen. Die Königsgräber dienten den Mitgliedern der Oberschicht als Grabstätte.
Nea Pafos wurde während eines Erdbebens im 4. Jahrhundert wie auch zahlreiche andere Städte der Insel schwer beschädigt und verlor daraufhin an Einfluss. Salamis wurde neue Hauptstadt Zyperns und Nea Pafos wurde auf den Status eines bloßen Bischofsitzes degradiert. Zu dieser Zeit wurde die bemerkenswerte Chrysopolitissa-Basilika erbaut. Die Einfälle der Araber im 7. Jahrhundert besiegelten endgültig den Niedergang der Stadt und weder die Ansiedlung der Lusignan (1192-1489) noch die Besiedelung durch Venezianer und Ottomanen konnten Nea Pafos wieder zu der vergangenen Blüte verhelfen.
Aufgrund der geografischen und kulturellen Abgeschiedenheit vom Landesinneren wurde dieser faszinierende Teil der Republik Zypern jahrhundertelang als Wilder Westen der Insel betrachtet. Die Region wurde als rückständig und in sich gekehrt betrachtet, vor allem da die griechischen und türkischen Dialekte des Westens für Außenstehende äußerst schwierig zu verstehen waren (die Griechen verwendeten teilweise sogar noch homerische Wörter und Ausdrücke). Ihre Einwohner galten als gewitzt, jedoch ungebildet, und wurden zur Zielscheibe der Witze und Spötteleien der Insel. Diese scherten sich jedoch wenig darum und hielten sich selbst in Sachen Intelligenz sogar für eine Klasse besser als der Rest der Insel.
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