Geschichte

Neue Geschichte
Eine Reihe von Mitte-Links-Regierungen hat in den vergangenen Jahren Bemühungen zu Verbesserungen in der Stadt vorangetrieben. Kirchen, Museen und Monumente, die jahrzehntelang für Touristen nicht zugänglich waren, wurden wieder eröffnet und Sicherheitsmaßnahmen in Touristengegenden wurden verbessert. Trotz all dieser Anstrengungen der Stadtverwaltung werden auch Stimmen laut, die beklagen, dass Neapel wieder in die schlechten alten Muster abrutscht. Die Arbeitslosigkeit ist hoch und die Camorra, die neapolitanische Mafia, ist weiterhin aktiv. Von Ende 2004 bis Anfang 2005 wurden circa 50 Menschen in einem brutalen Bandenkrieg getötet.

Moderne Tagesgeschichte
Im 2. Weltkrieg wurde die Stadt in mehr als 100 Bombenangriffen stark zerstört. Auch heute sind die Spuren noch an vielen Bauwerken zu sehen. Die Alliierten walteten danach über eine verheerende Übergangszeit zwischen Krieg und Frieden. Viele Beobachter machen für den anfänglichen Anstieg der Kriminalität in der Stadt zumindest zum Teil Mitglieder der Besatzungsmächte verantwortlich. Das schwere Erdbeben von 1980 und auch der schlafende (aber nicht erloschene) Vesuv im Osten der Stadt erinnern die Neapolitaner daran, wie verwundbar ihre Stadt ist.

Vor 20. Jahrhundert-Geschichte
Kurz nach der Gründung von Cumae 1000 v.Chr. begründeten Kolonisten von Rhodos eine Siedlung westlich des Vesuvs. Angezogen von der herrlichen Küste, kamen viele Jahrhunderte später phönizische Händler aus dem heutigen Libanon und Griechen aus Athen. Sie vergrößerten die Siedlung und tauften sie Neapolis (Neue Stadt). Sie blühte als Zentrum griechischer Kultur auf und wurde später unter den Römern zum beliebten Ort der Kaiser Pompeius, Cäsar und Tiberius. Nach mehreren Invasionen durch die wilden Goten und einigen byzantinischen Intermezzos wurde Neapel 400 Jahre zum Herzogtum, bis es 1139 von den Normannen erobert wurde. Diese wurden wiederum von den deutschen Staufern ersetzt (sie waren bis 1266 an der Macht), danach Karl I. von Anjou, der das Königreich Sizilien unter seine Kontrolle brachte und Neapel quasi zu dessen Hauptstadt machte. Die Nachfolge der Angevinen trat das spanische Haus Aragón an, unter dessen Herrschaft die Stadt zu Wohlstand gelangte. 1503 gerieten Neapel und das Königreich Sizilien in die Hand der Spanier, deren entsandte Vizekönige wie Diktatoren herrschten. Trotz der strengen Herrschaft entwickelte Neapel sich künstlerisch, und viele der heutigen Prachtstücke der Stadt stammen aus dieser Zeit. Das Wachstum hielt auch an, als die spanischen Bourbonen Neapel 1734 wieder zur Hauptstadt des Königreichs beider Sizilien machten. Abgesehen von einem kurzen napoleanischen Zwischenspiel (1806-1815) blieben die Bourbonen bis 1860 an der Macht, als sie den Platz für Garibaldi und das Königreich Italien räumen mussten.

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