Sehenswürdigkeiten

Palazzo Reale
Dieser prachtvolle Palast wurde um 1600 erbaut, 1841 komplett renoviert und im 2. Weltkrieg stark beschädigt. Die Statuen der acht bedeutendsten Könige Neapels wurden 1888 in Nischen der Fassade eingesetzt. Höhepunkt des Museo del Palazzo Reale ist eine umfangreiche Sammlung an Einrichtungsgegenständen, Porzellan, Wandbehängen, Statuen und Gemälden. Der Palast beherbergt auch seit 1925 die Biblioteca Nazionale mit ihrer großen Farnese-Sammlung, die von Karl von Bourbon nach Neapel gebracht wurde. Sie enthält mindestens 2000 Papyrusdrucke, die in Herculaneum entdeckt wurden und Fragmente einer koptischen Bibel aus dem 5. Jahrhundert.

Basilica Di Santa Chiara
Die Basilica und der angrenzende Konvent gehören zu Neapels wichtigsten Bauwerken aus dem Mittelalter. Sie wurde im 14. Jahrhundert von den Angevinen erbaut und durch Erdbeben und Einflüsse aus dem Barock verändert. Im 2. Weltkrieg zerstörten Brandbomben die Kirche und viele ihrer Kunstwerke. Seitdem wurde ihr gotisches Erscheinungsbild zu großen Teilen wiederhergestellt. Den riesigen Komplex ließ Robert von Anjou für seine Frau Sancia di Maiorca errichten. Er sollte 200 Mönchen und den Gräbern der angevinischen königlichen Familie Unterkunft bieten. Das originale Design richtete sich nach dem damaligen gotischen Prinzip, Höhe bedeute Nähe zu Gott. Dies garantierte jedoch nicht für begeisterte Reaktionen - Roberts Sohn Karl von Anjou lehnte das Design kategorisch mit dem Hinweis ab, es sei nichts mehr als ein „Stall“. Vier Jahrhunderte später erhielt sie jedoch eine barocke Rundumerneuerung. Am 4. August 1943 kam es jedoch zum Unglück. Bei einem alliierten Luftangriff wurde die Kirche von einer Brandbombe getroffen und brannte unkontrolliert mehr als 48 Stunden. Das gesamte barocke Innenleben wurde vernichtet, ebenso das Dach und einige angevinische Gräber. Dank der Fertigkeiten und Zielstrebigkeit einer kleinen Gruppe von Experten wurde sie zu großen Teilen wieder in ihre ursprüngliche Form restauriert. Den Brand überstanden unter anderem ein Teil eines Freskos aus dem 15. Jahrhunderts, das sich links neben dem Haupteingang befindet, und eine Kapelle mit Gräbern bourbonischer Könige von Ferdinand I. bis zu Francesco II. Links neben der Kirche bieten die berühmten gekachelten Kreuzgänge einen in Neapel seltenen Ort der Ruhe. Obwohl die Kreuzgänge aus dem 14. Jahrhundert stammen, verdanken sie ihr heutiges Aussehen dem Landschaftsgestalter Domenico Antonio Vaccaro aus dem 18. Jahrhundert. Die den zentralen Garten teilenden Pfade sind eingesäumt von 72 achteckigen Säulen mit Keramikkacheln, die durch Bänke miteinander verbunden sind. Die von Donato e Giuseppe Massa bemalten roten, blauen und gelben Majolica-Kacheln zeigen verschiedene Szenen des ländlichen Lebens, unter anderem auch eine Vielzahl an Bildern, in denen Tiere erschossen, aufgespießt und gefischt werden. Die vier Innenwände schmücken farbenfrohe Fresken. Neben den Kreuzgängen befindet sich ein kleines Museum mit kirchlichen Ausstellungsstücken wie einigen beeindruckenden Büsten aus dem 14. Jahrhundert und Liturgiebänden aus dem 16. Jahrhundert.

Chiesa di San Domenico Maggiore
Diese gotische Kirche wurde 1324 vom Dominikanerorden fertiggestellt und war besonders bei den Edelleuten des Hauses Aragón beliebt. Im Inneren der Kirche, einer Mischung aus Barock und Neogotik aus dem 19. Jahrhundert, befinden sich einige ausgezeichnete Renaissance-Skulpturen. In der Sakristei sind 45 Särge der Prinzen von Aragón und anderer Adliger.

Museo Archeologico Nazionale
Diese archäologischen Schätze bilden eine der weltweit umfangreichsten Sammlungen von griechisch-römischen Artefakten. Das Museum beherbergt eine reichhaltige Antiquitätensammlung, unter anderem sind Fundstücke aus Pompeii und Herculaneum ausgestellt. Hier findet man auch die Borga-Sammlung etruskischer und ägyptischer Relikte. Das Museum war ursprünglich eine Kaserne der Kavallerie, später Sitz der Universität und wurde schließlich im 18. Jahrhundert von Karl von Bourbon als Unterbringunsgort für die Antiquitätensammlung gewählt, die er von seiner Mutter Elizabeth Farnese geerbt hatte. Zu den Highlights der Farnese-Sammlung zählen Toro Farnese, eine massive Skulptur, die den Tod von Dirce, Königin von Theben, darstellt sowie eine monumentale Repräsentation von Herkules. Auf dem Boden des Mezzanin befinden sich Mosaike, von denen die meisten aus Pompeii stammen, z.B. die Schlacht von Alexander, die bekannteste Darstellung des mazedonischen Kaisers. Sie zierten einst den Boden des Casa del Fauno in Pompeii und sind Teil einer Reihe außerordentlicher detailtreuer und lebensechter Darstellungen von Tieren, Szenen aus dem alltäglichen Leben, Musikern und sogar Plato mit seinen Schülern. Der Gabinetto Segreto (Geheimer Raum) wurde erst vor kurzem für Besucher geöffnet, nachdem er jahrzehntelang nur Wissenschaftlern zugängig war. Hier findet man eine Auswahl an erotischen Statuen wie beispielsweise eine faszinierende Statue von Pan, der mit einer Zicke nichts Gutes im Sinne hat und auch neun Gemälde mit erotischen Positionen, die als Katalog für Kunden des Bordells dienten.

Duomo
Diese prächtige Kathedrale wurde an der gleichen Stelle errichtet, an der schon frühere Kirchen gestanden hatten, die wiederum an Stelle eines Tempels für den vorchristlichen Gott Neptun getreten waren. Mit dem Bau der Kathedrale wurde 1272 unter Karl I. von Anjou begonnen. Besonders hervorzuheben ist die reich verzierte Kassettendecke über dem breiten Mittelschiff. Das Bauwerk wurde 1456 durch ein Erdbeben stark beschädigt und wurde immer wieder umgebaut. Die neogotische Fassade ist das Ergebnis einer Verschönerungsaktion im 19. Jahrhundert. Im Mittelpunkt von Neapels religiösem (oder abergläubischem) Leben steht die barocke Cappella di San Gennaro aus dem 17. Jahrhundert, die sich rechts im Südgang nach dem Betreten des Gebäudes befindet. In der Kapelle werden hinter dem mit reichen Schnitzereien verzierten Hochaltar der Schädel und einige Phialen mit dem geronnenen Blut von San Gennaro, dem Schutzheiligen der Stadt, aufbewahrt. Er wurde 305 n.Chr. in Pozzuoli im Westen Neapels gemartert. Der Legende nach hat sich sein Blut in diesen Phialen verflüssigt, als sein Leichnam zurück nach Neapel gebracht wurde. Dreimal im Jahr versammeln sich hier Tausende, um für ein Wunder zu beten - dass sich das Blut wieder verflüssigen und Neapel vor drohendem Unheil geschützt sein möge. Dem Heiligen wird nachgesagt, die Stadt mehrmals vor Unglück bewahrt zu haben - obwohl das Wunder 1941 nicht eintrat, als der Vesuv ausbrach.

Kestè
Kestè ist eine Studentenhochburg, in der die Tische auf den Platz nach draußen quellen und ein Gemälde von San Gennaro über dem DJ-Deck thront. Von Montag bis Samstag regiert hier Pop, Electronica und World Beats. Sonntags gibt es live Blues, Folk und Jazz.

Teatro San Carlo
Im Teatro San Carlo, einem der renommiertesten Opernhäuser Italiens, finden das ganze Jahr über Konzerte, Opern und Ballettaufführungen statt. Die Einheimischen werden nicht müde zu sagen, dass es 1737 erbaut wurde, ganze 41 Jahre früher als die nördliche Rivalin in Mailand, die Scala. Die meisten Karten werden jedoch im Jahresabo verkauft, was heißt, dass nur sehr wenige einzeln an Touristen verkauft werden. Ab dem San Carlo Shop werden alle 20 Minuten Führungen in verschiedenen Sprachen durchgeführt, die jeweils 20 Minuten dauern.

Lontano da Dove
Literaturfreunde treffen sich hier auf einen Espresso, reden über Baudelaire und klopfen mit den Fingern zu Chet Baker. Dieses gelehrte Café liegt nicht weit vom Piazza Bellini entfernt; Gedichtslesungen und sporadische Jazzauftritte gehören auch zum Angebot. Rollkragenpullover sind übrigens keine Pflicht.

Intra Moenia
Latte und Literatur liegen in diesem freidenkerischen Café/Buchladen/Verlagshaus dicht beieinander. Politisch eher links gerichtete Künstlerseelen verwöhnen ihre zarten Gaumen hier mit misto di formaggi (gemischte Käseplatte) und Obstsalat mit Honig und Müsli. Der Hauswein ist billig und äußerst beliebt.

Caffe Gambrinus
Das prachtvolle Gambrinus ist Neapels ältestes und ehrwürdigstes Café. Hier hat Oscar Wilde schon getrunken und Mussolini ließ einige Räume schließen, um sich linksgerichtete Intellektuelle vom Hals zu halten. Im Ambiente voller Marmor, Antiquitäten und unechter griechischer Statuen servieren die hochnäsigen Bedienungen teuren Kaffee, Cocktails und Snacks für goldgebräunte Angeber und beeindruckte Auswärtige.

Bellini
Das Bellini verspricht mit seiner Terrasse im Kerzenschein, dem Blick aufs Kopfsteinpflaster und seinen Kellnern im altmodischen Kummerbund Romantik pur. Ein Tipp ist der frisch gefangene Fisch oder die unverschämt riesigen Portionen Pasta - die linguine ai frutti di mare (Nudeln mit frischen Meeresfrüchten) sind ein Traum.

Lonely Planet

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