Neue Geschichte
Die Wiedervereinigung von 1990 stellte für Dresden genauso einen Schock dar wie für die restliche DDR, doch die Stadt gelangte rascher wieder auf die Beine als die meisten anderen. Dresden ist auch heute noch ein industrielles Kraftzentrum, wobei einige Fertigungsindustrien, die Dresden vor dem Krieg zu seinem Ansehen verhalfen, zurückkehrten, wie zum Beispiel die Optik-, Lebensmittel- und Uhrenbranche. Dank der Entwicklung neuerer Industrien in den letzten Jahren, wie der Hochtechnologiebranche, ist Dresden heute auch als „Silicon Valley Deutschlands“ bekannt.
Die Wiedervereinigung bedeutete auch einen umfassenden Wiederaufbau. Während die Narben von 1945 immer noch sichtbar sind, wurden zahlreiche bedeutende Sehenswürdigkeiten restauriert. Am berühmtesten ist wohl der Wiederaufbau der Frauenkirche im Stadtteil Neumarkt, welche 2005 im Rahmen großangelegter Feierlichkeiten wiedereröffnet wurde. Die Schäden durch das Rekordhochwasser 2002 wurden größtenteils repariert und im Jahre 2004 wurden die Stadt und ihre Umgebung von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt.
Doch die politische Vergangenheit sucht diese historisch bedeutungsvolle Stadt auch heute immer noch heim: In den letzten Jahren wurden die Friedenskundgebungen, die traditionell am Abend des Valentinstags stattfinden, häufig von Neo-Nazis gestört. Deren Treffen im Jahre 2005 stellte das größte in der Nachkriegsgeschichte Deutschlands dar.
Moderne Tagesgeschichte Zur Wende des 20. Jahrhunderts zählte Dresden fast 400.000 Einwohner und setzte seine rasante Entwicklung weiter fort. Die Stadt wurde zum Zentrum für die Automobilfertigung, Lebensmittelindustrie sowie die Herstellung von Medizingeräten, Fotozubehör und Zigaretten. Dresden hatte sich bereits seit langem einen Namen gemacht, dieser sollte jedoch schon bald unehrenhaft in die Geschichte eingehen. Während des Zweiten Weltkriegs blieb Dresden relativ leicht verteidigt aufgrund seiner strategisch ungünstigen Lage im tiefen Landesinneren Sachsens. Die Fabriken der Stadt wurden vor allem mit Einheimischen besetzt, es waren jedoch auch etwa 300 Juden in einem Lager in der Stadt interniert, die als Zwangsarbeiter eingesetzt wurden. Die meisten dieser erlebten das Ende des Krieges nicht und auch der Großteil der jüdischen Gemeinschaft, die vor dem Krieg noch bei 6000 lag, kam ums Leben. In den frühen Morgenstunden des Valentinstags im Jahre 1945, während sich die sowjetischen Truppen nur 85 km entfernt befanden, ließen die alliierten Kampfflugzeuge einen Bombenteppich über der Stadt fallen mit der Absicht, einen unerbittlichen Feuersturm zu schaffen. Die deutschen Flakbatterien waren größtenteils mit Kindern besetzt. Ein amerikanischer Kriegsgefangener, der zu der Zeit in Dresden gefangen gehalten wurde, wurde Zeuge des Geschehens, welches er später in seinem berühmten Roman Schlachthaus Fünf beschreiben sollte. Der Nazipropaganda zufolge lag die Zahl der Todesopfer bei 400.000, heute wird jedoch angenommen, dass etwa 25.000 Einwohner in der Feuersbrunst umkamen. Die Luftangriffe bleiben bis zum heutigen Tag ein Stein des Anstoßes unter Historikern, von denen einige diese als Kriegsverbrechen sehen. Die Altstadt wurde dabei vollkommen zerstört. Nach dem Zerfall des Naziregimes fiel Dresden unter sowjetische Kontrolle und entwickelte sich zum führenden Industrie- und Forschungszentrum im sozialistischen Ostdeutschland. Obwohl ein Großteil der historischen Innenstadt (abgesehen von einigen historischen Kirchen) wieder aufgebaut wurde, errichteten die Sozialisten ganze Stadtteile aus eintönigen Plattenbauten. Aus ideologischer Sicht sollten diese den Bruch mit der royalistischen Vergangenheit der Stadt signalisieren, wirtschaftlich ging es jedoch vor allem darum, Geld zu sparen. Aufgrund der Tallage der Stadt konnten die Einwohner Dresdens keine westdeutschen Fernsehkanäle empfangen (die bei vielen Ostdeutschen trotz der offiziellen Sanktionen beliebt waren), doch als der Zug der Reformen Ende 1989 ins Rollen geriet, sprangen die örtlichen Aktivisten und Einwohner ohne Zögern auf.
Vor 20. Jahrhundert-Geschichte
Nachdem es lange Zeit der Ort einer slawischen Siedlung am nördlichen Ufer der Elbe mit dem Namen Dred'any war, entstand das moderne Dresden erst im Jahre 1206 mit der Gründung einer germanischen Stadt am gegenübergelegenen Ufer. Die beiden Siedlungen wurden paradoxerweise jeweils als Neustadt und Altstadt bezeichnet. Bis zum Ende des Jahrhunderts hatte sich Dresden bereits als Markgrafschaft und somit als Hauptstadt der Region etabliert.
Dresden gewann zunehmend an Bedeutung, bis es zur Wende des 18. Jahrhunderts Regierungssitz des Königs von Polen wurde. Unter dessen Herrschaft wurde das berühmte Meißener Porzellan erfunden, das sich ohne Probleme mit der Porzellanherstellungskunst Chinas messen konnte. Damit begann außerdem das goldene Zeitalter Dresdens: Im 18. Jahrhundert zählte es zu den wichtigsten Städten Europas, war aus diesem Grund jedoch in Kriegszeiten anfällig für Angriffe von rivalisierenden Mächten. Im Jahre 1760, während des Siebenjährigen Krieges, wurde Dresden durch den Beschuss der Preußen schwer mitgenommen. Leider sollte dies nicht das letzte Mal sein.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde Dresden Hauptstadt des Königreichs Sachsen. Im August 1813 stellten die Randgebiete Dresdens den Schauplatz einer der bedeutenderen Siege Napoleons dar. Die Stadt selbst kam bei der Schlacht jedoch relativ unversehrt davon. Im Jahre 1849, als sich das Fieber der Revolution in Europa ausbreitete und zur Unterdrückung eines konstitutionalistischen Aufstands im Mai führte, zählte die Stadt 95.000 Einwohner.
Das rasante Wachstum der Stadt in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts wurde von einer raschen Industrialisierung vorangetrieben. Ihr politischer Status blieb durch die Gründung des deutschen Reiches im Jahre 1871 unberührt und das Königreich wurde erst mit dem Zerfall des Kaiserreichs nach der Niederlage im Ersten Weltkrieg aufgelöst.
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