Neue Geschichte
München genießt heute den Ruf, eine wohlhabende, selbstbewusste Stadt mit der höchsten Lebensqualität in ganz Deutschland zu sein und ist geprägt durch einen kunterbunten Mix aus Konservativismus und künstlerischer Dynamik, Großstadteleganz und bodenständiger Unterhaltung.
Die Stadt wird von der SPD (Sozialdemokratische Partei Deutschlands) regiert, was durchaus bemerkenswert ist, da das restliche Bayern fest in den Händen der konservativen CSU (Christlich-Soziale Union) ist. Oberbürgermeister Christian Ude, nun in seiner dritten Amtszeit, will sich 2008 erneut zur Wahl stellen.
Moderne Tagesgeschichte Um die Wende zum 20. Jh. hatte München mehr als eine halbe Million Einwohner und die beste elektrische Beleuchtung in ganz Europa. Kreative Köpfe wie Kandinsky, Marc, Klee, Strauss, Ibsen und Mann nannten die Stadt ihr Zuhause und wohnten vornehmlich im Künstlerviertel Schwabing. Im Ersten Weltkrieg stellte die sich verschlechternde Versorgungslage für die Bevölkerung von München ein großes Problem dar. Politische Tumulte und der wirtschaftliche Kollaps nach dem Krieg boten einen fruchtbaren Nährboden für Adolf Hitlers nationalsozialistische Bewegung. Die NSDAP wurde 1920 im Münchner Hofbräuhaus gegründet und München erhielt nach Hitlers Machtübernahme im Jahr 1933 sogar den unrühmlichen Ehrentitel „Hauptstadt der Bewegung“. Nur wenige Wochen nach der Machtergreifung wurde im nahegelegenen Dachau das erste Konzentrationslager eingerichtet, womit auch die Diskriminierung und Vertreibung von Münchens Juden begann, welche im Jahr 1938 mit der Reichskristallnacht in eine noch nie dagewesenen Verfolgung des jüdisches Volkes mündete. München war im Zweiten Weltkrieg schweren Bombenangriffen durch die Alliierten ausgesetzt. Bei Kriegsende lag die halbe Stadt in Schutt und Asche. Am 30. April 1945 wurde die Stadt durch Einheiten der US-Armee besetzt. Beim Wiederaufbau der Stadt nach dem Krieg orientierte man sich weitgehend am historischen Stadtbild. Zahlreiche Unternehmen siedelten sich an und München entwickelte sich zu einem wichtigen Standort in den Bereichen Verlagswesen, Mode und Medien sowie für Großunternehmen wie Siemens, BMW und MAN. Im Jahr 1972 war München Gastgeber der Olympischen Spiele, die durch eine Geiselnahme palästinensischer Terroristen überschattet wurde, bei der 11 israelische Athleten ums Leben kamen. Angenehmer wird das Jahr 2006 in Erinnerung bleiben, in dem hier das Eröffnungsspiel der Fußball-WM ausgetragen wurde.
Vor 20. Jahrhundert-Geschichte
Die ersten Menschen siedelten in der Region bereits zu Zeiten der Römer. Im 8. Jh. ließen sich Benediktinermönche hier nieder. Erstmals urkundlich erwähnt wird die Stadt mit der Bezeichnung apud Munichen, was „bei den Mönchen“ bedeutet. Offizielle wurde die Siedlung 1158 durch Heinrich den Löwen gegründet, nachdem diesem durch den Augsburger Schied das Recht erteilt worden war, eine Zollbrücke über die Isar zu betreiben. 1240 ging München in den Besitz des Hauses Wittelsbach über, welches die Stadt (und auch ganz Bayern) bis ins 20. Jh. dominierte.
München wurde 1255 herzogliche Residenz und wuchs daraufhin stark an. Die Stadtbefestigungen wurden verstärkt und eine kaiserliche Goldbulle Ludwigs des Bayern (der auch den Alten Hof errichtete) verschaffte München eine Monopolstellung im Salzhandel. Damit waren die Grundsteine für eine wohlhabende, prosperierende Handelsstadt gelegt. Im Laufe der folgenden 200 Jahre erlangte die Stadt beträchtlichen Wohlstand und wurde 1503 Hauptstadt des Herzogtums Bayern. Weil die Stadt bereits seit 1349 immer wieder von der Pest heimgesucht wurde, wurden die Abwasserkanalisation und Frischwasserversorgung allmählich verbessert, sodass sich die Bevölkerung um 1505 bei ungefähr 13.500 stabilisiert hatte.
Die Reformation traf beim bayerischen Herzog Wilhelm IV. auf wenig Gegenliebe und München blieb katholisch. Unter seiner Herrschaft wurde die Stadt zum Zentrum der Gegenreformation, aber auch der Renaissance, was sich in horrend teuren Bauten wie der Residenz, der Bayerischen Staatsbibliothek und der Michaelskirche niederschlug. Im Dreißigjährigen Krieg fiel München zeitweise an Schweden und kam von 1705-1714 unter habsburgische Besatzung. Nach Napoleons Neuordnung Europas wurde Bayern zum Königreich und verdoppelte dabei seine Größe. 1818 erhielt München als erste deutsche Stadt eine Verfassung. Kurfürst Max Joseph wurde zum König von Bayern gekrönt und unter ihm war es auch, dass das Oktoberfest erstmals stattfand. Anlässlich der Hochzeit seines Sohnes Kronprinz Ludwig ließ er 1810 ein großes Pferderennen und Fest veranstalten, aus dem das Oktoberfest hervorging.
Zunehmend beliebt wurde die Stadt im 19. Jh., als München eine Universität sowie die erste Eisenbahn erhielt. Unter König Ludwig I. wurde München zu einer weithin bekannten Kultur- und Kunststadt. Der Königsplatz, die Alte Pinakothek, die Ludwigstraße, die Ruhmeshalle an der Theresienwiese und Teile der Residenz entstanden zu seiner Zeit. Ludwigs Verhängnis waren jedoch sein absolutistisches Herrschaftsverständnis, Pressezensur sowie seine Affäre mit der Kurtisane Lola Montez, die 1848 zu seiner Abdankung führte. Ihm folgte sein Sohn, Maximilian II., unter dem die Stadt ihren industrielle Aufschwung erlebte. Bayern letzter König war der unvergessene „Märchenkönig“ Ludwig II. (1845-86), der sich immer mehr aus den Regierungsgeschäften zurückzog, um sich seinen extravaganten Schlösserbauprojekten zu widmen, die das Königreich an den Rande des Ruins trieben. Bayern verlor seine Selbstständigkeit, als Ludwig im Krieg gegen Preußen die Verliererseite unterstützte, und ging schließlich 1871 im Deutschen Reich auf. Ludwig wurde 1886 im Rahmen einer dubiosen psychologischen Untersuchung für „unheilbar seelengestört“ erklärt und entmündigt. Er wurde in Gewahrsam genommen und kurz darauf ertrunken im Starnberger See gefunden. Um seinen Tod ranken sich bis heute zahlreiche Gerüchte.
Erweiterte Web-Suche nach München
Die besten Angebote im Preisvergleich: