Geschichte

Neue Geschichte
Während der jahrundertelangen Umwälzungen hat sich der historische Kern der Stadt nur wenig verändert und auch heute ist sie auch weiterhin ein politisches, administratives und kulturelles Zentrum. Seit dem Sturz des kommunistischen Regimes hat Krakau vom Zustrom der Reisenden von der anderen Seite dessen, was einmal als der Eiserne Vorhang bekannt war, profitiert und hat sich zu einem größeren Ausmaß an die westliche Welt angepasst, als jede andere polnische Stadt.

Moderne Tagesgeschichte
In den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts war Krakau zum wichtigsten Zentrum polnischer Kultur und die geistige Hauptstadt des formal inexistenten Landes geworden - ein Brennpunkt für das intellektuelle Leben und Theater. Die künstlerische und literarische Avantgarde-Bewegung Mloda Polska (Junges Polen) wurde hier um 1890 geboren. Hier entstand auch eine nationale Unabhängigkeitsbewegung, die später die polnischen Legionen unter dem Kommando von Józef Pilsudski hervorbrachte. Beim Ausbruch des Zweiten Weltkrieges hatte die Stadt 260.000 Einwohner, von denen 65.000 Juden waren. Während des Krieges wurde Krakau, wie alle anderen polnische Städte, Zeuge der stillen Abreise der Juden, die niemals wieder zurückkommen sollten. Die Stadt wurde von den Nazis gründlich geplündert, war aber nie Ort schwerer Kampfhandlungen oder starker Bombardements. Als solche ist Krakau tatsächlich die einzige große polnische Stadt, deren alte Architektur noch immer fast vollständig intakt ist. Nach der Befreiung beeilte sich die kommunistische Regierung in einem Versuch, das traditionell intellektuelle und religiöse Leben zu brechen und die Stadt mit einem großen Stahlwerk in Nowa Hut zu präsentieren, nur wenige Kilometer vom historischen Viertel entfernt. Das sozialisitische Ingenieurwesen erwies sich als weniger erfolgreich als sein unerwünschtes Nebenprodukt - eine ökologische Katastrophe. Monumente, die es geschafft hatten die Mongolen, Schweden und Nazis, sowie zahlreiche natürliche Unglücke zu überleben, wurden schrittweise und methodisch von Saurem Regen und toxischen Gasen aufgefressen. Mit der Errichtung von Nowa Huta und anderen neuen Vororten nach dem Krieg, verdreifachte sich die Größe Krakaus und wurde nach Warschau und Lodsch zur drittgrößten Stadt.

Vor 20. Jahrhundert-Geschichte
Die ersten Hinweise auf die Existenz der Stadt stammen ungefähr aus dem 7. Jahrhundert. Im 8. und 9. Jahrundert war Krakau eine der Hauptsiedlungen der Wislanen (Wislanie), ein Stamm, der sich einige Jahrunderte zuvor in der als „Klein-Polen“ oder Malopolska bekannten Gegend ausgebreitet hatte. Das früheste schriftliche Zeugnis von Krakau stammt aus dem Jahr 965, als der arabische Reisende und Kaufmann jüdischer Herkunft, Ibrahim ibn Yaqub aus Cordova, die Stadt besuchte und sich in seinem Kontenbuch darauf als das Handelszentrum Krakwa bezog. Im Jahr 1000 wurde das Bistum Krakau gegründet und 1038 wurde Krakau die Hauptstadt des Piastenreiches. Im 11. Jahrhundert wurden die Wawel-Burg und mehrere Kirchen errichtet und die Stadt, die sich anfänglich um den Wawel-Berg angesiedelt hatte, gewann an Größe und Macht. 1241 fielen die Mongolen in Krakau ein und brannten die größtenteils aus Holz errichtete Stadt nieder. Im Jahr 1257 wurde das neue Stadtzentrum mit dem Marktplatz als dessen zentraler Punkt auf dem Reißbrett entworfen, wobei Backstein und Stein das Holz meist ersetzte. Die Gothik wurde der vorherrschende architektonische Stil. Mit der Regentschaft von König Kazimierz Wielki (Kasimir dem Erneuerer), einem großzügigen Gönner der Kunst und Gelehrsamkeit, brachen gute Zeiten an. 1364 gründeter er die Krakauer Akademie (später in Jagiellonian Universität umbenannt), die zweite Universität in Zentraleuropa nach der in Prag. Nikolaus Kopernikus, der später sein heliozentrisches Weltbild entwickeln sollte, studierte hier nach 1490. Krakaus ökonomisches und kulturelles Wachstum erreicht im 16. Jahrhundert einen Höhepunkt. Die mittelalterliche Burg auf dem Wawel-Hügel musste einem mächtigen Palast weichen, Lehre und Wissenschaft blühten auf und die Bevölkerung überschritt die Marke von 30.000. Dies alles war jedoch nicht für die Ewigkeit bestimmt. Die Hauptstadt wurde 1596 nach Warschau verlegt und obwohl Krakau weiterhin für Krönungen und Beerdigungen vorgesehen blieb, residierte der König mit dem Hof doch in Warschau, wo sich auch das politische und kulturelle Leben abspielte. Die schwedische Invasion von 1655 verursachte große Beschädigungen und das 18. Jahrhundert mit seinen zahlreichen Invasionen beschleunigte den Niedergang. Am Ende des Jahrhunderts war die Stadtbevölkerung auf nur 10.000 zusammengeschrumpft. Im Zuge der endgültigen Dritten Teilung Polens fiel Krakau unter österreichische Herrschaft. Österreich erwies sich als der am wenigsten tyrannische der drei Besetzer und die Stadt genoss eine in Maßen und beständig wachsende kulturelle und politische Freiheit.

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