Neue Geschichte
Hamburg ist heute Deutschlands zweitgrößte Stadt nach Berlin. Etwa 68.000 Studenten studieren an neun Einrichtungen, wobei die größte mit 42.000 Studenten die Universität Hamburg ist. Mit einem Immigrantenanteil von 15% an der Bevölkerung versprüht die Stadt ein weltoffenes Flair, das ihr erneut den Titel als Deutschlands Tor zur Welt einbrachte.
Moderne Tagesgeschichte Durch Reparationszahlungen des ersten Weltkriegs verlor Hamburg den Großteil seiner 1500-Schiff-starken Handelsflotte und während des zweiten Weltkriegs wurden mehr als vier Fünftel des Hafens und zwei Fünftel des Industriegebiets der Stadt zerstört. Der Feuersturm der alliierten Luftangriffe vom 28. Juli 1943 kostete mehr als 50.000 Zivilisten das Leben und ließ ganze Straßen und Stadtteile ausgebrannt. Aus der Asche entsprang das moderne Hamburg, wobei mehr als 20 Jahre auf den Wiederaufbau verwandt wurden. Dank seines Gespürs für gute Geschäftsgelegenheiten gelang es Hamburg, nach dem Krieg die Medienriesen des Landes anzulocken und heute werden 15 der 20 auflagenstärksten Druckpublikationen in der Stadt hergestellt. Daneben sind auch mehr als 6200 Verlage, Filmgesellschaften, Radio- und Fernsehsender in der Stadt ansässig.
Vor 20. Jahrhundert-Geschichte
Im 9. Jahrhundert wurde eine Festung mit dem Namen Hammaburg (im Gebiet der heutigen Innenstadt) errichtet, die bald zum Vorposten christlicher Missionare wurde. Der Aufstieg der Stadt als Handelsmacht setzte erst im 12. Jahrhundert ein, als Graf Adolf III. von Kaiser Friedrich Barbarossa einen Freibrief erhielt, welcher der Stadt Freihandelsrechte einräumte und sie von den lästigen Zolltarifen befreite. Dank dieser neuen Handelsstärke übernahm Hamburg eine führende Position in der neu gegründeten Hanse, einem Zusammenschluss nordeuropäischern Händler, der auf dem Höhepunkt seines Einflusses 60 Städte umfasste.
Das politisch neutrale Hamburg konzentrierte sich auf den Ausbau des Handels, die Gründung der Hamburger Börse 1558 und im 17. Jahrhundert auf den Aufbau einer Handelsmarine zum Schutz seiner Handelsschiffe. Auch als die Hanse an Einfluss verlor gewann Hamburg dank eines Zustroms niederländischer Kaufleute, die der religiösen Verfolgung entflohen, weiterhin an Bedeutung. Während sich andere Städte und Nationen auf die Führung von Kriegen und den Ausbau ihrer Reiche konzentrierten, machte sich Hamburg pragmatisch daran, seine Handelsbeziehungen mit der Welt auszuweiten, ohne sich großartig um die Politik zu kümmern.
Die Handelsambitionen der Hansestadt erlebten eine kurze Unterbrechung durch die Einverleibung Deutschlands in das napoleonische Reich. Sobald der französische Tyrann jedoch gestürzt war, ging es wie gewohnt weiter. Hamburg trat dem Deutschen Bund bei und wurde „Freie und Hansestadt“, wobei die Stadt einen gewissen Grad an Unabhängigkeit innerhalb der neuen Nation beibehielt.
Die Stadt erlitt einen deutlichen Rückschlag durch den großen Hamburger Brand von 1842, bei dem ein Drittel der Stadt zerstört wurde. Sie erholte sich jedoch schnell und machte sich bald an den Wiederaufbau. Bis 1913 hatte sich die Stadt zu einem der führenden Häfen Europas mit Handelsverbindungen mit Afrika, Südamerika und Asien entwickelt und zählte gut über eine Millionen Einwohner.
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