Geschichte

Neue Geschichte
Im April 2002 wählten die Ungarn, die genug von ihrer rechtsgerichteten Regierung mit ihren starrsinnigen nationalistischen Phrasen hatte, trotz des starken Wirtschaftswachstums, welches das Land ihr zu verdanken hatte, die Sozialisten an die Macht. Ungarn trat der Nato bei und 2004 auch der EU. Die Einführung des Euros wird wohl allerdings noch einige Jahre auf sich warten lassen. Zwei Tage vor dem EU-Beitritt erkannt der Stadtrat von Budapest Stalin die Ehrenbürgerschaft der Stadt Budapest ab, die man ihm 1947 zu Ehren seiner Rolle bei der Befreiung Ungarns im Zweiten Weltkrieg verliehen hatte. Im Juni 2005 wurde László Sólyom, ein Juraprofessor und Gründungsmitglied der Partei MDF, zum dritten Präsidenten Ungarns gewählt. Er tritt die Nachfolge von Ferenc Mádl an.

Moderne Tagesgeschichte
Österreich-Ungarn kämpfte im Ersten Weltkrieg auf Seiten Deutschlands. Die desaströse Niederlage führte unmittelbar nach dem Krieg zur Revolution und Ausrufung der Republik. Später übernahmen ungarische Kommunisten die Macht, die jedoch wiederum fünf Monate später durch rumänische Truppen gestürzt wurden. Durch den Vertrag von Trianon, einen der Pariser Friedensverträge des Jahres 1920, wurde Ungarn drastisch verkleinert. Im Zweiten Weltkrieg verbündete sich Ungarn dann in der Hoffnung, die verlorenen Gebiete zurückzuerhalten, mit dem faschistischen Deutschland und Italien und landete somit wieder auf der Verliererseite. Budapest trug die schwersten Kriegsschäden davon. Die deutsche Wehrmacht sprengte auf ihrem Rückzug die Budaer Burg und alle Donaubrücken. 1947 kamen die Kommunisten infolge gefälschter Wahlergebnisse an die Macht. Bald brachen innerhalb der Kommunistischen Partei bittere Fehden aus und stalinistische Säuberungen und Schauprozesse waren an der Tagesordnung. Das Land wurde weiter durch den antisowjetischen Aufstand und seine gewaltsame Niederschlagung im Jahre 1956 erschüttert, in dessen Folge Tausende von Menschen den Tod fanden. Bis zum heutigen Tag tragen viele Gebäude in Pest noch Narben des blutigen Aufstands. Nach den sich anschließenden Racheaktionen und der Konsolidierung des Regimes durch verstärkte Repressalien begann János Kádár sich vom Verräter und meistgehassten Mann im Land zum respektierten Reformer zu wandeln. Er begann sein Programm des so genannten „Gulaschkommunismus“, einer konsumorientierten Variante des Kommunismus. Seine Reformen hatten Erfolg und in der Mitte der 70er-Jahre war Ungarn schließlich das liberalste, entwickeltste und reichste Land Osteuropas. Jedoch musste Kádár infolge andauernder hoher Arbeitslosigkeit, einer galoppierenden Inflation und wachsender Staatsverschuldung 1988 abtreten. Nach dem Ende des Kommunismus wurde 1989 die Republik Ungarn ausgerufen und es fanden die ersten freien Wahlen seit mehr als vier Jahrzehnten statt.

Vor 20. Jahrhundert-Geschichte
Genau genommen beginnt die Geschichte Budapests im Jahre 1873, als das hügelige, von Wohngebieten geprägte Buda und das historische Óbuda am Westufer der Donau mit dem flachen, industriellen Pest am Ostufer zu einer Einheitsgemeinde zusammengelegt wurden, die anfangs noch Pest-Buda genannt wurde. Budapests Geschichte ist jedoch weitaus komplizierter. Das Gebiet des Karpatenbeckens, in dem Ungarn liegt, ist schon seit Tausenden von Jahren besiedelt. Eine Vielzahl von Stämmen, darunter die Kelten, Römer, Hunnen, Mongolen, Türken, Slowaken, Österreicher und Deutschen, formten über die Jahrhunderte die ungarische Identität immer wieder aufs Neue. Die Magyaren, wie die Ungarn sich selber nennen, gehören zur finno-ugrischen Volksgruppe, die ihren Ursprung in Westsibirien hat. Man glaubt, dass eine Gruppe flüchtender Magyaren sich auf der Csepel- und Óbuda-Insel ansiedelten, als Pest und Buda kaum existierten. Die für ihre Reitfertigkeiten bekannten Magyaren unternahmen weit und breit Beutezüge, bis sie 955 vom deutschen Kaiser Otto I. gestoppt wurden. Nach dieser Niederlage waren die magyarischen Stämme untereinander zerstritten und mussten sich schließlich auf eine Allianz mit dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nationen einlassen. Im Jahre 1000 wurde der magyarische Prinz Stephan mit einer vom Papst in Rom übersandten Krone zum „christlichen König“ Stephan I. gekrönt, wodurch Ungarn offiziell als Königreich und Nation geboren wurde. In den nächsten zweieinhalb Jahrhunderten war das Land starken Belastungsproben ausgesetzt. In dieser Zeit gab es wiederholt konkurrierende Ansprüche auf den Thron und Übergriffe auf ungarisches Land seitens mächtiger Nachbarn. Der Sturz in die Anarchie wurde erst aufgehalten, als in Buda eine Burg errichtet und Pest in den Rang einer königlichen Freistadt erhoben wurde. Nach dem Tode Andreas III., des letzten Arpaden, im Jahre 1301 blühte Ungarn auf. Durch eine Abfolge geschickter Herrscher, angefangen mit Karl I. Robert, dessen Sohn Ludwig dem Großen sowie Sigismund von Luxemburg (der eine Universität in Óbuda gründete und die erste Pontonbrücke über die Donau baute) und mit der „goldenen“ Herrschaft Matthias I. Corvinus (ungarisch: der Rabe) einen Höhepunkt erlangend, wurde das Land zu einem der mächtigsten Länder Europas und Buda zum ersten Mal zu einer der wichtigsten Städte des Landes. 1526 wurde die ungarische Armee von den Osmanen in nur zwei Stunden entscheidend geschlagen. Mit dieser Niederlage endete die Phase eines relativ reichen und unabhängigen Ungarn und es folgte eine Phase von Teilungen, Fremdherrschaft und Not, deren Folgen im bunten ethnischen Mix der Bevölkerung heute noch zu sehen sind. Buda wurde geplündert und niedergebrannt, bevor die Türken die Stadt im Jahre 1541 besetzten. Erst 1699 wurden die Türken wieder vertrieben. Unter den Habsburgern erfuhr Ungarn wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung. Gleichzeitig reiften auch nationalistische Ideen. Buda wurde zur deutschsprachigen Stadt Ofen und 1783 zum Verwaltungszentrum des Landes, während Pest allmählich über seine Stadtmauern hinauswuchs. Pest wurde später zu einem wichtigen Handelszentrum; Buda blieb königliche Garnisonsstadt. 1849 erklärten die Ungarn unter der Führung des Radikalen Lajos Kossuth die volle Unabhängigkeit. Die Habsburger reagierten schnell und schlugen die Revolution blutig nieder. Jedoch führten passiver Widerstand seitens der Ungarn sowie einige katastrophale militärische Niederlagen der Habsburger schließlich zum österreichisch-ungarische Ausgleich von 1867, durch den die k.u.k.-Doppelmonarchie geschaffen wurde, in der Österreich als Kaiserreich und Ungarn als Königreich bestand. 1873 wurden Buda, Pest und Óbuda zu Budapest zusammengelegt. Im Zeitalter der Donaumonarchie wurde Ungarn wirtschaftlich, kulturell und intellektuell neu geboren. Vieles, was heute in Budapest zu sehen ist, wurde während dieser Zeit erbaut - von den breiten Boulevards und eklektischen Wohnblöcken über das Parlamentsgebäude bis hin zur Matthiaskirche im Burgviertel.

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