Geschichte

Der isländische Autor Snorre Sturlason schrieb, dass Harald Hardråde im Jahre 1050 ein Handelszentrum östlich von Oslo gründete. Archäologen fanden Beweise dafür, dass seit ungefähr dem Jahr 1000 permanent Menschen in Oslo gelebt haben. Daher feierte Oslo im Jahr 2000 sein 1000-jähriges Bestehen. Die ersten Einwohner Oslos lebten in bescheidenen Holzhütten mit Torfdächern, Ställen für Ziegen, Schafe und Kühe. Das Christentum war neu in Norwegen und verbreitete sich schnell. Innerhalb von dreihundert Jahren wurden in Oslo vier Kloster und sechs Kirchen gebaut.

Die erste gute Ära Oslos begann nach der Krönung Håkon V Magnusson's im Jahre 1299. Er heiratete Eufimia von Rügen, die Prinzessin von Norddeutschland, und baute das Akershus Schloss, in dem er später wohnte.

1301 kam Herzog Erik von Schweden nach Norwegen, um seine 1-jährige Verlobte, die Prinzessin Ingebjørg, Tochter von Königin Eufemia und Håkon V Magnusson, zu besuchen. 18 Jahre später erbten Ingebjørg und Erik den Thron von Schweden und Norwegen. Die erste Union der beiden Länder wurde im schloss des Bischofs unterschrieben, wo heute Oslo Ladegård ist.

Im Mittelalter war Oslo so groß, wie heute der Schlossgarten, Slottsparken, es hatte 3,000 Einwohner. Als der Schwarze Tod 1349 in Oslo wütete, starben die Hälfte der Einwohner. Nach der Pest wurde Norwegen zu einer von Dänemark beherrschten Provinz, und Kopenhagen wurde zur offiziellen Hauptstadt. Zwischen 1400 und 1500 residierten die Könige zumeist in Kopenhagen und Stockholm. Sehr nahe an den anderen Unionsländern gelegen, hatte Oslo eine wichtige politische Rolle.

In einer Nacht 1523 erzwangen Soldaten unter der Dänisch-Norwegischen Monarchie den Zutritt zur Maridalen kapell (Maria-Kirche), und stahlen alle Schätze. Der katholische Bischof von Oslo konvertierte kurz darauf zum Protestanten. Trotz des Widerstrebens der Bevölkerung, wurde die Reformation 1537 abgeschlossen. Die Ruinen des Zisterzienserklosters von Hovedøya wurden Zeitzeugen dieses Prozesses.

1624 brauchte ein Feuer nur drei Tage, um die Stadt Oslo zu zerstören. Nach wiederholten bedrohlichen Bränden beschloss König Christian IV von Dänemark-Norwegen, die Stadt komplett neu aufzubauen, aber diesmal auf der anderen Seite von Bjørvika. Die Menschen protestierten, und der König musste persönlich nach Norwegen kommen, um seinen Willen durchzusetzen, die Stadt zu verlegen. Er benannte sie nach sich selbst.

Christiania wurde in der Nähe des Forts Akershus Slott (Schloss Akershus) aus dem 13. Jahrhundert im Stil der Renaissance gebaut. Um das Risiko eines weiteren Brandes zu verringern, wurden innerhalb der Stadtgrenzen nur noch Steinhäuser erlaubt. Hierdurch unterschieden sich die Reichen von den Armen. Arme Menschen mussten in den Holzhäusern der Vororte leben. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts wurde der Abstand zwischen reich und arm immer größer. Da Schiffs- und Eisenbahnverbindungen in Norwegen besser wurden, waren die Glücklichen in der Lage, durch den Holz-Handel viel Kapital anzuhäufen.

Im 18. Jahrhundert formten ausländische Einflüsse das tägliche Leben der Einwohner Oslos. Händler begaben sich oft nach Europa, wo die Zeit der Aufklärung blühte. Ihre wichtigsten Handelspartner waren die Kolonialmächte Großbritannien und Holland. Sie kehrten mit Köpfen voller Aufklärungsideen und Koffern voll mit Tabak, Kaffee, Tee und Gewürzen zurück. Es dauerte nicht lange, und der Bau ihrer luxuriösen Häuser mit beeindruckenden Gärten begann. Eine der reichsten Familie der Stadt, die Colletts, lebte in der Villa an der Ecke Kirkegata und Tollbugata. Collettgården wurde im Norsk Folkemuseum (Norwegisches Volksmuseum) wieder aufgebaut.

Eines frühen Morgens 1716 fiel der schwedische König Karl XII mit seinen Truppen in Christiania ein, ohne auf Widerstand zu treffen. Die Regierenden mussten fliehen, aber selbst nach sechs Wochen intensiver Belagerung konnten die Truppen das Akershus Slott nicht in die Knie zwingen. Das Akershus Schloss wurde nicht erobert, aber Christiania wurde geplündert und zerstört. Es gab viele Tote. Heute ist eine der Kanonenkugeln von König Karl als Erinnerung an den heftigen Angriff, in der Wand des Hauptpostamtes eingemauert. Ursprünglich traf die Kugel das Gebäude, das vor dem Postamt dort stand.

Über das Christiania im 19. Jahrhundert, damals eine kleine Provinzstadt, wurde gesagt, dass es "eine Stadt mit mehr Tieren als Menschen" sei. Im gefeierten Jahr 1814 trat der König von Dänemark Norwegen an die Schweden ab. Am 17. Mai dieses Jahres gab Norwegen seine erste Verfassung bekannt, und Christiania wurde zur Hauptstadt. Die Menschen tanzten vor Freude auf der Straße. Die Fröhlichkeit wurde von der neuen erzwungenen Union mit Schweden kaum getrübt.

Christiania war nun eine Hauptstadt, und die neue Funktion brachte neue Anforderungen mit sich. Neue Bauwerke wurden als Symbol der Unabhängigkeit errichtet z.B. Det Kongelige Slott(das königliche Schloss), die Norwegische Bank und die Börse Oslo Børs. Etwas später, 1852, wurde Norwegens erste Universität gebaut.

Eine neue Klasse Regierungsangestellter, eine Wirtschaft im Aufschwung und das schnellste Bevölkerungswachstum in Europa verliehen Christiania gegen Mitte des 19. Jahrhunderts ein ganz neues Gesicht. Florierender Handel und Industrialisierung führten zur Erweiterung der Grenzen der Hauptstadt.

Die vielen öffentlichen Bauvorhaben führten zur Monopolisierung von Bauherren und Ressourcen und schliesslich zu einem extremen Mangel an Häusern. Mit dem wachsenden Bedarf an Dienstpersonal, Tagelöhnern und später Industriearbeitern in den Fabriken entlang der Akerselva wuchs eine neue soziale Klasse. Arme Menschen aus dem ganzen Land kamen auf der Suche nach Arbeit und Wohlstand nach Christiania, aber schlechte Arbeitsbedingungen und lange Arbeitszeiten warteten auf sie. Zwischen 1850 und 1900 stieg die Einwohnerzahl von 40 000 auf 200 000, und in einigen Teilen der Stadt teilten sich bis zu 10 Menschen eine 1-Zimmerwohnung.

1905 wurde Norwegen aus der Union mit Schweden entlassen und Christiania wurde die Hauptstadt des Landes. Erst 1924 wurde die Stadt auf Oslo umgetauft. 1948 vereinigten sich Oslo und die Nachbargemeinde Aker. Die Stadt wuchs weiter, als nach den dekadenten Jahren des zweiten Weltkrieges und der deutschen Besatzung zwischen 1940-1945 der Optimismus siegte. Oslos beliebter Bürgermeister, Albert Nordengen, nannte Oslo “Die Stadt mit dem großen Herzen”. Sie war das Zentrum Norwegens und das Tor nach Europa.

In den Sechzigern ließ das Bevölkerungswachstum nach. Oslo war weniger industrialisiert und entwickelte sich mehr zu einer Hauptstadt. Eine Vielzahl von Organisationen und Unternehmen und eine starke Regierung schuf ein geschäftiges Zentrum der Politik. Die Hippies kamen, nach ihnen die Horden junger Rebellen und Punker. Eine Gruppe, die sich selbst Blitz nannte, besetzte das Haus, in dem Edvard Munch aufwuchs. In den 70er und 80er Jahren wurde Løvebakken, der Platz vor dem Parlament, häufig Schauplatz für Proteste gegen kontroverse Resolutionen, wie die EWG (EU) und der Einsatz von Kernwaffen.

Heute besteht Oslo aus guten Restaurants und einem pulsierenden Nachtleben, überall gibt es italienische Espresso-Bars, Halal-Fleisch in Brugata, nicht zu vergessen, die durchweichten Hamburger und würzigen Kebabs in der Taxischlange. Oslo wird kontinuierlich durch neue Technologien, städtische und internationale Impulse, Einwanderer und Kulturen beeinflusst, was diese kleine, grosse Stadt zu dem macht, was sie ist.

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