Mit einer Einwohnerzahl von ungefähr 550.000 ist Oslo eine der kleinsten Hauptstädte Europas und ist an fast allen Seiten von Natur umgeben. Die Stadt hat eine sehr gute Infrastruktur mit Bussen, Straßenbahnen, einem U-Bahn Netz, Eisenbahn und Fähren, das seine Fahrgäste in weniger als 20 Minuten durch die ganze Stadt, in die Wildnis oder auf eine der Inseln des inneren Oslofjords bringt.
Stadtszentrum
Der Verkehrsknotenpunkt liegt in und um den Hauptbahnhof von Oslo Sentralstasjonen. Schräg gegenüber liegt das Hauptterminal der Busse. Vom Hauptbahnhof fahren lokale, nationale und internationale Züge, wie auch der Flughafen Zug (Flytoget). Das Einkaufszentrum Byporten gliedert sich an den Bahnhof an. Auf der anderen Straßenseite befindet sich ein weiteres großes Einkaufszentrum, das Oslo City.
Vom Bahnhof aus in westliche Richtung beginnt die Karl Johans gate, Oslos Paradestraße, teilweise in eine Fußgängerzone umgewandelt. Beim Weitergehen auf der ansteigenden Straße, fällt rechts die Domkirke (Oslos Kathedrale) aus dem späten 17. Jahrhundert ins Auge. Sie ist täglich geöffnet und kostenlos. Weiter entlang der Karl Johan, vorbei an Geschäften, Restaurants und Kneipen, führt die Straße zum links liegenden Stortinget (das Parlament) mit seiner original neo-romanischen Architektur. Das gegenüber liegende 5-Sterne Grand Hotel heißt seit mehr als einem Jahrhundert Gäste willkommen. Das Grand Cafe war einer der Lieblingsorte von berühmten norwegischen Künstlern, z.B. des Dramatikers Henrik Ibsen. Die kleine Grünanlage Studenterlunden auf der anderen Seite hat ein Freiluft-Restaurant und einen großen Teich, der im Winter zu einer beliebten Schlittschuhbahn wird. An seinem Ende liegt das neo-klassische Nationaltheatret (National-Theater), 1899 gebaut und von den Statuen von Henrik Ibsen und Bjørnstjerne Bjørnson bewacht. Zusätzlich zum ausgezeichneten Theatersaal im Rokoko Stil mit 800 Plätzen, hat das Nationaltheatret seine eigene Galerie mit einer einmaligen Sammlung von Portraits. Zurück auf der anderen Seite der Karl Johan gate befindet sich der älteste Teil der 1852 gebauten Universität von Oslo. Hier, in der großen Versammlungshalle, befinden sich drei großartige Kunstwerke des Malers Edvard Munch; "Sonne", "Alma Mater" und "Geschichte".
Nur ein kurzes Stück von der Universitetsgaten entfernt wird in der National-Galerie (kostenlos) die umfassendste Kunstsammlung Norwegens ausgestellt. Zu sehen sind Arbeiten von bekannten norwegischen Künstlern, wie Edvard Munch, Christian Krohg und J.C. Dahl, sowie internationale Werke von Picasso, El Greco, Matisse und Van Gogh. Das Universitäts-Museum, gleich um die Ecke, ist in zwei Bereiche unterteilt: den historischen Bereich mit Funden aus der Zeit der Wikinger, Runen und religiöser Kunst, und einen ethnologischen Bereich mit Stücken aus aller Welt, die von norwegischen Anthropologen gesammelt wurden. Es gibt zwei gute Gründe das Kunstindustrimuseet in der St. Olavs gate zu besuchen - die hier ausgestellten norwegischen und ausländischen Objekte der Bereiche angewandte Kunst, Mode und Design, sowie das freundliche Cafe des Museums aus dem 19. Jahrhundert, das Cafe Solliløkka.
Die Karl Johans gate zieht sich bis zum Königlichen Palast, der im 19. Jahrhundert von König Karl Johan gebaut wurde, dem Herrscher über die Union von Schweden und Norwegen. Beim Spaziergang im Slottsparken, dem Schlosspark, kann man sich die Denkmäler anschauen, ersatzweise aber auch ein Picknick oder ein Mittagsschläfchen im Schatten der Bäume abhalten.
Von hier aus sind die Zwillingstürme vom Rådhuset, dem Rathaus, das den Hafen überblickt, zu sehen. Die Eröffnung 1950 fiel mit der 900 Jahr-Feier Oslos zusammen. Das Rathaus ist täglich, außer Sonntags, geöffnet und bietet regelmäßig verschiedene Ausstellungen. An der Küste befindet sich auch die Hauptfiliale der Touristeninformation. Ein Stückchen weiter am Pier entlang lockt Aker Brygge mit seinen exklusiven Geschäften, Restaurants, Pubs und Bars. Im Sommer wahrscheinlich die überfüllteste Gegend Oslos!
Zurück in der Stadt bewacht die Akershus Festning (Festung Akershus) den Hafen. Ursprünglich war sie die Residenz der Könige, wurde dann aber 1592 zur Festung mit Kanonen umgebaut. Heute kann man hier das Büro des berühmten Autors Henrik Wergeland, die Schlosskirche, das Königliche Mausoleum und das Norges Hjemmefrontmuseum (zum Gedenken an den Widerstand) besichtigen. Die Armee nutzt heute noch einen Teil der Festung und der tägliche Wachwechsel gehört zu den Attraktionen.
Unterhalb der Festung führt Akershusstranda zum Vippetangen Kai. Von hier legen regelmäßig Boote zu den Inseln des inneren Oslofjords Oslos ab. Die Fahrt dauert 5-30 Min., je nach Insel. Auf Hovedøya befinden sich die Ruinen eines Zisterzienser Klosters, das im 12. Jahrhundert von Mönchen aus Kirkstead (England) gebaut wurde.
Zurück an Land führt Akershusstranda am Astrup Fearnley Museet für moderne Kunst vorbei in das Villenviertel. Die Ausstellungen der Nachkriegswerke in dem Museum wechseln öfter, ein Teil ist aber permanent. Das innovative Museet for Samtidskunst am Bankplassen bietet noch mehr moderne Kunst. Am Christiania Torv sollte man eine Pause einlegen.
Frogner, Uranienborg und Majorstuen
In der Mitte des Platzes steht das grosse Denkmal des Handschuhs von König Christian IV. und zeigt auf den Platz, wo er die Stadt, nach dem großen Brand 1624 wieder aufbauen wollte. Im Westen der Stadt ist der Frogner Park, mit dem Vigelandparken mit Skulpturen-Park und Museum, die meistbesuchte Touristenattraktion in Oslo. Diese wirklich erstaunliche Kollektion von 212 über-lebensgroßen Granit- und Bronzeskulpturen, die alle Stufen des Lebens repräsentieren, sollte man nicht auslassen.
Niemand fährt nach Oslo ohne Holmenkollen, den Schauplatz für große internationale Skiveranstaltungen, anzusehen. Von der berühmten Skisprungschanze aus ist der Ausblick auf das Panorama, die bescheidene Stadt Oslo und den Oslofjord einmalig und rundet den Tag ab. Wer sich nicht traut, die Schanze auf Skiern zu verlassen, kann den Fahrstuhl nehmen und einen der 3-D Ski-Simulatoren ausprobieren, um zu sehen, wie die echten Athleten es machen.
Bygdøy
Am Hafen kann auch die Fähre nach Bygdøy und Dronningen genommen werden, wo sich die fünf beliebtesten Museen von Oslo befinden. Das im Freien liegende Norsk Folkemuseum ist das Größte. Es hat mehr als 150 alte, Originalgebäude aus ganz Norwegen, inklusive einer Gol Stavekirker (Stabkirche von Gol). Auch eine umfassende Kollektion traditioneller Bekleidung, Möbel, Silberwaren, Schmuck und anderer Stücke ist vorhanden. Ein kleines Stück weiter, im Wikingerschiff-Museum, sind drei für Rituale verwendete Beerdigungsschiffe ausgestellt. In ihnen wurden einst die Königinnen und Könige der Wikinger beerdigt.
In Bygdøynes gibt es noch 3 weitere Museen. Im Kon-Tiki Museet können die Papyrus-Boote Ra I und II betrachtet werden. Hier befindet sich auch das Kon-Tiki Floß, das der bekannte Forscher und Anthropologe Thor Heyerdahl für seine Ozeanreisen baute, bei denen er versuchte, seine Theorien über die Reisen der Menschen im Altertum nachzuweisen. Das Frammuseet widmet sich den Forschern der Arktis Roald Amundsen und Fritjof Nansen und ihrem Polarschiff 'Fram'. Auch das kürzlich erweiterte Norsk Sjøfartsmuseum (norwegisches Schifffahrtsmuseum) nebenan ist einen Blick wert.
Die OsloCard ist eine Ermäßigungskarte, die sich lohnt, wenn der Aufenthalt ein paar Tage lang ist und viele Sehenswürdigkeiten eingeplant sind.
Die Karte ist erhältlich bei den Stellen der Touristeninformation, am Hauptbahnhof, bei Trafikanten, Hotels, Narvesen-Zeitungshändlern und einigen Postämtern.
Einige Vorteile der OsloCard sind: freier Eintritt zu den meisten Museen und Sehenswürdigkeiten; unbegrenzte kostenlose Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln des Oslo Sporveier (Bus, Straßenbahn, U-Bahn); kostenloses Parken auf kommunalen Parkplätzen; kostenlose Mini-Kreuzfahrt auf dem Fjord mit Båtservice Sightseeing; ermäßigte Miete für Auto, Skier und Skates; Ermäßigungen in einigen Restaurants.
Die Karte gibt es für ein, zwei oder drei Tage, als Einzel- oder Familienkarte.
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