Allgemeines

Die 760 m über dem Meeresspiegel liegende Stadt São Paulo, Hauptstadt des Bundesstaates São Paulo, besitzt heutzutage eine Fläche von ca. 1.500 km², davon sind 900 km² bebaute und ca. 600 km² unbebaute Fläche. Diesen beiden Gebieten gab man den Namen Grande São Paulo (Großraum São Paulo), mit fast 15.000,000 Einwohnern das größte Ballungsgebiet von Südamerika.

Pinheiros und Lapa Ausgehend vom historischen Zentrum bis hin zu den Neubaugebieten setzt sich das Stadtbild aus vielen kleinen Stadtteilen zusammen, die die Geschichte seines Entstehens und seiner Ureinwohner erzählen. Ursprünglich bewohnt von Indios und portugiesischen Eroberern aus dem 14. Jahrhundert erhielt die Region im 17. Jahrhundert, wie ebenso fast das gesamte südliche Zentrum und die nordöstlichen Teile des Landes, eine beträchtliche Völkerzahl afrikanischer Sklaven. Diese verrichteten die Feldarbeit des Zuckerrohranbaus und der Kaffeeplantagen. Dennoch wuchs die Bevölkerung bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts nur langsam. In dieser Epoche bestand die bevölkerte Fläche, die sich heute Grande São Paulo nennt, erst noch aus vielen kleinen Gemeinden (zukünftige Stadtteile), wie Pinheiros, die Gemeinde Ó und Lapa. Mit dem Aufblühen des Kaffeehandels ab 1870 wurde die Stadt wohlhabend. Bahngleise verbanden die Stadt mit dem Hafen von Santos und Banken und Exportfirmen brachten noch größeren Reichtum, wodurch die Bevölkerung wuchs und neue Stadtteile errichtet wurden.

Brás

Ab 1870 fing man mit der Städteplanung an und verwandelte Sümpfe in Gärten. Der Stadtteil O Brás, der seinen Namen durch den portugiesischen Geschäftsmann Jose Brás, damaliger Eigentümer dieser Länder, erhielt, ist einer der ältesten der Stadt. Neben dem Stadtteil Mooca und Lapa bekam dieser Stadtteil Ende des 19. Jahrhunderts den größten italienischen Einwanderungszufluss. Dieser war ebenso verantwortlich für das plötzliche Wachstum der Stadt und beeinflusste nicht nur die Entwicklung der Kultur und der Gepflogenheiten nachhaltig, sondern auch die Umgangssprache São Paulos, die viele Eigenarten und große Unterschiede zu anderen Regionen Brasiliens aufweist. Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts wurden einige Landgüter unterteilt, aus denen die neuen Stadtteile Santa Efigênia, Bom Retiro, Consolação und Campos Elisios entstanden.

Liberdade

Diese Stadtteile wurden damals hauptsächlich von reichen Bürgern bewohnt. Der Bau des ersten Elektrizitätswerkes im Jahre 1890 ermöglichte 1900 die Inbetriebnahme von Straßenbahnen. Im 20. Jahrhundert ermöglicht die industrielle Entwicklung das Entstehen neuer Wohngebiete in Richtung Osten, Westen und Süden der Stadt, den Bahngleisen und Flussbetten der Flüsse Tietê, Tamanduateí und Pinheiros folgend. Die japanischen Einwanderer kamen am Anfang des 20. Jahrhunderts, um in der Landwirtschaft zu arbeiten. Viele von ihnen zogen in die Stadt und gründeten einen der traditionellsten Stadtteile São Paulos, den Stadtteil Liberdade, wo sich auch heute noch Bräuche seines Ursprungslands erhalten haben. São Paulo besitzt einige der besten japanischen Restaurants weltweit.

Jardins

Ältere Gemeinden im Umkreis der Stadt wurden in die metropolitanische Region eingegliedert und ab 1915 erstanden elegante Stadtteile, wie die Stadtteile Jardim Europeia (Europäischer Garten), Jardim America (Amerikanischer garten) und Jardim Paulista (Garten São Paulos), heutzutage das angesehenste Geschäftsviertel im Viereck der Gärten, einfacheitshalber Jardins (Gärten) genannt. Auf der Avenida Paulista, auch "Wall Street" von São Paulo genannt, findet man die teuersten Büros des ganzen Landes, die Teilung von Zeit und Raum charakterisiert hier sehr gut die Entwicklung der Stadt. Auf der einen Seite das alte historische Zentrum, wo man einige Wahrzeichen wie z.B. das Teatro Municipal (Städtisches Theater), den Viaduto do Chá (Viadukt) und den Vale do Anhangabaú sieht.

Morumbi

Auf der anderen Seite die modernisierten Wohn- und Bürogebäude der mit architektonisch und städtebaulichem Ingenieurswissen schon besser geplanten Stadtteile, was zusätzlich noch unterstrichen wird von den Gärten, dem Jóquei Clube (Pferderennen) und dem Stadtteil Morumbi, in dem sich außer großen Häusern und luxuriösen Gebäuden auch das Fußballstadium Morumbi befindet, das vom Veranstalter FIFA für die erste Fußballweltmeisterschaft ausgewählt wurde.

Vila Madelena e Bexiga

Ein weiterer Stadtteil, der aus dem herkömmlichen gastronomischen und kulturellen Panorama hervorsteht, ist der Stadtteil Vila Madalena mit seinen vielen Bars und Restaurants, einem sehr intensiven Nachtleben und seinen Bewohnern, die sich aus Freiberuflern, Studenten und Künstlern zusammensetzt. Dieser Stadtteil ist sogar Thema einer der neuesten Seifenopern des größten brasilianischen Fernsehsenders geworden. Die Großzahl der älteren Stadtteile hat im Laufe der Zeit seine Eigenheiten entwickelt, so z.B. der Stadtteil Bela Vista, auch "Bexiga" (Harnblase) genannt, in dem man außer Bars, in denen der Forró (typische Lieder aus dem Nordosten) gesungen wird, auch den größten Teil der Theater der Stadt vorfindet.

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