Essen und Trinken

Vor dem Fall der Mauer waren Gerichte wie "Schweineohr mit Erbspüree" Gang und Gebe. Für Besucher der Stadt, die ein "typisches Berliner Gericht" bestellen wollten, artete dies nicht immer in Hochgenuss aus.

Glücklicherweise hat sich die kulinarische Landschaft Berlins zum Besseren entwickelt. Gourmets können sich nun von einer enormen Auswahl erstklassiger Restaurants verwöhnen lassen. Hervorragendes Essen lässt sich jedoch nicht nur in Gourmet-Tempeln Berlins genießen, sondern auch in vielen Cafes, die eine große Bandbreite an nationalen und internationalen Gerichten zu günstigen Preisen auf der Speisekarte aufführen. Auf Besucher der Stadt, die mit schmalem Budget unterwegs sind, warten hunderte Imbissbuden - einst nur für fettige Würste bekannt – mit einer großen Auswahl an asiatischer und orientalischer Küche auf.

Charlottenburg

Einige der besten Restaurants und Cafes finden sich in den Nebenstraßen des Kurfürstendamms und der Kantstraße sowie in der Gegend um den Savignyplatz.

Gourmets mit dem nötigen Kleingeld sollten dem italienischen Restaurant Ana e Bruno einen Besuch abstatten. Pizza für den schmaleren Geldbeutel gibt es im legendären XXII Apostel. Chinesische Cuisine gibt es im Tai Ji, französische Küche in Le Canard und türkische Köstlichkeiten findet man im Hitit. Besucher, die den ein oder anderen Promi aus der Nähe sehen wollen, müssen nur in der Paris Bar vorbeischauen. Das französische Bistro ist eher für das betuchte Klientel und die Cocktails bekannt, als für das Essen.

Fans der Berliner Currywurst sind besonders gut am Amtsgerichtplatz in der Kantstraße aufgehoben. Die Schlange ist zwar äußerst lang, die Wartezeit ist es jedoch wert. Gute Optionen für ein Brunch am Sonntag sind das Restaurant 31 und die Pasticceria e Rosticceria Italiana. Nostalgie bietet Zwiebelfisch, Diener oder Dicke Wirtin - traditionelle Berliner Kneipen, die sich seit Jahrzehnten nicht verändert haben.

Friedrichshain

Dieser Stadtteil ist besonders bei der jüngeren Bevölkerungsschicht Berlins beliebt. Friedrichshain ist die letzte Bastion einer Alternativ-Subkultur. Deshalb befinden sich die interessantesten Bars, Cafes und Underground Clubs in diesem Stadtteil. Die meisten ballen sich um die Simon-Dach-Straße, den Boxhagener Platz und die Schreinerstraße. Neue Bars und Clubs sprießen jedoch wie wilde Pilze aus dem Boden, so dass Friedrichshain bald sein Flair abseits des Mainstreams verlieren wird.

Die geräumige Astro Bar, die Cocktail-Lounge neben der Dachkammer und Tagung, eine besonders populäre Club-Bar mit DDR-Memorabilia dekoriert, sind sehr zu empfehlen. Für ein ausgewogenes Frühstück nach einer langen Nacht in den ansässigen Clubs, ist das Leander und die Apotheke eine hervorragende Option zu niedrigem Preis.

Kreuzberg

Einst war Kreuzberg ein Zufluchtsort für Punks und Anarchisten, doch seit dem Fall der Mauer hat sich das Gesicht dieses Stadtteils drastisch geändert. Obwohl noch immer ein wenig revolutionärer Hauch in der Luft der Bars und Clubs um die Oranien- und Wiener Straße liegt, hat sich das südliche Kreuzberg um die Bergmannstraße in ein Viertel mit schicken Cafes und exklusiven Restaurants verwandelt.

Riehmers Hofgarten, das Alte Zollhaus und das Medici servieren die beste "Neudeutsche Küche" der Stadt, wohingegen das Austria und Jolesh sich auf traditionelle Cuisine spezialisiert haben. Frankophile Gourmets sollten Le Cochon Bourgeois einen Besuch abstatten, Verehrer der mediterranen Küche dem Sale e Tabacchi. Kreuzberg ist ebenso Heimat tausender türkischstämmiger Einwohner. Dies hat natürlich Einfluss auf das Essen vor Ort: den besten Döner Kebab gibt es direkt an der U-Bahnhaltestelle Schlesisches Tor.

Viele der Cafes mit dem besten Ausblick befinden sich am Paul-Lincke-Ufer, dem perfekten Ort für einen ausgewogenen Brunch am Sonntagnachmittag. Besonders zu empfehlen: das Cafe am Ufer oder das Cafe Übersee. Abends sollte man in der Ankerklause vorbeischauen.

Wer auf der Suche nach dem ursprünglichen Kreuzberg ist, sollte Madonna oder Intertank aufsuchen. Roses ist besonders in der Schwulenszene beliebt. Etwas weniger schroff, jedoch immer noch typisch Kreuzberg sind das Morena und Wiener Blut. Im Yorckschlösschen geht es etwas traditioneller zu, mit lokaler Küche und Jazz am Sonntag, das ganze in rustikalem Ambiente. Ebenso traditionell, jedoch im freien befindlich, ist der Biergarten Golgatha's.

Mitte

Das Berliner Nachtleben ist zweifelsohne in diesem Stadtteil zuhause. Mitte ist geradezu gespickt mit Bars, Cafes, Restaurants und Clubs. Touristen überwiegen zwar in den vielen Ausgeh-Optionen um die Oranienburger Straße, doch auf alle Fälle muss man nicht lange suchen, bevor man den Club seiner Wahl findet. Vom glitzernden Cafe Orange hin zum verschrobenen Cafe Zapata im Stachelschweine Kabarett Theater, die Oranienburger Straße bietet für jeden etwas. Sollte man die Massen meiden wollen, um den Flair der Einheimischen zu genießen, ist das Cafe Ici oder Hackbarth's in der Nähe der Auguststraße eine gute Wahl. Das Mittendrin befindet sich in der Sophienstraße.

Die Gegend um die Hackeschen Höfe ist ebenso geschäftig. Besonders beliebte Optionen für die Mittagspausen sind das Cafe Hackescher Hof und die Yosoy Tapasbar. Favoriten zum allabendlichen Dinner sind das südamerikanische Restaurant Brazil, wohingegen es Nachteulen in die Cocktailbar Baal oder in den Sage Club verschlägt. Gourmets kommen ins Borchardt oder ins Vau, um die neuesten Kreationen internationler Cuisine zu schlemmen, Fans der deutschen Küche sind im Stäv, in der Volksgaststätte oder im Restaurant Zur Letzten Instanz in ihrem Element, wobei man sich sagt, dass letzteres das wohl älteste Lokal Berlins sein soll.

Prenzlauer Berg

Prenzlauer Berg ist das trendige Viertel der aufstrebenden Bevölkerung Berlins. Besonders in den Sommermonaten ist der mit Bäumen gesäumte Kollwitzplatz, im Stil des späten 19. Jahrhunderts, ein Touristenmagnet. Besucher aus aller Herren Länder sind in den umliegenden Szene-Cafes und Restaurants zu finden.

Einheimische sind eher in Cafes wie Anita Wronski und im Sowohl Als Auch zuhause, oder auch in der Luxus Bar. Das Cafe Mia ist bekannt dafür, eines der ersten rauchfreien Institutionen Berlins gewesen zu sein, Prater für den fantastischen Biergarten.

Essen gibt es reichlich in Prenzlauer Berg: das Frühstücksbuffet im Li(bi)do oder im Schall & Rauch, hervorragende Antipasti im Il Pane e le Rose, würziges Curry im Mao Thai, russische Küche mit Folklore im Pasternak oder kurdische Spezialitäten im Miro. Zarskes Gaststätte bietet kleine Snacks für zwischendurch.

Schöneberg

Viele der Cafes und Bars nahe Winterfeldtplatz und Goltzstraße sind während der 80er Jahre, als Schöneberg der Szenetreff West-Berlins war, eröffnet worden. Cafe M und Mutter sind daher regelrechter Kult; Cocktails der Extraklasse gibt es im Green Door.

Schöneberg ist außerdem das Zentrum der Schwulenszene Berlins. Unzählige Bars und Clubs befinden sich in der Nähe der Motzstraße und der Fuggerstraße. Lenz die Bar ist besonders am frühen Abend beliebt, Tom's Bar , Hafen, Connection oder Begine zu späterer Stunde.

Schöneberg ist für eine große Auswahl an Restaurants bekannt. Viele Berliner nehmen eine lange Anfahrt auf sich, um mit Stil im Tomasa zu frühstücken, ebenso im April oder im Montevideo. Gourmets sollten dem Bamberger Reiter oder Fischer's Restaurant einen Besuch abstatten, um klassisch deutsche Küche und fantastische Weine zu genießen. Hervorragende libanesische Küche gibt es im Cheban, Storch bietet elsässische Gerichte, wohingegen Baharat und Habibi die Meister der Falafel sind.

Tiergarten

Als nicht gerade preiswert und nicht sonderlich spannend präsentiert sich der südliche Teil des Tiergartens, bis auf die Gegend um den Lützowplatz, die besonders bei Geschäftsleuten, Politikern und Besuchern auf Grund der umliegenden Hotels beliebt ist. Hotelbars und Restaurants dominieren die Gastroszene, die Harry's New York Bar im Grand Hotel Esplanade ist eines der Highlights. Gäste, die Lust auf mediterrane Küche haben, sollten im Restaurant Am Karlsbad vorbeischauen. Alternativ dazu bietet das Paris-Moskau Speisen mit der High Society Berlins, besonders empfehlenswert auf der einladenden Sommerterrasse. Der Abend lässt sich bestens in der Bar am Lützowplatz mit einem Cocktail ausklingen, ein wahrer Hochgenuss in Berlin.

Sollte man sich an einem lauen Sommerabend im Tiergarten befinden, ist ein Spaziergang zum Cafe am Neuen See eine ausgezeichnete Option, denn hier befindet sich einer der reizvollsten Biergärten Berlins. Am Landwehrkanal befindet sich alternativ der Schleusen Krug. Eine wahre Berliner Institution ist das Cafe Einstein, ein exquisites Kaffeehaus mit dem Charme der 20er Jahre, perfekt für einen entspannten Brunch oder Kaffee am Nachmittag.

Wilmersdorf

Hier hält sich überwiegend die junge Bevölkerung Berlins auf. Die Cafes und Restaurants um den Ludwigskirchplatz sind unter der Woche hauptsächlich von Studenten besetzt. Sehen und gesehen werden heißt es im Cafe Solo oder im Manzinis. Hervorragendes Essen bietet Jimmy's Diner, mit anschließendem Cocktail in der Berlin Bar. Ein besonders geeigneter Ort zum Entspannen ist das Cafe im Literaturhaus, eine Oase der Ruhe in der Nähe des Ku'damms.

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