Unterkunft
Auch was die professionelle Unterbringung seiner Besucher angeht, hat Berlin praktisch alles zu bieten —astronomisch teure Häuser mit jedem erdenklichen Luxus, verläßlich-komfortable Großfilialen der weltweit agierenden Ketten, kleine und manchmal überraschend feine Pensionen mit familiärer Atmosphäre, coole Absteigen für Reisende mit wenig Geld und viel Entdeckungslust ...
Das war übrigens nicht immer so. Seit dem Fall der Mauer vor zehn Jahren und der Wiedervereinigung der beiden Stadthälften haben einige neue Phänomene den dahindümpelnden Hotelmarkt aufgemischt. Beispielsweise stehen heute einige der ganz großen Häuser im Osten der Stadt, nicht zuletzt die am Brandenburger Tor wiedererschaffene Hotel-Legende
Adlon oder das
Four Seasons am Gendarmenmarkt. An dieser großkalibrigen Konkurrenz haben die traditionsreichen Luxushotels im Westen der Stadt— wie das
Bristol Hotel Kempinski oder das
Hotel Inter-Continental immer noch zu knabbern. Aber die westliche City kämpft ohnehin seit geraumer Zeit gegen drohenden Prestige— und Publikumsverlust, seit die neu aufpolierten Quartiere um die Friedrichstraße sich zum Touristenmagnet entwickelt haben.
Auch am entgegengesetzten Ende der Preisskala hat sich in den vergangenen Jahren eine kleine Revolution ereignet. Seit 1995 ein findiger Kreuzberger mit der
Fabrik das erste Berliner
Hostel gründete, sind eine ganze Reihe dieser billigen und bei Rucksacktouristen überaus beliebten Unterkünfte aus dem Boden geschossen wie das
Circus. Für alteingesessene Jugendherbergen wie das
Jugendgästehaus Berlin stellen die Hostels eine ernste Herausforderung dar. Obwohl auch sie billig sind und sich inzwischen um neue Konzepte bemühen, haftet ihnen immer noch ein ziemlich verstaubtes Image an.
Da Berlin schon lange vor dem Bau der Mauer mindestens zwei Zentren besaß, lassen sich auch heute wenigstens zwei Kernzonen mit sehr hoher Hoteldichte ausmachen: Die westliche City zwischen Adenauer- und Lützowplatz sowie die Gegend beiderseits der "Linden" in Mitte.
Insbesondere an seinem oberen Ende, zwischen der Uhlandstraße und der Gedächtniskirche, finden sich schon einige der ganz großen Adressen: Allen voran das
Steigenberger am Los-Angeles-Platz aber auch das
Savoy in der Fasanenstraße. Etwas günstiger logiert man in modernen mittelgroßen Häusern wie dem
Hollywood Media oder dem
Concept Hotel. Hinzu gesellen sich kleine, exklusive bis extravagante Hotels wie das
Bleibtreu und das
Hecker's, sowie eine Unmenge mittelgroßer und kleiner Hotels und Pensionen in (fast) jeder Preislage (beispielsweise das
Hotel California oder das
Hotel Augusta).
Die Gegend zwischen dem Breitscheidplatz mit der Gedächtniskirche und dem Lützowplatz am Rande des Tiergartens beherbergt noch einmal einige Hotels der Luxusklasse, vom
Palace Hotel bis hin zum
Grand Hotel Esplanade und zum
Hotel Berlin (mit 700 Zimmern eines der größten Berlins).
Jenseits des Brandenburger Tors, in der historischen Mitte Berlins, warten ebenfalls in der ober(st)en Preisklasse Hotels wie das Westin Grand Berlin, das
Hilton Berlin Hotel, das
Four Seasons oder das
Maritim proArte Hotel Berlin. Bis auf das
Hotel Adlon liegen diese Häuser übrigens nicht direkt am Boulevard Unter den Linden, sondern vor allem in der
Friedrichstadt rund um den Gendarmenmarkt. Erwähnung muß natürlich auch das
Hotel Agon am Alexanderplatz finden.
In diesen beiden City-Zonen muß man natürlich etwas tiefer in die Tasche greifen - und nicht nur, um unter einem der ganz großen Namen zu logieren. An den zahlreichen Nebenstandorten kommt man ein wenig günstiger an ein bequemes Bett: Im Einzugsgebiet des Messegeländes findet man zuverlässige Hotels wie das
D:O:M:I:C:I:L:, das
Kanthotel oder das
Ibis, sowie viele kleine Pensionen für Messegäste. Hier und leider nicht nur hier gilt aber: während der bedeutenden Handelsmessen und Ausstellungen schießen die Preise in die Höhe!. Es lohnt auf jeden Fall, sich vorher noch einmal zu erkundigen.
Rund um die Westcity gruppieren sich sehr unterschiedliche Häuser in ebenso unterschiedlichen Bezirken wie Wilmersdorf, Schöneberg, Kreuzberg oder Tiergarten. Dabei muß der Charakter des Viertels nicht immer mit dem Hotel korrespondieren: Im vornehmen Grunewald stoßen wir auf das überaus preisgünstige
Hotel St.Michaels-Heim, im klassischen Arbeiterviertel Moabit auf das gediegene
Park Consul mit Abschlagsübungsplatz für Golfer hinter dem Haus. Und wer erwartet eine so feine Herberge in einem eleganten Gründerzeitensemble wie das
Hotel Riehmers Hofgarten, wenn er "Kreuzberg" hört?
Nur zögernd entstehen auch in den östlichen Wohn- und Ausgehbezirken mittelgroße Hotels, insgesamt ist das Angebot dort immer noch sehr schmal. Ausnahmen wie das
Park Inn in Prenzlauer Berg oder das
Upstalsboom in Friedrichshain bestätigen die Regel. Kleinere Hotels und Pensionen gibt es da schon mehr in dieser aufstrebenden Gegend, wie das
Hotel Greifswald nahe beim Kollwitzplatz oder das bezaubernde kleine
Honigmond in Mitte.
Große Häuser in den Einzugsbereichen der Flughäfen—das
Dorint Budget Hotel Tegel, das
Mercure Tempelhof Airport oder aber das gigantische Neuköllner
Estrel (1125 Zimmer) auf der Strecke nach Schönefeld—runden das Panorama ab.