Auch eisige, kalte Winter halten die Einwohner von Toronto nicht davon ab, ihren Spaß zu haben. Wenn man nicht an die Harbourfront oder den Nathan Phillips Square geht, um Schlittschuh zu fahren oder heißen Cidre zu trinken, sollte man die Fülle an Museen besuchen.
Museen & Galerien
Kanadas größtes Museum ist das Royal Ontario Museum (ROM), ein allgemeines Museum mit angeschlossenem Planetarium, das einen mit vier beeindruckenden indianischen Totempfählen in der Eingangshalle begrüßt. Die Kunstgalerie Art Gallery of Ontario (AGO) kann mit einer großen und gut ausgestellten Sammlung von Landschaftsbildern von Kanadas berühmter Group of Seven (Siebener Gruppe) aufwarten. Man sollte sich die weltweit größte ausgestellte Skulptur von Henry Moore nicht entgehen lassen. Der Künstler selbst hat sie wunderschön in Szene gesetzt. Die AGO ist genau wie die Toronto Dominion Gallery of Inuit Art für ihre einfachen und geschickten Steinschnitzereien der Inuit bekannt. Im nahe gelegenen Design Exchange bekommt man eine Reihe internationaler, avantgardistischer Möbel und Entwürfe von utopischen Visionen für gesunde Stadtentwicklung zu sehen. Wenn man gerne etwas leichteres sehen möchte, ist das Bata Shoe Museum einfach einzigartig; unter den 10 000 Schuhen befinden sich Elvis' blaue Wildlederschuhe. Auch in der Hockey Hall of Fame gibt es Schuhe zu sehen, allerdings nur solche mit Kufen unten drunter.
Theater
Ganze Busladungen von Amerikanern nehmen die 10 Stunden Busfahrt in Kauf, nur um drei Stunden in Toronto zu verbringen. Warum? Mit über 500 Bühnenproduktionen im Jahr ist die Stadt am Ontariosee das zweitgrößte Zentrum für Theater in Nordamerika. Im Royal Alexandra und Princess of Wales Theatre in der Kings Street kann man Kiefer Sutherland in einem Stück von Tennessee Williams sehen oder die Verwandlung des Sängers der Hard-Rock-Band Kiss zum Phantom (der Oper). Es lohnt sich auch, sich ein wenig von den üblichen großen Theatern wegzubewegen und sich etwas abenteuerlichere Vorführungen anzuschauen, z.B. im Sony Centre in der Front Street.
Kleinere Theaterwerkstätten wie das Tarragon und The Factory meistern solche Herausforderungen wie Beckett oder Stücke von neuen und zukünftigen Dramatikern. Auch moderner Tanz ist hier zu Hause, und zwar im Premiere Dance Theatre, einem multikulturellen Veranstaltungsort für Musik und Bewegung im Harbourfront Centre. Klassische, jedoch immer noch innovative Aufführungen kann man sich bei der National Ballet Company anschauen, die als die beste Tanztruppe im Land gilt. Das Laugh Resort (The) und Yuk Yuk verteidigen immer noch ihren ersten Platz unter den Komikerensembles, doch hat sich das 'Hinterzimmer' bei Rivoli's seit neustem einen Ruf für schneidigen Klamauk gemacht.
Kino
Toronto ist nicht nur einer der beliebtesten amerikanischen Drehorte – manchmal kann man riesige, weiße Lastwagen oder abgesperrte Straßen sehen - , es ist außerdem auch eine tolle Stadt für Kinos, besonders für Programmkinos und Häuser, die ältere Filme vorführen, z.B. The Bloor oder The Fox. Abgesehen von Hollywood-Produktionen, die man sich in Unterhaltungskomplexen wie dem im Zentrum gelegenen Paramount ansehen kann, findet man hier auch internationale Filme im Cumberland und Kinonächte mit nach Themengebieten geordneten alten Filmen in der Cinematheque. Ganz zu schweigen vom Toronto International Film Festival, das zu den besten der Welt zählt.
Clubs
Nein, die Schlangen von Leuten, die man sieht, wenn man die Richmond Street entlang geht, stehen nicht vor den Suppenküchen an. Man befindet sich mitten in der heißesten Nachclub-Zone, dort wo nur die Coolsten und Modischsten eingelassen werden. Die meisten Nachtclubs legen sich nicht auf eine Stilrichtung fest, sondern ändern die Musik oft täglich von Retro zu Dub zu Techno, sodass sie ein sehr unterschiedliches Publikum anziehen. Die größte Disko in dieser Gegend ist das Joe, eine drei Stockwerke hohe Tanzhalle für die Massen, so groß wie ein Hörsaal. The Big Bop ist fast genauso groß, bleibt seinen alternativen Wurzeln jedoch treu. College Street und Umgebung ist ein weiteres gutes Viertel, wo sich die verrauchte Comfort Zone für spät nachts oder der im Trend liegende Lava Club befinden.
Livemusik
Für Live-Musik gibt es die Horseshoe Tavern, immer noch die Kneipe, in der man eine neue und innovative Band sehen kann, bevor sie später ganze Konzerthallen füllt. Toronto ist ein selbstverständlicher Konzertort für fast alle größeren Tourneen in Nordamerika, von den Three Tenors im Mehrzweck Stadion Rogers Centre über den Buena Vista Social Club in der alten Massey Hall bis zu Celine Dion im Air Canada Centre. Die Liste an Angeboten mit klassischer Musik ist zu lang, um alles aufzuzählen, aber die Roy Thomson Hall ist ein sicherer Ausgangspunkt für ausgezeichnete Akustik, sowohl für das Toronto Symphony Orchestra oder den Mendelssohn Chor als auch für die letzte Oper von Philip Glass.
Sport
Im Air Canada Centre sind zwei der großen Sportmannschaften Torontos zu Hause. Man sollte die Raptors anfeuern, wenn sie einen Dunking gegen ihre Gegenspieler aus der NBA machen. Außerdem gibt es auch die beliebten blau-weißen Maple Leafs, die Eishockey um den Stanley Cup spielen. Um die Gunst der Zuschauer konkurrieren sie mit den Blue Jays, die ihre Baseball-Schläger im 53 000 Sitzplätze enthaltendem Rogers Centre schwingen, und den Argonauts aus der Canadian Football Liga.
Festivals
Innerhalb der letzten 10 Jahre hat Toronto das bunte Leben in den Straßen der Stadt entdeckt. Im Sommer fällt es einem schwer zu entscheiden, ob man zum Nathan Phillips Square oder lieber zur Harbourfront gehen sollte. Jedes Wochenende finden kostenlose Konzerte und verschiedene Festivals statt, vom Hot & Spicy Food Festival (Fest für scharfes und würziges Essen) bis zum Ashkenaz Festival, bei dem die jüdische Kultur gefeiert wird. Entlang des östlichen Seeufers befindet sich Ontario Place, ein Vergnügungspark für Kinder, der Wasserpark-Vergnügen mit riesigen Rock-Konzerten im Freien verbindet. Hier steht auch das erste Imax-Kino (Ontario Place Cinesphere).
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