Allgemeines
Bienvenue à Montreal! Das ist Gastfreundschaft mit eindeutig französischem Einschlag - und was wäre angemessener für die drittgrößte Französisch sprechende Metropole der Welt? Aber Französisch ist nur eine von ungefähr 35 Sprachen, die auf den Straßen dieser internationalen Inselstadt mit fast 2 Millionen Einwohnern zu hören sind (mehr als 3,3 Millionen, wenn die Vororte einbezogen werden).
Die Demographie Montreals rühmt sich damit, dass seine Einwohner aus 80 verschiedenen Ländern kommen und ein städtisches Mosaik aus lebhaften ethnischen Gemeinden und Nachbarschaften bilden, das Tag und Nacht ungefährlich ist. Besucher werden einen deutlichen britischen Einfluss bemerken, mit dem die Kultur seit der Zeit, in der britische Kaufleute den Handel der Stadt kontrollierten, behaftet ist. Allgemein ist es leicht verständlich, dass 'kosmopolitisch' das meistgebrauchte Adjektiv im Zusammenhang mit Montreal ist.
Typisch und berühmt ist die 'joie de vivre' - diese unbeschreibliche Kombination aus guter Laune und Atmosphäre, welche die Einwohner Montreals ohne offensichtliche Mühe ausstrahlen. Sie zeigt sich in den sommerlichen Genießern von Cappuccino, die sich in den Straßencafes drängen, in den langen Warteschlangen vor
Schwartz's, wo sie das beste geräucherte Fleisch der Stadt erstehen, und bei Liebhabern, die händchenhaltend auf dem Mount Royal stehen, dem 264 m hohen Berg im Parkland der Stadt. Diese Stimmung kann man auch im tiefen Winter auf den Freiluft-Schlittschuhbahnen erfassen, wenn befrackte Menschenmengen in der Musik des
Montreal Symphony Orchestra versinken, oder wenn im
Bell Centre, Hockey-Fans bei jedem Tor der
Montreal Canadiens schreien und die Fäuste in die Luft werfen.
Was macht Montreal zu einer der wirklich großartigsten Städte der Welt? Es fängt mit der Lage an. Die Insel liegt dort, wo drei der Flüsse des Westens zusammenfließen - der gewaltige St.-Lorenz-Strom, dem Rivière des Prairies und dem Ottawa, wobei der St.-Lorenz-Strom und der Rivière des Prairies im Osten liegen. Die Einwohner Montreals sprechen davon, dass ihre Straßen nord-südlich und ost-westlich verlaufen, aber die Insel selbst ist schief, Richtung Nordosten geneigt - verwirrt?
The Main (Der Kern) - Der St.-Laurent-Boulevard, der liebevoll 'The Main' genannt wird, teilt die Stadt physisch und psychologisch in zwei Hälften. Hier siedelten sich die Wellen neuangekommener Auswanderer im gelobten Land der Neuen Welt an. Die Gegend ist reich an Erinnerungen an die Vergangenheit, diese zeigen sich z.B. in polnischen Delikatessengeschäften im Familienbesitz, direkt neben Restaurants der Haute Cuisine, und in den Alles-1-Dollar-Angebotsläden neben angeberischen Billard-Hallen. Bezüglich der Adressen der Stadt ist hier Niemandsland, es war für lange Zeit die Demarkationslinie zwischen den Franzosen östlich der Straße und den Engländern im Westen.
Heutzutage ist diese Trennlinie nicht mehr ganz so scharf, aber es gibt noch immer deutliche englische und französische Gegenden. Die englische Szene der Restaurants und Bars konzentriert sich an der Bishop und der
Crescent Street; die französische an der
St.-Denis in Richtung des Quartier Latin und in der Gay Village. Die traditionellen französischen Wohngegenden sind dicht bevölkert und ziehen sich bis zum
Olympia-Park und
Hochelaga-Maisonneuve. Englisch wird in Richtung Westen immer auffälliger und hat seinen Schwerpunkt im reichen Vorort Westmount.
Old Montreal (Das alte Montreal) - Am südlichen Ende von
Saint-Laurent Boulevard, hinter Chinatown, liegt die historische Gegend
Old Montreal, heute eine Hauptattraktion für Touristen: Kopfsteinpflasterstraßen, von Pferden gezogene Calèches und Vieux Port Aktivitäten. Hier beanspruchten 1642 die ersten europäischen Siedler das Land, von dem sie überzeugt waren, das es ihnen von Gott gegeben war. Noch heute sind die Reste ihrer ursprünglichen Befestigungen zu sehen. Artefakte aus dieser Zeit sind im
Centre d'histoire de Montreal und dem
Pointe-à-Callière Museum für Archäologie und Geschichte ausgestellt. In dieser Gegend finden sich auch die ältesten Gebäude Montreals, darunter das
Sulpician Seminary (Sulpizianer Priesterseminar), das aus dem späten 17. Jahrhundert stammt.
Montreal Islands (Inseln Montreals) - Auf der anderen Seite des St.-Lorenz-Stroms , glitzern die Inseln der 'Expo '67',
Ste-Helène und
Notre-Dame noch 30 Jahre, nachdem Montreal Ausrichter der Weltausstellung war. Heute ist das Gelände das Zuhause des
La Ronde Vergnügungsparks, des
Gilles Villeneuve Racetrack und dem Weltklasse- Casino von Montreal.
Le Plateau - Am anderen Ende von 'The Main' liegt die Gemeinde Plateau Mont-Royal, einmalig insofern, als sowohl ethnische Geschäfte und Restaurants der
Parc Avenue, wie auch die Trend-Gruppe der Frankophonen in der
St-Denis Street dazu gehören.
Little Italy - Nur etwas weiter nördlich heißt es
'Viva l'Italia!' - das ursprüngliche Heim der ersten italienischen Einwanderer und heute eine der lebhaftesten Gegenden der Stadt, mit Espresso-Bars, Boutiquen und authentischer italienischer Küche.
Subterranean City (Unterirdische Stadt) - Ein Besuch in Montreal ist nicht komplett, solange man nicht die
Underground City gesehen hat. Das überirdische Montreal wurde als Spitze des städtischen Eisbergs bezeichnet. Unter ihm liegt das weltweit umfangreichste System von miteinander verbundenen Fußgängertunneln und Metro (U-Bahn) Netzen, das Gebäude, Boutiquen, Restaurants und sogar Wohnungen miteinander verbindet. In dieser unterirdischen Stadt kann man einen kompletten Winter verbringen, ohne auch nur einmal Kälte oder Schnee erleben zu müssen.
Das Metro-System selbst ist schon eine Erwähnung wert. Die Strecken laufen von Ost nach West, sowie von Nord nach Süd (allerdings unsymmetrisch) und verbinden nahezu alle Teile der Stadt miteinander. Während des Aufenthaltes dort unten lohnt sich die Inspektion der 62 architektonisch einmaligen Stationen, die alle von unterschiedlichen Designern entworfen wurden.