In Sydney wird gern angegeben. Mit einem der schönsten Häfen der Welt, vielen Naturschönheiten, einem wunderbaren Klima und dem kosmopolitischen Treiben auf den Straßen bietet einfach alles in Sydney ein geeignetes Fotomotiv (wer dachte, die berühmten Sehenswürdigkeiten sehen auf Bildern immer sehr schön aus, soll nur warten, bis er sie in Natura erlebt!). Die Einwohner von Sydney schämen sich nicht dafür, dass sie stolz auf ihre Stadt sind und freuen sich immer, wenn sie dies auch jemandem mitteilen können.
In Sydney gibt es sehr viel zu sehen – und man kann es sich auf unterschiedliche Arten anschauen. Je nach Budget, Verkehrsmittel, persönlichen Vorlieben und der Zeit, die zur Verfügung steht, kann man sich auf die Highlights beschränken oder ein bisschen an der Oberfläche kratzen, um Sydneys geheime Schätze zu entdecken. Der folgende Überblick soll ein wenig bei der Entscheidung helfen, was, wann und wie die schönsten Seiten Sydneys am besten erkundet werden.
Das wichtigste
Wenn man nur kurz in Sydney ist, sollte man diese Touren nicht verpassen.
Die berühmteste der berühmten Sehenswürdigkeiten, Sydney Opera House, in seiner exponierten Lage am Hafen von Sydney ist von innen noch viel beeindruckender. Guided Opera House tours, Führungen durch das Opernhaus und auch hinter der Bühne, erläutern den geschichtlichen Hintergrund (Theater) und die architektonischen Neuheiten hinter diesem Monument bis zur heutigen Zeit.
Einst der Mount Everest für Studentenstreiche (angeblich musste jeder, der es schaffte, die Brücke zu besteigen, eine Flasche Sekt für nachfolgende Wagemutige dort lassen), darf die Brücke nun jeder erklimmen, der keine Höhenangst hat. Nähere Informationen gibt es bei BridgeClimb - aber man muss damit rechnen, dass die Plätze schon Monate im voraus ausgebucht sind, also so früh wie möglich anmelden!
Centrepoint, die Turmspitze im 70er Jahre-Stil, die in Sydneys Himmel ragt, bietet kostenlose Führungen entlang des 360°-Panoramas an – eine gute Gelegenheit, sich erst einmal zu orientieren. Es kostet AUD 10 (EUR 6,15), nach oben zu fahren; wenn man in einem der beiden rotierenden Restaurants isst, kostet es nichts. Leider ist das Essen auch im 70er Jahre-Stil – das heißt Krabbencocktails und Beef Wellington... Vielleicht lohnen sich die zehn Dollar doch.
Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, den Hafen zu erkunden, aber wenn man es eilig hat, dann ist eine Rundfahrt mit einem Ausflugsboot zu empfehlen. Captain Cook Cruises hat den passenden Namen gewählt - Captain Cook war der erste (Engländer), der die Schönheit dieser Gewässer entdeckte. Die Rundfahrten sind gut organisiert, Abfahrt ist regelmäßig vom Circular Quay.
Explorer Bus Services bieten eine flexible Möglichkeit, die Stadt zu besichtigen. Mit einer Ein- oder Zweitageskarte kommt man per Bus von Kings Cross nach Bondi und noch weiter. Man kann überall ein- und aussteigen, wie man möchte – der nächste kommt schon wieder in 15-30 Minuten vorbei. Haltestellen gibt es in der ganzen Stadt.
Mit The Rocks Walking Tours in die Vergangenheit von Sydney eintauchen! Diese 90-minütigen Wanderungen führen durch die Straßen und Gassen, die von den Sträflingen gebaut wurden; sie mussten sich mit der Hand durch die harten Sandsteinklippen arbeiten. Hier nahm alles seinen Anfang.
Fast geschenkt
Kaum Geld in der Reisekasse? Sogar im internationalen Vergleich ist Sydney ein teures Pflaster, aber man kann trotzdem ganz gut sparen: mit billigen, teilweise auch kostenlosen Alternativen zur Besichtigung der Sehenswürdigkeiten.
Keine Bange, man muss nicht unbedingt AUD 98 (EUR 60,31) ausgeben, um auf die Brücke klettern zu können. Zum gleichen Preis wie die Brückenmaut (AUD 2 (EUR 1,23)) kann man auch auf den südöstlichen Pfeiler zum Pylon Lookout steigen und hat dort eine genauso atemberaubende Aussicht. Man kann auch zu Fuß und kostenlos über die Brücke gehen – es gibt einen abgetrennten Bürgersteig!
Man hat Sydney nicht gesehen, solange man es nicht von Hafen aus gesehen hat, und die billigste und klassischste Art zu reisen ist die Fähre. Am Circular Quay kann man zwischen diversen Zielen wählen. Manly ist am beliebtesten (und hat auch die größten Fähren), aber einige der anderen Strecken, zum Beispiel McMahons Point/Balmain oder Rose Bay/Watsons Bay sind genauso sehenswert. Zu den Stoßzeiten sind Tausende von Pendlern mit an Bord, die per Fähre zur Arbeit und zurück gelangen.
Als älteste Stadt Australiens hat Sydney natürlich einige schöne historische Gebäude zu bieten, wie beispielsweise das Elizabeth Bay House, Rouse Hill Estate, oder Vaucluse House. Der Eintritt in jedes dieser denkmalgeschützten Häuser kostet AUD 6 (EUR 3,70), man kann aber auch ein 'Ticket Through Time' für günstige AUD 18 (EUR 11,10) kaufen, mit dem man dann alle 11 historischen Häuser sowie das Museum of Sydney, die Hyde Park Barracks und das Justice and Police Museum besichtigen kann. Diese Karten gelten drei Monate lang, es gibt sie in jedem der historischen Häuser; nähere Informationen auch unter (www.hht.nsw.gov.au).
Ein Schaufensterbummel muss nicht unbedingt deprimierend sein. Ein Bummel durch das prachtvolle Queen Victoria Building (QVB) aus dem 19. Jahrhundert mit seiner Glaskuppel ist ein alternative Form des Shopping-Entzugs. Führungen beginnen täglich um 11:30 und um 14:30 am Tresen des Kundeninformation im Erdgeschoss (Customer Service) und kosten AUD 5 (EUR 3,10).
Die Sandsteinsäulen der Art Gallery of New South Wales stehen Wache für großartige Kunstschätze, unter anderem Gemälde der australischen Meister Tom Roberts, Frederick McCubbin und Sidney Nolan. Man kann allein durch das Museum laufen, aber bei den einstündigen Führungen erfährt man doch einiges mehr über die regionalen und internationalen Sammlungen der Galerie. Und sie sind auch noch kostenlos!
Die Karten für die Olympiade waren zu teuer? Macht nichts, die meisten Einwohner von Sydney konnten sie sich auch nicht leisten (obwohl sie öffentlich gekauft werden konnten). Aber für AUD 10 (EUR 6,15) kann man die brandneuen olympischen Sportstätten mit dem Olympic Explorer Bus besuchen. Die Rundfahrten starten täglich zwischen 9:30 und 15:00 in zwanzigminütigem Abstand – nähere Informationen gibt es beim Homebush Bay Visitors Centre unter +61 (0)2 9714 7888.
Etwas tiefgründiger
Vielleicht ist es nicht Ihr erster Besuch in Sydney, oder der Gedanke an die typischen Touristenattraktionen langweilt Sie? Sogar der gelangweilteste Weltenbummler wird diese Vorschläge erfrischend ungewöhnlich finden!
Die Einwohner von Sydney werfen tatsächlich “shrimps on the barbie“ (Krabben auf den Grill), und auf dem Sydney Fish Market besorgen sie sich ihre Vorräte. Eine Führung über den Markt am frühen Morgen mit seiner lauten, überfüllten Auktionshalle, wo die Chefköche Sydneys um den günstigsten Preis feilschen und durch die Docks, wo man beobachten kann, wie tausende Tonnen an frischem Fisch entladen werden, kostet AUD 49 (EUR 30,15) pro Person und beinhaltet auch noch eine Kochvorführung und ein leichtes Frühstück. Es gibt auch noch andere Kochkurse, zum Beispiel "Thai It" oder "Paella", die von den besten Fischköchen abgehalten werden.
Was haben Star Wars II und III, The Matrix und Mission Impossible II gemeinsam? Sie wurden alle in den Fox Studios in Sydney gedreht. Hier gibt es viel zu sehen – in der Bent Street gibt es eine bunte Mischung aus Geschäften und Kinos, Restaurants und Cafes und einen schönen Wochenendmarkt. Und um ein bisschen Kinoluft zu schnuppern, kann man eine Tour durch Fox' Backlot mitmachen. Vielleicht trifft man sogar den einen oder anderen Filmstar?
Man kann einen Zwischenstopp in Seoul einlegen oder auch einfach einen Tagesausflug nach Cabramatta machen, Sydneys 'Klein Vietnam'. Day Trips to Asia organisieren Ausflüge in diese andere Welt. Leckeres Essen, tolle Einkaufsmöglichkeiten, und das alles für AUD 90 (EUR 55,40).
Der Flughafen von Sydney hat gerade ein millionenteures Lifting (eher schon eine größere Schönheitsoperation) hinter sich, und bei Tarmac Tours bekommt man einen guten Überblick über die Arbeit hinter den Kulissen dieses belebten internationalen Flughafens. Wer schon immer davon geträumt hat, Pilot zu werden, für den ist diese Tour das richtige.
In The Rocks gibt es nicht nur Touristen – beim Rocks Night Walk wird an einem Abend voller Geschichte, Sträflingen und hinterhältigen Morden die berüchtigte Vergangenheit Australiens wieder lebendig.
Das Erbe der Eingeborenen ist mit der Geschichte Sydneys eng verwoben, und die Führungen von Sydney Aboriginal Discoveries, geleitet von Aboriginees, folgen den Spuren zu den historischen Wurzeln, aber auch der lebendigen Kunst- und Kulturszene.
Sydney auf noble Art
Platin-Kreditkarte? Dann auf! Wenn Geld keine Rolle spielt, dann kann man in Sydney so richtig schwelgen. (Nicht alle Vorschläge sind teuer, manche sind auch bloß dekadent.)
Mit Sydney Harbour Seaplanes einfach dorthin fliegen, wo man möchte… zu geheimen Stränden, superteuren Restaurants im Hafen, 5 Sterne-Hotels am Wasser oder einfach nur einen kleinen Rundflug über die Stadt machen.
Eine etwas ruhigere Art, durch die Luft zu reisen, ist eine frühmorgendliche Ballonfahrt mit Cloud 9 Balloon Flights über die City, Camden Valley oder Hunter Valley. Inklusive Champagnerfrühstück.
Die hohen Holzmasten und weißen Segel der Bounty sind eine getreue Nachbildung des historischen Schiffes von Captain Bligh. Es gibt Kreuzfahrten mit Lunch oder Dinner, und das Essen ist hervorragend.
Hier muss man niemanden zum Fahrer bestimmen, beim Great Australian Pub Crawl gibt es einen Chauffeur inklusive. Da kann man beruhigt das ein oder andere Glas trinken, bevor man zur nächsten Kneipe geschaukelt wird.
Zuerst sollte man sich ganz genau die Straßenkarte der Halbinsel zwischen Avalon, Palm Beach und Barrenjoey Head angucken; ist man danach immer noch der Meinung, der Straße gewachsen zu sein (sie hat mehr Kurven als man für möglich hält), dann nichts wie los mit Easyrider Motorbike Toursauf dem Sozius einer Harley.
Die Inseln von Sydney Harbour sind der ideale Ort für eine Party oder ein romantisches Picknick – so nah und doch so fern der Stadt. Die meisten Inseln, auch die größte, Shark Island (ihre Form ähnelt einem Haifisch), können von 9:00 bis 18:00 (im Sommer 20:00) betreten werden, aber man braucht sein eigenes Wassertaxi, eine gemietete Fähre oder eine private Jacht um hinzukommen. Auf manchen Inseln gibt es auch Führungen, unter anderem auf Goat Island, wo die meistgesehene Fersehshow Australiens, Water Rats, aufgenommen wird.
Die Stadt hinter sich lassen
Nur ein paar Stunden, und man ist im großartigen australischen Hinterland – auf jeden Fall einen Ausflug wert, wenn man die Zeit dafür hat.
Innerhalb eines Tages kann man nach Newcastle und wieder zurück kommen, oder auch ins Hunter Valley oder zur Central Coast; oder den malerischen, historischen Charme der Southern Highlands, die beeindruckende South Coast, die atemberaubenden Blue Mountains und Jenolan Caves bewundern. Man schafft es sogar, eine Rundreise zur Hauptstadt Canberra zu machen.
Ausflüge außerhalb der Stadt gibt es bei AAT Kings Sydney Day Tours, als Segelabenteuer (Imagine, Port Stephens), als Flussfahrt mit dem Hawkesbury Riverboat Postman, mit Murrays Canberra Day Tour, als lustigen Tagesausflug mit ein paar echten blauen Larrikins im WonderBus, oder als Zugfahrt durch eine vergangene Zeit mit der 3801 Limited Steam Locomotive.
Ganz unabhängig
Wer lieber seinen eigenen Weg gehen möchte, kann natürlich auch alles selbst planen und sich allein auf Entdeckungsreise begeben. Zum Beispiel bei einem Bummel entlang der Oxford Street, (samstags mit einem Zwischenstopp auf den Paddington markets). Oder bei einer Wanderung auf den Klippen zwischen Bondi und Bronte. Vielleicht auch beim Streunen durch die Seitenstraßen der malerischen Vororte wie Balmain und Glebe, oder beim Eintauchen in die fremden Welten von Little Italy und Chinatown, in Kneipen und Clubs, oder beim Einkaufen bis zur Besinnungslosigkeit. In Sydney gibt es nichts, was es nicht gibt. Das einzige, was man braucht, ist ein Stadtplan.
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